In einer Welt, die sich rasant verändert, stehen auch die Modelle der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und ihren Agenturen vor einem grundlegenden Wandel. Am 23. Oktober 2025 lud die Österreichische Marketing-Gesellschaft (ÖMG) zur zweiten Ausgabe ihres innovativen Denkformats, der ÖMG-Sandbox, e
In einer Welt, die sich rasant verändert, stehen auch die Modelle der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und ihren Agenturen vor einem grundlegenden Wandel. Am 23. Oktober 2025 lud die Österreichische Marketing-Gesellschaft (ÖMG) zur zweiten Ausgabe ihres innovativen Denkformats, der ÖMG-Sandbox, ein. Diese Veranstaltung, die in der Wiener Greißlerei und Käserei Lingenhel stattfand, brachte führende Köpfe aus Agenturen, Unternehmen, Wissenschaft und Fachvertretung zusammen, um über die Zukunft der Zusammenarbeit zu diskutieren.
Unter dem Titel „Von Full Service zu Full Flex – Was muss bei Kund:innen-Agenturmodellen neu gedacht werden?“ wurden neue Formen der Zusammenarbeit und Partnerfindung im Kund:innen- und Agenturbereich beleuchtet. Die Diskussion offenbarte, dass das klassische Full-Service-Agenturmodell vor einer umfassenden Transformation steht. Unternehmen fordern zunehmend Flexibilität, Transparenz und Co-Creation. Diese Begriffe mögen für manche Leser neu sein, daher eine kurze Erklärung:
Der Einsatz von KI-Tools (Künstliche Intelligenz) spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Unternehmen integrieren immer mehr Agenturleistungen im Team und sind im ständigen Austausch, um die Bewertung von KI-Kreationen in ihren Kampagnen zu optimieren.
Künstliche Intelligenz hat in den letzten Jahren einen enormen Einfluss auf die Marketingbranche genommen. Doch was genau ist KI? Künstliche Intelligenz bezeichnet Systeme oder Maschinen, die menschliches Denken nachahmen können, um Aufgaben zu erledigen und sich basierend auf den gesammelten Informationen zu verbessern. In der Marketingwelt wird KI genutzt, um Daten zu analysieren, personalisierte Inhalte zu erstellen und sogar um kreative Prozesse zu unterstützen.
ÖMG-Präsident Alexander Oswald fasste die Diskussion zusammen: „Die Zukunft gehört den Flexiblen. Durch KI wird die Kund:innen-Agentur-Zusammenarbeit verändert. Agenturen müssen deutlich mehr strategische Sparringspartner auf Augenhöhe sein.“ Dies bedeutet, dass Agenturen nicht nur Dienstleister sind, sondern als gleichwertige Partner in den kreativen und strategischen Prozess eingebunden werden.
Die Inhalte der offenen Sandbox-Diskussion machten deutlich, dass das Verhältnis zwischen Kund:innen und Agenturen aktuell „belastet“ ist. Ausschreibungen der letzten Monate zeigen, dass Diversität oft nur als „kosmetischer Faktor“ betrachtet wird und Abstandshonorare nicht mehr angesetzt werden. Dies führt zu der Forderung nach konsequenter umgesetzten Spielregeln und einer höheren Wertschätzung strategischer und kreativer Leistungen.
Langjährige Vertragsbeziehungen zwischen Agenturen und Kund:innen, die auf Vertrauen und Qualität basieren, sind oft erfolgreicher. Doch aktuelle Maßnahmen zur Fairness in der Branche werden als „zahnlos“ erachtet. Es braucht mehr Transparenz, Ausdauer und Vertrauen, insbesondere beim Einsatz von KI und bei der Definition gemeinsamer Ziele.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der in der Diskussion zur Sprache kam, war die Fairness und Ausbildung in der Branche. Verantwortung darf nicht einfach delegiert werden, sondern muss klar definiert sein. Dies betrifft vor allem Pitches, Bezahlung und Kompetenzentwicklung. Agenturen und Unternehmen müssen gemeinsam daran arbeiten, faire Bedingungen zu schaffen, die allen Beteiligten zugutekommen.
In der heutigen schnelllebigen Welt ist es wichtiger denn je, auf nachhaltige Markenarbeit zu setzen. Qualität, Haltung und langfristige Werte zählen deutlich mehr als kurzfristige Effekte. Dies bedeutet, dass Unternehmen und Agenturen gemeinsam daran arbeiten müssen, Marken zu schaffen, die nicht nur kurzfristig erfolgreich sind, sondern auch langfristig Bestand haben.
Die ÖMG-Sandbox ist ein entscheidender Schritt in Richtung einer neuen Art der Zusammenarbeit. Die Ergebnisse aller drei diesjährigen Sandboxes fließen in die kommende Publikation „Marketing Utopia 2030“ ein, die im ersten Quartal 2026 veröffentlicht wird. Diese Publikation wird als Leitfaden für die Zukunft der Marketingbranche dienen und wertvolle Einblicke in die neuen Modelle der Zusammenarbeit bieten.
Die nächste ÖMG-Sandbox findet am 19. November 2025 statt und wird sich mit dem Thema „Zwischen Widerstand & Wandel – Wie man mit Botschaften durchdringt, die keiner hören will“ beschäftigen. Diese Veranstaltung verspricht erneut spannende Diskussionen und wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft der Marketingbranche.
Insgesamt zeigt die ÖMG-Sandbox, dass die Zukunft der Zusammenarbeit in der Marketingbranche in flexiblen, interdisziplinären Teams liegt, die auf Vertrauen und Offenheit basieren. Nur so können Unternehmen und Agenturen gemeinsam erfolgreich sein und die Herausforderungen der Zukunft meistern.