Wien wird in diesem September zum Epizentrum der globalen Diskussion über nachhaltige Wasserkraft, und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Welt dringend Lösungen für die Energiekrise sucht. Vom 2. bis 5. September 2025 versammelt die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) über 160 Expert*innen aus 2
Wien wird in diesem September zum Epizentrum der globalen Diskussion über nachhaltige Wasserkraft, und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Welt dringend Lösungen für die Energiekrise sucht. Vom 2. bis 5. September 2025 versammelt die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) über 160 Expert*innen aus 28 Ländern, um auf der dritten internationalen Konferenz „Sustainability in Hydropower“ (SUSHP) innovative Ansätze zur Nutzung von Wasserkraft zu diskutieren.
Österreich hat sich einen Namen gemacht als Pionier in der Nutzung erneuerbarer Energien. Wasserkraft ist dabei ein zentraler Baustein. „Österreich nimmt bei der nachhaltigen Nutzung der Wasserkraft international eine Vorreiterrolle ein“, betont der österreichische Wasserminister. Doch was bedeutet das konkret? In einem Land, in dem 57 % der Fließgewässer nicht in einem „guten Zustand“ sind, wie die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert, ist die Herausforderung groß. Aber genau hier liegt auch das Potenzial, Vorbild für andere Nationen zu sein.
Die Gastgeberin der Konferenz, BOKU-Rektorin Eva Schulev-Steindl, hebt die Bedeutung ihrer Universität hervor. Seit über 40 Jahren forscht die BOKU zu den ökologischen Auswirkungen der Wasserkraft. Die Universität ist damit der ideale Veranstaltungsort, um internationale Expertise zu bündeln und Lösungswege aufzuzeigen. „Nur wenn es gelingt, das Artensterben zu stoppen und das Energiesystem vollständig auf erneuerbare Quellen umzustellen, kann die Wasserkraft als echter Nachhaltigkeitspfeiler bestehen“, betonen die Wissenschaftler der BOKU.
Die Konferenz bietet eine Vielzahl von Themen, die sowohl für Fachleute als auch für interessierte Laien von Bedeutung sind:
Internationale Keynotes von renommierten Persönlichkeiten wie Matteo Bianciotto von der International Hydropower Association und João Costa von der Hydropower Sustainability Alliance bieten wertvolle Einblicke.
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Nutzung erneuerbarer Energien ist entscheidend, um die Klimaziele zu erreichen. Wasserkraft spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie bietet nicht nur eine stabile Energiequelle, sondern trägt auch zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit bei. Doch gleichzeitig stehen europäische Fließgewässer massiv unter Druck, und 40 der 64 heimischen Fischarten in Österreich stehen auf der Roten Liste. Eine nachhaltige Nutzung der Wasserkraft ist daher nicht nur eine technische, sondern auch eine ökologische und soziale Herausforderung.
Die Konferenz wird auch die ökologischen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung beleuchten. Franz Greimel vom Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement der BOKU präsentiert seine Forschung zu den ökologischen Auswirkungen des Schwall-Sunk-Betriebs von Speicherkraftwerken und möglichen Maßnahmen zu deren Minderung. Daniel Hayes und sein Team stellen „Best Practice“-Lösungen für eine ökologisch verträgliche Nutzung der Wasserkraft vor.
Österreich könnte eine Schlüsselrolle in der globalen Energiewende spielen. Mit seiner Expertise in der nachhaltigen Wasserkraftnutzung und der Fähigkeit, innovative Lösungen zu entwickeln, bietet das Land ein Modell, das weltweit Beachtung finden könnte. Die Konferenz in Wien ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Sie bietet eine Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen und könnte dazu beitragen, die Wasserkraft zu einem noch wichtigeren Bestandteil der globalen Energieversorgung zu machen.
Die Konferenz wird von einer Reihe von Organisationen unterstützt, darunter das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), die BOKU University und Oesterreichs Energie. Diese Zusammenarbeit zeigt, dass die Herausforderungen, vor denen wir stehen, nur durch gemeinsame Anstrengungen bewältigt werden können.
Für mehr Informationen über die Konferenz besuchen Sie die offizielle Website.