Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat kürzlich in einer Serie von konstituierenden Sitzungen bedeutende Entscheidungen für das Gewerbe und Handwerk getroffen. Diese Weichenstellungen betreffen nicht nur die strategische Ausrichtung der Branchen, sondern auch die Zukunft unzähliger Arbeitnehmer
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat kürzlich in einer Serie von konstituierenden Sitzungen bedeutende Entscheidungen für das Gewerbe und Handwerk getroffen. Diese Weichenstellungen betreffen nicht nur die strategische Ausrichtung der Branchen, sondern auch die Zukunft unzähliger Arbeitnehmer und Unternehmer in Österreich. Mit einem neu gewählten Bundesinnungsmeister und fünf Wiederbestellungen stehen nun erfahrene und dynamische Führungspersönlichkeiten an der Spitze, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern.
Der frisch gewählte Bundesinnungsmeister der Bestatter, Mst. Mag. Martin Dobretsberger, tritt in eine Rolle, die mit großer Verantwortung verbunden ist. Die Einführung des Meistertitels im Bestattungsgewerbe war ein entscheidender Schritt, um die Qualität und Expertise in der Begleitung trauernder Menschen zu stärken. Dobretsberger betont, dass diese Standards weiter etabliert und ausgebaut werden müssen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen.
Die Rolle des Bestatters hat sich im Laufe der Jahre stark gewandelt. Einstmals ein Beruf, der hauptsächlich mit der physischen Handhabung von Verstorbenen verbunden war, umfasst er heute eine Vielzahl von Dienstleistungen, die psychologische Unterstützung und organisatorische Fähigkeiten erfordern. Die Einführung des Meistertitels ist eine Anerkennung dieser Komplexität und ein Versuch, die Qualität in der Branche zu sichern.
Bundesinnungsmeister Mst. Christian Plesar, MSc, wurde einstimmig wiedergewählt und setzt auf eine zukunftsorientierte Strategie. Seine Vision ist es, das Rauchfangkehrerwesen als aktiven Mitgestalter der Energie- und Wärmewende zu positionieren. Mit der neuen Ausbildung „Technische Beratung für Energieeffizienz“, die ab Herbst verfügbar sein wird, sollen Fachkräfte auf NQR-Niveau 5 ausgebildet werden, um die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) effektiv umzusetzen.
In vielen europäischen Ländern wird der Beruf des Rauchfangkehrers neu definiert, um den Anforderungen der Energiewende gerecht zu werden. In Deutschland beispielsweise gibt es bereits spezialisierte Kurse, die sich auf Energieberatung konzentrieren, was zeigt, dass Österreich mit dieser Initiative auf dem richtigen Weg ist.
KommR Mst. Harald Schinnerl wurde in der Bundesinnung Metalltechnik wiederbestellt. Seine Hauptanliegen sind der Abbau bürokratischer Hürden und die Modernisierung von Normen und Berufsbildern. Er setzt sich für praktikable Lösungen ein, um die Belastungen für Betriebe zu minimieren und die Fachkräfte zu schützen. Schinnerl fordert auch die Entkriminalisierung von Geschäftsführern bei Pflichtverletzungen Dritter, um Rechtssicherheit zu schaffen.
Für den durchschnittlichen Bürger bedeutet eine erfolgreiche Metalltechnikbranche stabile Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum. Die Forderungen von Schinnerl zielen darauf ab, die Branche widerstandsfähiger zu machen und die Innovationskraft zu fördern, was letztlich der gesamten Gesellschaft zugutekommt.
In der Bundesinnung der Friseure bleibt KommR Mst. Wolfgang Eder an der Spitze. Sein Fokus liegt auf der Qualität in der Ausbildung und den Betrieben. Er betont die Bedeutung eines Netzwerks der Kompetenzen, um die Fähigkeiten und Erfahrungen der Friseure zu beurteilen und zu fördern.
Ein Branchenexperte erklärt: „Die Friseurbranche ist mehr als nur Haarschnitt und Styling. Es geht um Kreativität, Kundenbeziehungen und Geschäftssinn. Eine kontinuierliche Weiterbildung ist entscheidend, um mit den Trends Schritt zu halten und den Kunden die bestmögliche Erfahrung zu bieten.“
Ing. Frank Böhler wurde als Bundesinnungsmeister der Kunststoffverarbeiter wiederbestellt. Trotz Herausforderungen wie hohen Energiepreisen und regulatorischen Unsicherheiten sieht er die Wettbewerbsfähigkeit der Branche nicht gefährdet. Sein Fokus liegt auf Innovationskraft und Effizienz sowie der Vernetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Die Kunststoffindustrie in Österreich trägt erheblich zur Wirtschaft bei, mit einem jährlichen Umsatz von über 10 Milliarden Euro. Die Branche beschäftigt mehr als 30.000 Menschen und ist ein wichtiger Innovationsmotor.
KommR Prof. Mag. DDr. Günter Reisinger und sein Team wurden im chemischen Gewerbe bestätigt. Sie legen besonderes Augenmerk auf die Reduzierung der Bürokratie, insbesondere im Bereich REACH, CLP und Biozidrecht. Reisinger sieht auch die internationale Zusammenarbeit als Schlüssel zur Lösung überregionaler Probleme.
Die nächsten Jahre werden entscheidend für die Entwicklung des Gewerbes und Handwerks in Österreich sein. Die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen sind es auch. Mit den richtigen Führungspersönlichkeiten und Strategien kann Österreich weiterhin als Vorreiter in Innovation und Qualität glänzen.
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