Am 20. November 2025 präsentierte die Prodinger Tourismusberatung im Tauern Spa Kaprun die Ergebnisse einer umfassenden Wertschöpfungsstudie. Diese Studie, die sich auf die Gemeinde Zell am See konzentriert, zeigt eindrucksvoll, welche direkten, indirekten und induzierten Effekte der Tourismus auf l
Am 20. November 2025 präsentierte die Prodinger Tourismusberatung im Tauern Spa Kaprun die Ergebnisse einer umfassenden Wertschöpfungsstudie. Diese Studie, die sich auf die Gemeinde Zell am See konzentriert, zeigt eindrucksvoll, welche direkten, indirekten und induzierten Effekte der Tourismus auf lokale Wirtschaft und Gesellschaft hat. Die Relevanz dieser Analyse für Österreich ist enorm, da sie nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus veranschaulicht, sondern auch als Modell für andere Regionen dient.
Die Studie von Prodinger zeigt, dass die Hotellerie und Gastronomie in Zell am See im Jahr 2024 Umsätze von insgesamt 140 Millionen Euro generierten. Diese Einnahmen sichern rund 990 Vollzeitstellen und führen zu Steuereinnahmen von 24,9 Millionen Euro. Darüber hinaus wurden Investitionen von 21,4 Millionen Euro ausgelöst, die eine unmittelbare Wertschöpfung von 15 Millionen Euro in einem Umkreis von 60 Kilometern erzeugen.
Der Begriff 'Wertschöpfung' beschreibt den Prozess der Schaffung von wirtschaftlichem Wert durch die Umwandlung von Rohstoffen oder Dienstleistungen in fertige Produkte oder Dienstleistungen. In der Tourismusbranche bedeutet dies, dass durch den Besuch von Touristen in einer Region nicht nur direkte Einnahmen durch Übernachtungen und Verpflegung erzielt werden, sondern auch indirekte Effekte wie der Kauf von lokalen Produkten oder Dienstleistungen.
Im Vergleich zu anderen österreichischen Bundesländern zeigt sich, dass Zell am See besonders stark von den touristischen Aktivitäten profitiert. Während Wien und Salzburg ebenfalls bedeutende Tourismuszentren sind, ist die Abhängigkeit von der Tourismusbranche in Zell am See aufgrund der geografischen Lage und des Angebots an Outdoor-Aktivitäten besonders hoch. Im Vergleich dazu ist die wirtschaftliche Struktur in Deutschland und der Schweiz oft diversifizierter, was bedeutet, dass der Tourismus einen geringeren Anteil an der Gesamtwirtschaft ausmacht.
Die Auswirkungen des Tourismus auf die lokale Bevölkerung sind vielfältig. Einerseits schafft er Arbeitsplätze und fördert die Infrastrukturentwicklung, andererseits kann er auch zu einer Erhöhung der Lebenshaltungskosten führen. Ein Beispiel ist die gestiegene Nachfrage nach Wohnraum, die in touristisch stark frequentierten Regionen oft zu höheren Mietpreisen führt. Gleichzeitig profitieren lokale Unternehmen von den zusätzlichen Einnahmen durch Touristen, was wiederum zu einer Stärkung der regionalen Wirtschaft führt.
Die Studie zeigt, dass pro 100 Euro, die in der Hotellerie und Gastronomie ausgegeben werden, 74 Euro in der Region verbleiben. Diese hohe Rückflussquote ist ein Indikator für die starke Verflechtung der Tourismusbranche mit der lokalen Wirtschaft. Darüber hinaus sorgt die Tourismusbranche für eine stabile Einnahmequelle für die öffentliche Hand, was wiederum Investitionen in öffentliche Dienstleistungen und Infrastrukturprojekte ermöglicht.
Die Zukunft des Tourismus in Zell am See und anderen ähnlichen Regionen hängt von einer nachhaltigen Entwicklung ab. Die Prodinger-Studie betont die Notwendigkeit, den Tourismus so zu gestalten, dass er langfristig wirtschaftliche Vorteile bringt, ohne die sozialen und ökologischen Ressourcen zu überlasten. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Tourismusverbänden und der lokalen Bevölkerung.
Insgesamt zeigt die Studie, dass der Tourismus in Zell am See nicht nur ein bedeutender Wirtschaftszweig ist, sondern auch eine wichtige Rolle in der regionalen Entwicklung spielt. Durch gezielte Investitionen und strategische Planung kann der Tourismus auch in Zukunft ein stabiler Wirtschaftsfaktor bleiben.
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Bedeutung des Tourismus als wirtschaftlicher Motor in Zell am See. Die Prodinger Tourismusberatung bietet mit ihrer Methodik eine wertvolle Grundlage für andere Gemeinden, die von den positiven Effekten des Tourismus profitieren möchten. Die Herausforderung besteht darin, die Balance zwischen wirtschaftlichem Wachstum und nachhaltiger Entwicklung zu finden.
Interessierte Gemeinden und Tourismusverbände sind eingeladen, sich an Prodinger zu wenden, um maßgeschneiderte Wertschöpfungsanalysen zu erhalten. Diese Analysen können helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Zukunft des Tourismus in Österreich positiv zu gestalten.