Am 9. November 2025 wird die Siebenbrunnengasse in Wien Margareten zum Schauplatz einer bewegenden Gedenkveranstaltung. Bezirksvorsteher Michael Luxenberger lädt die Öffentlichkeit ein, der Zerstörung der Synagoge Beth Aharon im Zuge der Novemberpogrome von 1938 zu gedenken. Diese Veranstaltung erin
Am 9. November 2025 wird die Siebenbrunnengasse in Wien Margareten zum Schauplatz einer bewegenden Gedenkveranstaltung. Bezirksvorsteher Michael Luxenberger lädt die Öffentlichkeit ein, der Zerstörung der Synagoge Beth Aharon im Zuge der Novemberpogrome von 1938 zu gedenken. Diese Veranstaltung erinnert nicht nur an die Vergangenheit, sondern setzt auch ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Hass in der Gegenwart.
Die Novemberpogrome, auch bekannt als Reichskristallnacht, markierten einen Wendepunkt in der Geschichte des Antisemitismus in Europa. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in Deutschland und Österreich jüdische Geschäfte, Wohnungen und Synagogen zerstört. Diese Ereignisse waren der Beginn der systematischen Verfolgung der jüdischen Bevölkerung durch das NS-Regime.
Die Synagoge Beth Aharon, auch bekannt als Jubiläumstempel, war ein bedeutendes religiöses und soziales Zentrum für die jüdische Gemeinde in den Wiener Bezirken Margareten und Wieden. Errichtet zwischen 1908 und 1910 nach den Plänen des Architekten Jakob Gartner, bot sie Platz für 283 Männer und 173 Frauen. Ihr Name bezog sich auf das Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph.
Am frühen Morgen des 10. November 1938 wurde die Synagoge in Brand gesteckt und zerstört. Die Feuerwehr verhinderte lediglich, dass das Feuer auf benachbarte Gebäude übergriff. Heute erinnern eine Stele, eine Gedenktafel und das Lichtzeichen „OT“ an diesen tragischen Verlust.
Bezirksvorsteher Michael Luxenberger betont die Wichtigkeit der Gedenkveranstaltung: „Die Novemberpogrome 1938 markieren den Übergang vom latenten Antisemitismus zur systematischen Verfolgung von Juden und Jüdinnen. Ein aktives Erinnern an diesen eskalierten Hass vor 87 Jahren ist ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Hass.“
Erinnern bedeutet auch, aktiv gegen Hass, Ausgrenzung und Antisemitismus einzutreten. Demokratie und friedliches Zusammenleben sind Werte, die nicht in Stein gemeißelt sind, sondern immer wieder aufs Neue erkämpft werden müssen.
Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgen Maren Rahmann und Rudi Görnet. Ihre Darbietungen sollen die emotionale Tiefe des Gedenkens unterstreichen und den Teilnehmern einen Moment der Reflexion bieten.
In ganz Österreich finden ähnliche Gedenkveranstaltungen statt, um an die Gräueltaten der Novemberpogrome zu erinnern. Besonders in Wien, wo die jüdische Gemeinde vor dem Zweiten Weltkrieg eine der größten Europas war, sind diese Veranstaltungen von großer Bedeutung. In Bundesländern wie Niederösterreich und Oberösterreich wird ebenfalls der Opfer gedacht, oftmals mit lokalen Bezügen und Geschichten, die die nationale Tragweite dieser Ereignisse verdeutlichen.
Für die Bürger von Margareten und ganz Wien bedeutet diese Veranstaltung nicht nur ein Innehalten, sondern auch eine Gelegenheit zur Bildung und Sensibilisierung. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte fördert das Verständnis für die Wichtigkeit von Toleranz und Akzeptanz in der heutigen Gesellschaft.
Ein nicht namentlich genannter Historiker erklärt: „Die Gedenkveranstaltungen sind nicht nur wichtig für die Erinnerungskultur, sondern auch für die Stärkung der Zivilgesellschaft. Sie bieten die Möglichkeit, aus der Geschichte zu lernen und Lehren für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen.“
Ein weiterer Experte fügt hinzu: „Gerade in Zeiten, in denen antisemitische Tendenzen wieder zunehmen, ist es entscheidend, dass wir uns unserer Geschichte bewusst sind und aktiv gegen Hass und Vorurteile vorgehen.“
Die Gedenkveranstaltung in der Siebenbrunnengasse ist nur ein Teil der umfassenden Bemühungen Wiens, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten. Die Stadt plant, weiterhin in Bildungsprogramme zu investieren, die sich mit der Geschichte des Holocaust und des Antisemitismus auseinandersetzen.
Langfristig könnten solche Veranstaltungen und Bildungsinitiativen dazu beitragen, die Gesellschaft widerstandsfähiger gegen extremistische Ideologien zu machen. Die Hoffnung ist, dass durch das Bewusstsein und die Erinnerung zukünftige Generationen in einer Welt ohne Hass und Diskriminierung leben können.
Die Gedenkveranstaltung in Margareten findet in einem politischen Klima statt, das von zunehmender Polarisierung geprägt ist. Die österreichische Regierung hat in den letzten Jahren verstärkt Maßnahmen gegen Antisemitismus ergriffen, darunter die Einrichtung von Meldestellen für antisemitische Vorfälle und die Förderung von Bildungsinitiativen.
Diese Bemühungen stehen im Einklang mit internationalen Verpflichtungen, die Österreich im Rahmen der Europäischen Union und der Vereinten Nationen eingegangen ist. Die Gedenkveranstaltung ist somit auch ein Zeichen der internationalen Solidarität und des Engagements für Menschenrechte.
Die Gedenkveranstaltung in der Siebenbrunnengasse am 9. November 2025 ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen das Vergessen. Sie erinnert nicht nur an die Opfer der Novemberpogrome, sondern mahnt auch zur Wachsamkeit gegenüber aktuellen antisemitischen Tendenzen. Durch das aktive Erinnern und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit können wir eine bessere Zukunft gestalten.
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der offiziellen Webseite der Stadt Wien unter diesem Link.