Wien hat sich längst einen Namen als Schmelztiegel der Kulturen und Ethnien gemacht. Doch wie sieht die Jugend in dieser superdiversen Stadt ihre Rolle in der Gesellschaft? Diese Frage stand im Mittelpunkt des vierten Community Forums, das am 3. November 2025 im Wiener Rathaus stattfand. Eingeladen
Wien hat sich längst einen Namen als Schmelztiegel der Kulturen und Ethnien gemacht. Doch wie sieht die Jugend in dieser superdiversen Stadt ihre Rolle in der Gesellschaft? Diese Frage stand im Mittelpunkt des vierten Community Forums, das am 3. November 2025 im Wiener Rathaus stattfand. Eingeladen hatte die Vizebürgermeisterin und Integrationsstadträtin Bettina Emmerling, die gemeinsam mit der Abteilung Integration und Diversität der Stadt Wien die Veranstaltung organisierte.
Unter dem Motto „Gemeinsame Werte. Was sagt die Jugend?“ versammelten sich rund 250 Teilnehmer, darunter Vertreter zahlreicher Migrantenorganisationen und Vereine. Sie diskutierten darüber, wie Werte in einer vielfältigen Gesellschaft vermittelt, ausgehandelt und gelebt werden können. Die Bedeutung dieser Diskussion kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn sie bildet die Grundlage für ein friedliches und produktives Miteinander.
Bettina Emmerling betonte in ihrer Eröffnungsrede die Wichtigkeit von Zuhören und Beteiligung: „Junge Menschen gestalten unsere gemeinsame Zukunft aktiv mit. Daher schaffen wir Orte und Möglichkeiten, in denen sie ihre Stimmen einbringen, Verantwortung übernehmen und demokratische Werte im Alltag erleben können.“ Diese Aussage unterstreicht die Notwendigkeit, jungen Menschen Plattformen zu bieten, auf denen sie ihre Sichtweisen und Ideen einbringen können.
Die Podiumsdiskussion, an der unter anderem Marilyn Velasco Magoo von Rambak Austria und Ahmed Naief von der Bundesjugendvertretung teilnahmen, drehte sich um die Frage, wie junge Menschen die Debatten über Werte wahrnehmen. In einer globalisierten Welt, in der Kulturen aufeinanderprallen und sich vermischen, ist es entscheidend, dass junge Menschen lernen, gemeinsame Werte zu schätzen und zu fördern.
Die Diskutanten waren sich einig, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt auf gemeinsamen demokratischen Grundhaltungen basiert. Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Solidarität und Gleichberechtigung werden in Wien breit getragen und im Alltag sichtbar. Diese Werte entstehen nicht aus Herkunft oder Tradition, sondern aus der aktiven Mitgestaltung unseres Zusammenlebens.
Schulen, Vereine und das städtische Miteinander spielen eine zentrale Rolle, weil Werte dort im gemeinsamen Tun gelernt und erlebt werden. Die Teilnehmer empfahlen daher mehr partizipative Räume für junge Menschen sowie eine stärkere Repräsentation in lokalen Institutionen, um diese gemeinsamen Werte weiter zu stärken und erlebbar zu machen.
Ein weiteres wichtiges Thema des Forums war die Förderung von Jugendprojekten. Die Abteilung Integration und Diversität der Stadt Wien unterstützt die Arbeit von Vereinen für die Integration von Jugendlichen durch Kleinprojektförderungen. 2025 wurden bereits 35 Projekte genehmigt, darunter das Projekt „Democracy Talks Wienerisch“, das niedrigschwellige und interaktive Formate zum Thema Demokratie bietet.
„Integration braucht die Teilhabe und den Dialog. Migrantenselbstorganisationen sind dabei zentrale Partner für unsere Abteilung und die Stadt Wien“, erklärte Theodora Manolakos, Leiterin der Abteilung Integration und Diversität. Sie betonte, dass diese Organisationen nicht nur das unmittelbare Wissen über die Bedarfslagen ihrer Mitglieder haben, sondern auch die kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt und Geschichte der Stadt pflegen.
Die Diskussionen und Initiativen, die im Rahmen des Community Forums angestoßen wurden, zeigen, dass Wien auf einem guten Weg ist, eine inklusive und vielfältige Stadt zu bleiben. Die Förderung von Jugendprojekten und die Schaffung partizipativer Räume sind wichtige Schritte, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten.
Ein Experte für Integration und Vielfalt erklärte: „Die Herausforderungen, vor denen Wien steht, sind nicht einzigartig. Andere Städte in Europa und weltweit kämpfen mit ähnlichen Fragen der Integration und Wertevermittlung. Doch Wien hat den Vorteil, dass es bereits ein starkes Netzwerk von Organisationen und Initiativen gibt, die sich dieser Aufgabe widmen.“
Die nächste Einreichfrist für ein Kleinprojekt endet am 15. Januar 2026, und es bleibt abzuwarten, welche innovativen Ideen und Projekte in der kommenden Zeit entstehen werden. Klar ist jedoch, dass die Stadt Wien weiterhin eine Vorreiterrolle in der Integration und Förderung von Vielfalt einnehmen wird.
Weitere Informationen zu den Integrations-Kleinprojekten und dem Förderschwerpunkt 2025 und 2026 finden Sie auf der Website der Stadt Wien.