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Kultur

Wiener Bestattungstag: Die Revolution des letzten Abschieds

24. Oktober 2025 um 07:40
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Am 30. Oktober 2025 öffnet das Haus der Wiener Wirtschaft seine Tore für einen außergewöhnlichen Anlass: den ersten „Tag der Bestattung“. Diese Veranstaltung, organisiert von der Fachvertretung Wien der Bestatter, verspricht nicht nur einen tiefen Einblick in die Welt des Abschieds, sondern auch ein

Am 30. Oktober 2025 öffnet das Haus der Wiener Wirtschaft seine Tore für einen außergewöhnlichen Anlass: den ersten „Tag der Bestattung“. Diese Veranstaltung, organisiert von der Fachvertretung Wien der Bestatter, verspricht nicht nur einen tiefen Einblick in die Welt des Abschieds, sondern auch eine faszinierende Reise durch die Trends und Innovationen der Bestattungsbranche.

Ein Blick hinter die Kulissen des Abschieds

Der Tag beginnt feierlich mit der Eröffnung durch Dompfarrer Toni Faber, einer angesehenen Persönlichkeit, die für ihre einfühlsamen Worte bekannt ist. Die Veranstaltung bietet eine Plattform für alle, die mehr über die Themen Tod, Abschied und Bestattung erfahren möchten. Von klassischen Ritualen bis zu den neuesten Trends – dieser Tag deckt ein breites Spektrum ab.

Die Rolle des Bestatters: Mehr als nur Organisatoren

„Mit diesem Tag wollen wir zeigen, dass Bestatter weit mehr sind als Organisatoren von Begräbnissen. Wir sind Begleiter, Zuhörer und Gestalter persönlicher Abschiede“, erklärt die Fachvertretungsvorsitzende der Wiener Bestatter. Diese Aussage unterstreicht die sich wandelnde Rolle der Bestatter in unserer Gesellschaft. Sie sind nicht nur Dienstleister, sondern auch einfühlsame Begleiter in schweren Zeiten.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung: Die Zukunft der Bestattung

Die Bestattungsbranche befindet sich im Wandel. Nachhaltige Begräbnisse, ökologische Särge und innovative Verfahren wie die Reerdigung oder Aquamation gewinnen an Bedeutung. Diese Methoden bieten umweltfreundliche Alternativen zu traditionellen Bestattungsformen. Auch digitale Gedenkformen, wie Livestreams von Beisetzungen oder virtuelle Friedhöfe, werden immer beliebter.

Die Reerdigung, auch als „sanfte Umwandlung des Körpers zu Erde“ bezeichnet, ist ein Verfahren, das in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat. Bei diesem Prozess wird der Körper in einem speziellen Behälter kompostiert und in fruchtbare Erde umgewandelt. Diese Methode ist nicht nur umweltfreundlich, sondern ermöglicht es den Hinterbliebenen auch, den Verstorbenen auf eine ganz besondere Weise zu ehren.

Die Rolle der Digitalisierung

In einer zunehmend digitalisierten Welt sind auch die Bestattungsunternehmen gefordert, mit der Zeit zu gehen. Digitale Gedenkformen ermöglichen es, Erinnerungen an Verstorbene auf innovative Weise zu bewahren. Livestreams von Beisetzungen bieten Angehörigen, die nicht anwesend sein können, die Möglichkeit, virtuell Abschied zu nehmen. Virtuelle Friedhöfe und Online-Kondolenzbücher schaffen neue Räume für Trauer und Erinnerung.

Individualisierung: Der Abschied wird persönlich

Ein weiterer Trend in der Bestattungsbranche ist die Individualisierung. Immer mehr Familien möchten die Abschiedszeremonien aktiv mitgestalten. Persönliche Rituale, Naturbestattungen und kreative Sarg- oder Urnendesigns spiegeln die Einzigartigkeit des Verstorbenen wider. „Der Trend geht klar dahin, dass Familien mehr mitgestalten wollen. Unsere Aufgabe ist es, diesen Raum zu öffnen“, so die Fachvertretungsvorsitzende.

Ein Beispiel für eine individuelle Bestattungsform ist die Beisetzung einer biologisch abbaubaren Urne in der Donau. Diese Form der Naturbestattung erfolgt vom Schiff aus und kann durch eine Trauerfeier an Bord ergänzt werden. Die sogenannte Diamantbestattung ermöglicht es sogar, Edelsteine und andere Erinnerungsstücke aus der Asche Verstorbener pressen zu lassen.

Informieren, verstehen, mitreden

Der „Tag der Bestattung“ bietet nicht nur Informationen, sondern auch die Möglichkeit zum Austausch und zur Diskussion. Vorträge und Diskussionsrunden laden dazu ein, sich mit den Themen Abschied, Erinnerung und Trauer auseinanderzusetzen. Ein informativer Leitfaden „Was tun im Todesfall?“ liefert wertvolle Orientierungshilfen für den Ernstfall.

Unter dem Titel „Bestatter plaudern aus dem Nähkästchen“ gewähren Branchenprofis Einblicke in ihre Arbeit. Diese Gelegenheit bietet den Besuchern die Möglichkeit, mehr über die Herausforderungen und Freuden des Bestatterberufs zu erfahren.

Kulturelle Highlights

Literarische Beiträge und Kabarett sorgen für kulturelle Abwechslung. Peter Ahorner liest aus seinem Buch „Wien und der Tod“, während Stefan Haider mit seiner humorvollen Kabaretteinlage unter dem Motto „Lachen trotz Abschied“ den Tag ausklingen lässt.

Die Bestattungsbranche im Wandel

In Wien hat sich die Anzahl der Bestattungsunternehmen in den letzten 20 Jahren fast verdreifacht. Heute gibt es 29 Bestattungsunternehmen in der Stadt. Diese Vielfalt reicht von traditionsreichen Familienbetrieben bis zu modernen Dienstleistern mit digitalen Angeboten. Seit 2023 zählt die österreichische Bestattungskultur sogar zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe, was die besondere Bedeutung dieses Berufsfelds unterstreicht.

Die Veranstaltung wird von Informationsständen begleitet, an denen Interessierte mehr über den Beruf des Bestatters, Vorsorgemöglichkeiten, moderne Bestattungsformen oder innovative Grabgestaltung erfahren können. Ein besonderes Highlight ist ein Virtual Reality Erlebnis, das Erinnerungskultur auf eindrucksvolle Weise erlebbar macht.

Fazit: Ein Tag, der zum Nachdenken anregt

Der „Tag der Bestattung“ ist eine wertvolle Gelegenheit, sich mit einem oft tabuisierten Thema auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung fördert den Dialog und nimmt die Scheu, Fragen zu stellen. „Tod und Trauer sind Themen, die uns alle betreffen – aber oft tabuisiert werden. Wir möchten den Dialog fördern und die Scheu nehmen, Fragen zu stellen“, erklärt die Fachvertretungsvorsitzende.

Für alle, die sich umfassend informieren und inspirieren lassen möchten, ist der Besuch des „Tags der Bestattung“ ein Muss. Der Eintritt ist frei und es ist keine Anmeldung notwendig. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Webseite der Veranstaltung unter www.wko.info/wien-tagderbestattung.

Schlagworte

#Bestatter#Bestattung#Digitalisierung#Individualisierung#Nachhaltigkeit#UNESCO#Wien

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