Am 20. November 2025 wurde das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) vom Ministerrat in Österreich beschlossen. Eine zentrale Neuerung betrifft die Netzentgelte für Einspeiser, die künftig nicht mehr von kleinen Photovoltaikanlagen bis zu einer Leistung von 7 kW erhoben werden. Diese Entscheidu
Am 20. November 2025 wurde das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) vom Ministerrat in Österreich beschlossen. Eine zentrale Neuerung betrifft die Netzentgelte für Einspeiser, die künftig nicht mehr von kleinen Photovoltaikanlagen bis zu einer Leistung von 7 kW erhoben werden. Diese Entscheidung hat weitreichende Auswirkungen auf die Stromspendeninitiative der Caritas St. Pölten und Robin Powerhood, die überschüssigen Sonnenstrom an bedürftige Haushalte und soziale Einrichtungen weiterleitet.
Das ElWG bringt Klarheit und Erleichterung für Besitzer von kleinen Photovoltaikanlagen. Die Befreiung von Netzkosten für Einspeisungen bis 7 kW ist ein starkes Signal, das die Stromspende als solidarisches Modell unterstützt. Christoph Riedl, Generalsekretär der Caritas St. Pölten, betont die Bedeutung dieser Regelung: „In Zeiten hoher Energiepreise ist jede gespendete Kilowattstunde eine wichtige Unterstützung für Familien und Einzelpersonen, die unter Energiearmut leiden.“
Energiearmut beschreibt die Situation, in der Haushalte ihre Wohnungen nicht ausreichend heizen oder kühlen können oder auf grundlegende elektrische Geräte verzichten müssen. Laut Statistik Austria ist bereits jeder zwanzigste Haushalt in Österreich von Energiearmut betroffen. Diese Haushalte stehen vor der Herausforderung, steigende Energiepreise zu bewältigen, ohne dabei auf grundlegende Lebensstandards zu verzichten.
Die Idee der Stromspende ist nicht neu, hat aber in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Ursprünglich als Nischenprojekt gestartet, hat sich die Stromspende zu einem wichtigen Instrument im Kampf gegen Energiearmut entwickelt. Die Kooperation zwischen der Caritas und Robin Powerhood, die seit Juni 2025 besteht, hat bereits erhebliche Erfolge erzielt. Im vergangenen Jahr wurden 300.000 kWh Sonnenstrom gespendet, was etwa 150.000 warmen Mahlzeiten entspricht.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich mit dem neuen ElWG einen entscheidenden Schritt gemacht. Während in Deutschland ähnliche Initiativen existieren, sind die regulatorischen Hürden dort oft höher. In der Schweiz hingegen sind Stromspenden weniger verbreitet, da dort der Fokus stärker auf Energieeffizienzmaßnahmen liegt.
Für die Bürger in Österreich bedeutet das ElWG eine direkte Entlastung. Besitzer kleiner Photovoltaikanlagen können weiterhin ohne zusätzliche Kosten einspeisen und somit Teil einer wachsenden Energiegemeinschaft werden. Für energiearme Haushalte bedeutet dies eine sofortige Unterstützung, da der gespendete Strom direkt in ihre Haushalte fließt. Ein Beispiel ist das Mutter-Kind-Haus der Caritas, das durch die Stromspenden erhebliche Einsparungen bei den Energiekosten verzeichnen kann.
Die Zahlen sprechen für sich: 300.000 kWh gespendeter Strom im letzten Jahr und eine wachsende Zahl von Teilnehmern zeigen das Potenzial der Stromspende. Die Caritas und Robin Powerhood arbeiten daran, dieses Modell weiter auszubauen und noch mehr Menschen zu erreichen.
Die Zukunft der Stromspende sieht vielversprechend aus. Mit der neuen Regelung im ElWG wird erwartet, dass mehr Menschen ihre überschüssige Solarenergie spenden. Die Caritas plant, das Projekt weiter auszubauen und neue Modelle zu entwickeln, um auch größere Spendenmengen kosteneffizient zu verwalten. Die Vision ist eine flächendeckende Energiegemeinschaft, die nachhaltig und solidarisch ist.
Das neue ElWG ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es unterstützt nicht nur die Stromspende, sondern fördert auch das Bewusstsein für solidarische Energienutzung. Die Caritas und Robin Powerhood laden alle Besitzer von Photovoltaikanlagen ein, Teil dieser Bewegung zu werden. Weitere Informationen und das Spendenformular finden sich unter www.caritas-stpoelten.at/stromspende. Werden auch Sie Teil der Energiegemeinschaft der Nächstenliebe!