Am 22. November 2025 markiert der Wiener Equal Pay Day erneut einen entscheidenden Moment im Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter. Dieses Datum macht sichtbar, wie tief die Einkommensungleichheit zwischen Frauen und Männern in Österreich verankert ist. Trotz Wiens relativ besserer Position m
Am 22. November 2025 markiert der Wiener Equal Pay Day erneut einen entscheidenden Moment im Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter. Dieses Datum macht sichtbar, wie tief die Einkommensungleichheit zwischen Frauen und Männern in Österreich verankert ist. Trotz Wiens relativ besserer Position mit einer Lohnlücke von 11 Prozent im Vergleich zu 18,3 Prozent österreichweit, bleibt klar: Gleichstellung ist kein Selbstläufer. Sie ist das Ergebnis konsequenter politischer und gewerkschaftlicher Arbeit.
Der Equal Pay Day ist ein international anerkanntes Datum, das die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern symbolisiert. In Wien fällt dieser Tag später im Jahr als in anderen Regionen Österreichs, was auf die fortschrittliche sozialdemokratische Politik der Stadt hinweist. Diese Politik stellt sicher, dass öffentliche Dienste wie Kinderbetreuung, Pflege und Bildung verlässlich, leistbar und ganztägig verfügbar sind. Der Bundesgeschäftsführer der FSG-younion, Erich Kniezanrek, betont, dass solche Dienste entscheidend für echte Gleichstellung sind.
Die Diskussion um die Lohnlücke ist nicht neu. Seit Jahrzehnten kämpfen Frauenorganisationen und Gewerkschaften für gleiche Bezahlung. In den 1970er Jahren wurde das Thema erstmals prominent in Österreich diskutiert. Damals lag die Lohnlücke noch bei über 30 Prozent. In den folgenden Jahrzehnten führten gesetzliche Maßnahmen und gesellschaftlicher Druck zu einer allmählichen Verringerung der Differenz. Dennoch zeigt der heutige Stand, dass noch viel zu tun ist.
Ein Blick über die Grenzen Wiens hinaus zeigt, dass die Stadt im Vergleich zu anderen Bundesländern besser dasteht. Während die Lohnlücke in Wien bei 11 Prozent liegt, beträgt sie in anderen Teilen Österreichs bis zu 20 Prozent. Im Vergleich zu Deutschland, wo der Gender Pay Gap bei etwa 19 Prozent liegt, und der Schweiz mit 18 Prozent, zeigt sich, dass Wien auf einem guten Weg ist, auch wenn die Herausforderungen groß bleiben.
Die Auswirkungen der Lohnungleichheit sind vielfältig. Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer, was sich auf ihre finanzielle Unabhängigkeit und Altersvorsorge auswirkt. Ein Beispiel: Eine Frau, die 30 Jahre lang 10 Prozent weniger verdient als ihr männlicher Kollege, verliert nicht nur Einkommen, sondern auch Rentenansprüche. Diese Ungleichheit hat auch gesellschaftliche Folgen, da sie die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen einschränkt und soziale Ungerechtigkeit perpetuiert.
Laut einer Studie der Statistik Austria beträgt die durchschnittliche Lohnlücke in Österreich 18,3 Prozent. In Wien liegt sie bei 11 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass trotz Fortschritten noch erheblicher Handlungsbedarf besteht. Der öffentliche Sektor spielt eine Schlüsselrolle bei der Schließung dieser Lücke, indem er gleiche Chancen und Bezahlung fördert.
Die FSG-younion fordert, dass der öffentliche Sektor nicht dem Diktat von Sparlogiken oder Privatisierungsfantasien geopfert werden darf. Öffentliche Dienste sind kein Kostenfaktor, sondern das Fundament sozialer Gerechtigkeit. Die Zukunftsperspektive sieht vor, dass durch Investitionen in die Daseinsvorsorge die Lohnlücke weiter geschlossen werden kann. Langfristig ist das Ziel, den Equal Pay Day überflüssig zu machen, indem Frauen und Männer gleich viel verdienen.
Der Wiener Equal Pay Day 2025 ist ein Weckruf, der zeigt, dass Gleichstellung nur durch gezielte politische Maßnahmen erreicht werden kann. Die FSG-younion und andere Organisationen kämpfen weiter für gleiche Bezahlung und soziale Gerechtigkeit. Es bleibt zu hoffen, dass durch verstärkte Bemühungen und Investitionen in den öffentlichen Sektor die Lohnlücke bald der Vergangenheit angehört. Was denken Sie? Welche Maßnahmen würden Sie für notwendig halten, um die Gleichstellung in Österreich voranzutreiben?