Am 3. Dezember 2025 versammelten sich in Wien über 500 Entscheidungsträger:innen, Ökonomen und Vordenker beim Time to Decide Europe Summit. Diese hochkarätige Veranstaltung, organisiert von der ERSTE Stiftung und dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), fokussierte sich auf die dringe
Am 3. Dezember 2025 versammelten sich in Wien über 500 Entscheidungsträger:innen, Ökonomen und Vordenker beim Time to Decide Europe Summit. Diese hochkarätige Veranstaltung, organisiert von der ERSTE Stiftung und dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), fokussierte sich auf die dringende Notwendigkeit, dass Europa mutige Entscheidungen trifft, um im globalen Wettbewerb relevant zu bleiben.
Die Eröffnung der Konferenz durch die österreichische Bundesministerin für Europäische und internationale Angelegenheiten, Beate Meinl-Reisinger, unterstrich die Dringlichkeit: Europa muss Einheit, Geschwindigkeit und Entschlossenheit zeigen, um nicht zu einem Museum der Vergangenheit zu verkommen. Diese Worte setzten den Ton für die nachfolgenden Diskussionen.
Ein zentraler Diskussionspunkt war die wirtschaftliche und politische Relevanz Europas. Andreas Treichl, ehemaliger CEO der Erste Group, betonte die Notwendigkeit einer echten Kapitalmarktunion und die Schaffung transparenter Wettbewerbsbedingungen. Der Abbau bürokratischer Hürden, die Innovation hemmen, wurde als entscheidend angesehen. Marie-Helene Ametsreiter von Speedinvest hob die Mobilisierung von Pensionsfonds als Schlüssel zur Förderung von Investitionen hervor.
Ebtesam Al-Ketbi, Präsidentin des Emirates Policy Center, verglich die europäische Bürokratie mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo die Gründung eines Unternehmens nur eine Stunde dauert. Dieser Vergleich verdeutlichte die Notwendigkeit, europäische Prozesse zu straffen.
Tomáš Sedláček, Direktor der Václav-Havel-Bibliothek, schlug vor, dem demografischen Rückgang durch Braingain zu begegnen. Europa sollte der attraktivste Ort zum Leben werden, um talentierte Menschen anzuziehen und zu halten.
Ein weiteres zentrales Thema waren die transatlantischen Beziehungen. Die strukturellen Veränderungen in der US-Politik und deren Auswirkungen auf Europas Sicherheit und Identität wurden intensiv diskutiert. Rafal̸ Trzaskowski, Bürgermeister von Warschau, betonte die Notwendigkeit, Europas Relevanz in einer sich wandelnden politischen Landschaft zu bewahren.
Francis Fukuyama, renommierter Politikwissenschaftler, warnte, dass Europa nur ernst genommen wird, wenn es militärisch stark ist. Diese Ansicht stieß auf Widerstand, da eine Aufrüstung den europäischen Green Deal gefährden könnte. Die Debatte offenbarte tiefe Meinungsverschiedenheiten darüber, wie Europa auf globale Machtverschiebungen reagieren sollte.
Die Rolle kleinerer Staaten in der Gestaltung der europäischen Zukunft wurde ebenfalls erörtert. Angesichts der Erosion multilateraler Normen müssen kleinere Länder mehr Verantwortung übernehmen und Zusammenarbeit fördern, um Stabilität zu sichern.
Misha Glenny, Rektor des IWM, warnte eindringlich, dass in Europa die Alarmglocken schrillen sollten. Um die bevorstehenden Herausforderungen zu bewältigen, ist Zusammenarbeit unerlässlich. Die Konferenz, moderiert von Judy Dempsey von Carnegie Europe, umfasste hochrangige Diskussionen unter der Leitung von Martina Dalić, Rafal̸ Trzaskowski und Edi Rama.
Der Time to Decide Europe Summit 2025 zeigte deutlich, dass Europa vor großen Herausforderungen steht. Mutige Entscheidungen und eine verstärkte Zusammenarbeit sind unerlässlich, um die Zukunft des Kontinents zu sichern.
Weitere Informationen und der Livestream der Veranstaltung sind verfügbar unter: Time To Decide Europe Summit 2025 - ERSTE Stiftung