Am 9. Dezember 2025 fand in Wien eine entscheidende Diskussion über die Zukunft der europäischen Forschung statt. Die Europäische Kommission hat im Juli den ersten Vorschlag für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028-34 vorgelegt, der den EU Competitiveness Fonds (ECF) und das EU-Forschun
Am 9. Dezember 2025 fand in Wien eine entscheidende Diskussion über die Zukunft der europäischen Forschung statt. Die Europäische Kommission hat im Juli den ersten Vorschlag für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028-34 vorgelegt, der den EU Competitiveness Fonds (ECF) und das EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe 2028-34 umfasst. Diese Programme sollen Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Innovationskraft fördern. Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren, und Österreich spielt dabei eine zentrale Rolle.
Horizon Europe ist das Flaggschiff der EU für Forschung und Innovation. Mit einem geplanten Budget von 175 Milliarden Euro soll es die wissenschaftliche Basis Europas stärken. Der Fokus liegt auf kollaborativer Forschung, die durch Partnerschaften zwischen Universitäten, Unternehmen und Forschungseinrichtungen realisiert wird. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend für die Entwicklung neuer Technologien und die Bewältigung globaler Herausforderungen.
Österreich ist ein Nettoempfänger im EU-Forschungsrahmenprogramm und hat seit 2021 bereits 1,6 Milliarden Euro an Rückflüssen erhalten. Diese Mittel fließen vor allem in die zweite Programmsäule, die kollaborative Forschung. Die österreichische Bundesregierung ist gefordert, sich in den Verhandlungen für eine starke finanzielle Ausstattung des Programms einzusetzen, um den Forschungsstandort Europa weiter voranzubringen.
Die EU-Forschungsrahmenprogramme haben eine lange Geschichte, die bis in die 1980er Jahre zurückreicht. Seitdem wurden sie kontinuierlich ausgebaut, um den technologischen Fortschritt in Europa zu fördern. Horizon Europe ist das neunte Programm dieser Art und baut auf den Erfolgen seiner Vorgänger auf. Mit jedem neuen Programm wurden die Budgets erhöht und die Schwerpunkte neu justiert, um den sich wandelnden Anforderungen der globalen Wirtschaft gerecht zu werden.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich eine einzigartige Position. Während Deutschland als einer der größten Nettozahler in der EU eine andere Verhandlungsposition einnimmt, profitiert Österreich als Nettoempfänger direkt von den Rückflüssen. Die Schweiz, die nicht Mitglied der EU ist, hat eigene bilaterale Abkommen, um an Horizon Europe teilzunehmen. Dies zeigt die Vielfalt der Strategien, die europäische Länder verfolgen, um ihre Forschungslandschaft zu stärken.
Die Auswirkungen von Horizon Europe auf die Bürger sind vielfältig. Durch die Förderung von Forschung und Innovation entstehen neue Arbeitsplätze, insbesondere in der Hightech-Industrie. Start-ups und Scale-ups profitieren von den Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E), was zu einem dynamischen Wirtschaftswachstum führt. Ein Beispiel ist die Entwicklung neuer umweltfreundlicher Technologien, die nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen.
Die Europäische Kommission plant, das Budget für Horizon Europe auf 200 Milliarden Euro zu erhöhen. Diese Investition soll sicherstellen, dass Europa im globalen Technologiewettbewerb mithalten kann. Eine Studie zeigt, dass jeder Euro, der in Forschung und Entwicklung investiert wird, das Potenzial hat, das Zehnfache an wirtschaftlichem Nutzen zu generieren. Dies unterstreicht die Bedeutung von Horizon Europe für die europäische Wirtschaft.
Die Zukunft von Horizon Europe sieht vielversprechend aus. Die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen wird neue Innovationen hervorbringen. Die EU-FTI-Partnerschaften spielen dabei eine zentrale Rolle, indem sie strategisch wichtige Forschungsprojekte fördern. Diese Partnerschaften ermöglichen es Unternehmen, aktiv an der Forschung teilzunehmen und ihr Know-how direkt in die Entwicklung neuer Technologien einzubringen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Horizon Europe ein entscheidendes Instrument für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas ist. Die österreichische Bundesregierung hat die Chance, durch eine aktive Teilnahme an den Verhandlungen eine führende Rolle in der europäischen Forschungslandschaft zu spielen. Die Bürger profitieren von den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteilen, die aus den Investitionen in Forschung und Innovation resultieren.
Wie wird sich Horizon Europe in den kommenden Jahren entwickeln? Wird Österreich seine Position als führender Forschungsstandort in Europa weiter ausbauen können? Diese Fragen werden die nächsten Jahre prägen und zeigen, wie wichtig eine starke europäische Forschungspolitik ist.