Am 25. Juli wird ganz Österreich um 15 Uhr von einem besonderen Klang erfüllt sein: Die Kirchenglocken in katholischen Pfarrgemeinden werden für fünf Minuten läuten, um ein hörbares Zeichen gegen den weltweiten Hunger zu setzen. Diese Aktion, die von der Bischofskonferenz beschlossen und von der Car
Am 25. Juli wird ganz Österreich um 15 Uhr von einem besonderen Klang erfüllt sein: Die Kirchenglocken in katholischen Pfarrgemeinden werden für fünf Minuten läuten, um ein hörbares Zeichen gegen den weltweiten Hunger zu setzen. Diese Aktion, die von der Bischofskonferenz beschlossen und von der Caritas initiiert wurde, soll nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch zum Engagement gegen den Hunger sowie für globale Gerechtigkeit und Klimaschutz aufrufen.
Die Wahl der Uhrzeit ist kein Zufall. Das Läuten zur Sterbestunde Jesu, einem wichtigen Moment im christlichen Glauben, soll als geistliches Zeichen der Solidarität dienen. Es erinnert an die Millionen Menschen weltweit, die täglich Hunger leiden oder an den Folgen von Hunger sterben. Laut Caritas sind dies aktuell 733 Millionen Menschen, eine Zahl, die seit der Corona-Pandemie dramatisch gestiegen ist. Fast jeder dritte Mensch hat keinen gesicherten Zugang zu Nahrungsmitteln, wobei die Klimakrise als Hauptursache gilt.
Hunger ist in Europa heute kaum mehr vorstellbar, doch war dies nicht immer so. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Hunger in vielen europäischen Ländern eine bedrückende Realität. Kriege und wirtschaftliche Krisen führten zu Nahrungsmittelknappheit und Hunger. Die Erinnerung daran mag in Europa verblasst sein, doch in anderen Teilen der Welt ist Hunger immer noch ein alltägliches Schicksal. Salzburgs Erzbischof und Vorsitzender der Bischofskonferenz, Franz Lackner, betont, dass Hunger ein „gnadenloser Begleiter von Krieg und Not“ sei, der besonders die Schwächsten treffe.
Während Europa heute weitgehend von Hunger verschont bleibt, sieht die Situation in vielen afrikanischen und asiatischen Ländern anders aus. In Ländern wie Syrien, dem Libanon, Ägypten oder Burundi, wo die Caritas Hilfsprojekte unterstützt, sind Hunger und Mangelernährung weit verbreitet. Diese Länder sind oft von politischen Instabilitäten, wirtschaftlichen Krisen und den Folgen des Klimawandels betroffen.
Was bedeutet das Glockenläuten nun konkret für die Menschen in Österreich? Zunächst ist es ein Aufruf zur Solidarität und ein Anstoß, sich mit der globalen Problematik des Hungers auseinanderzusetzen. Die Aktion soll das Bewusstsein schärfen und die Bereitschaft fördern, sich für eine gerechtere Welt einzusetzen. Die Caritas organisiert dazu zahlreiche Veranstaltungen, darunter Spendenaktionen und Informationsveranstaltungen, um die Bevölkerung zu mobilisieren.
Ein Experte für soziale Gerechtigkeit betont: „Solche Aktionen sind wichtig, um das Bewusstsein zu schärfen. Sie erinnern uns daran, dass wir Teil einer globalen Gemeinschaft sind, in der wir uns gegenseitig unterstützen müssen.“
Die Kirche spielt eine zentrale Rolle bei dieser Aktion. Allein in der Erzdiözese Salzburg werden mehr als 300 Kirchenglocken zu hören sein, österreichweit in rund 3.000 Pfarren. Mit dieser landesweiten Aktion will man ein „lautstarkes Signal gegen den weltweiten Hunger“ setzen, wie Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler erklärt. Sie beschreibt den Hunger als „eine Tragödie unserer Zeit“ und als Ausdruck mangelnden globalen Zusammenhalts.
Das Glockenläuten ist Teil der diesjährigen Hungerkampagne der Caritas, die von den diözesanen Caritas-Organisationen durchgeführt wird. Neben den Glockenläuten finden Kirchensammlungen, Gottesdienste und weitere Spendenaktionen statt. Mit den gesammelten Geldern werden Hilfsprojekte in besonders betroffenen Regionen unterstützt.
Hunger ist nicht nur ein humanitäres Problem, sondern auch ein politisches. Die Ursachen sind vielschichtig und reichen von klimatischen Veränderungen über politische Konflikte bis hin zu wirtschaftlichen Ungleichheiten. Die Vereinten Nationen haben das Ziel, den Hunger bis 2030 weltweit zu beenden. Doch die aktuelle Situation zeigt, dass es noch ein weiter Weg ist.
Die Klimakrise verschärft die Situation zusätzlich. Extremwetterereignisse, Dürren und Überschwemmungen führen zu Ernteausfällen und Nahrungsmittelknappheit. Dies trifft besonders ärmere Länder, die weniger Ressourcen haben, um sich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen.
Die Aktion am 25. Juli ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch sie kann nur ein Anfang sein. Es braucht langfristige Strategien und internationale Zusammenarbeit, um den Hunger nachhaltig zu bekämpfen. Bildung, der Zugang zu Ressourcen und die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft sind Schlüssel, um die Ernährungssicherheit zu verbessern.
Die Bekämpfung des Hungers ist eng mit politischen Entscheidungen verknüpft. Internationale Abkommen und Kooperationen sind notwendig, um effektive Maßnahmen umzusetzen. Österreich kann dabei eine wichtige Rolle spielen, indem es sich auf europäischer und globaler Ebene für gerechtere Handelsbedingungen und Klimaschutz einsetzt.
Am 25. Juli werden die Glocken in Österreich läuten, um ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen, das uns alle daran erinnern soll, dass wir nicht untätig bleiben dürfen. Denn der Kampf gegen den Hunger ist eine Aufgabe, die uns alle betrifft.
Quelle: Kathpress