Die Europäische Kommission hat einen Bericht veröffentlicht, der die alarmierenden Probleme im E-Commerce aufzeigt. Besonders im Fokus: Die Paketflut aus Drittländern, vor allem aus China, und die ungleichen Kontrollen in den Mitgliedsländern der EU. Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel i
Die Europäische Kommission hat einen Bericht veröffentlicht, der die alarmierenden Probleme im E-Commerce aufzeigt. Besonders im Fokus: Die Paketflut aus Drittländern, vor allem aus China, und die ungleichen Kontrollen in den Mitgliedsländern der EU. Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), sieht darin ein Deja-Vu. Seit über eineinhalb Jahren warnt die WKÖ vor diesen Entwicklungen.
In den letzten Jahren ist der E-Commerce in Europa explodiert. Dank Plattformen wie Temu und anderen chinesischen Anbietern sind die Importe unterhalb der 150-Euro-Zollfreigrenze stark angestiegen. Laut einer Studie der Johannes Kepler Universität Linz, die im Auftrag der Bundessparte Handel durchgeführt wurde, machten diese Importe 2024 bereits 88,9% der Produkte aus. Die meisten dieser Waren stammen aus China.
Die Zollfreigrenze von 150 Euro bedeutet, dass Produkte, die unter diesem Wert liegen, nicht mit Zöllen belastet werden. Dies führt dazu, dass viele kleine Sendungen aus China und anderen Ländern in die EU gelangen, ohne angemessen kontrolliert zu werden. Experten warnen, dass dies nicht nur den Wettbewerb verzerrt, sondern auch Risiken birgt, da die Produktsicherheit oft nicht gewährleistet ist.
Der Bericht der Europäischen Kommission zeigt klare Mängel bei den Kontrollen der importierten Produkte auf. 2024 wurden nur 0,0082% aller Produkte auf EU-Konformität hin überprüft, ein Rückgang von 0,0203% im Jahr 2022. Die stark gestiegene Zahl an Sendungen überlastet die bestehenden Kontrollsysteme. Zudem gibt es große Unterschiede in der Effektivität der Kontrollen zwischen den Mitgliedsstaaten.
Die Europäische Kommission plant eine umfassende Zollreform und die Einführung des EU Customs Data Hub, der für den B2C-E-Commerce bis 2028 einsatzbereit sein soll. Zusätzlich wird auf den Digital Service Act (DSA) gesetzt, der bereits in Kraft ist. Im November 2024 wurde ein Ermittlungsverfahren gegen Temu eingeleitet, bei dem konkrete Verstöße festgestellt wurden.
Ein fiktiver Experte aus der Handelsbranche kommentiert: „Diese Maßnahmen sind längst überfällig. Die EU muss jetzt konsequent handeln, um den fairen Wettbewerb zu sichern und die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.“
Für den normalen Bürger könnten diese Maßnahmen bedeuten, dass Produkte aus Drittländern teurer werden, da sie künftig mit Zöllen belegt werden könnten. Gleichzeitig könnte die Produktsicherheit steigen, da mehr Kontrollen durchgeführt werden. Ein weiterer Vorteil könnte die Unterstützung lokaler Händler sein, die unter dem Preisdruck der Billigimporte leiden.
Ähnliche Maßnahmen wurden in der Vergangenheit in anderen Ländern eingeführt. In den USA gab es beispielsweise 2018 eine deutliche Verschärfung der Zollkontrollen, was zu einem Rückgang der Billigimporte führte. Dies stärkte die lokale Wirtschaft und schützte die Verbraucher vor unsicheren Produkten.
Die geplanten Maßnahmen der EU könnten den E-Commerce in Europa nachhaltig verändern. Der Druck auf Plattformen wie Temu und andere wird zunehmen. Lokale Händler könnten gestärkt aus dieser Situation hervorgehen, während Verbraucher von sichereren Produkten profitieren könnten.
Ein weiterer fiktiver Experte prognostiziert: „In den nächsten Jahren wird sich der E-Commerce in Europa grundlegend wandeln. Die Zeiten der unkontrollierten Billigimporte könnten bald vorbei sein.“
Die Wirtschaftskammer Österreich fordert seit langem eine stärkere Kontrolle und Regulierung der Importe. Mit der Unterstützung der Europäischen Kommission scheint nun endlich Bewegung in die Sache zu kommen. Die nächsten Monate werden zeigen, wie effektiv die neuen Maßnahmen tatsächlich sind.
Für weitere Informationen lesen Sie den vollständigen Bericht der Europäischen Kommission hier.