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Totschnig fordert mehr Frauen in Regionalpolitik

Landwirtschaftsminister betont zentrale Rolle der Bäuerinnen zum Weltfrauentag

5. März 2026 um 11:01
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Minister Totschnig hebt die Leistungen der Bäuerinnen hervor und fordert mehr weibliche Entscheidungskraft in der Regionalpolitik.

Anlässlich des Weltfrauentags hat Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig die zentrale Bedeutung von Frauen in der österreichischen Land- und Forstwirtschaft betont. Der Minister fordert eine stärkere Einbindung von Frauen in politische Entscheidungsprozesse und mehr Anerkennung für ihre Leistungen.

Bäuerinnen als tragende Säule der Landwirtschaft

"Wer über die Zukunft unserer Höfe spricht, muss über die Realität der Bäuerinnen sprechen", so Totschnig. "Sie halten Betriebe am Laufen, oft ohne große Bühne. Vieles würde ohne sie nicht funktionieren." Der Minister betont die Notwendigkeit, Strukturen zu stärken und Frauen "in die erste Reihe zu holen".

Diese Aussagen gewinnen zusätzlich an Bedeutung vor dem Hintergrund, dass 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin erklärt wurde. Dieses Jahr soll weltweit die Leistungen, Innovationskraft und gesellschaftliche Bedeutung von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar machen.

Mehrfachbelastung als tägliche Herausforderung

Die Realität der Bäuerinnen ist geprägt von enormer Mehrfachbelastung. Laut Statistik Austria leisten Frauen durchschnittlich rund vier Stunden unbezahlte Arbeit pro Tag. In landwirtschaftlichen Betrieben steigt dieser Wert nach Angaben der Bäuerinnenorganisationen sogar auf bis zu fünf Stunden an.

Diese Belastung betrifft nicht nur die Frauen selbst, sondern hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte Familie und den Betrieb. "Wenn Frauen diesem Druck nicht mehr standhalten können, gerät nicht nur das familiäre Gleichgewicht ins Wanken, sondern auch der landwirtschaftliche Betrieb", warnt das Landwirtschaftsministerium.

Verantwortung am Hof und in der Familie

Bäuerinnen tragen täglich Verantwortung in mehreren Bereichen: am landwirtschaftlichen Betrieb selbst, in der Familie und darüber hinaus in der Gesellschaft. Diese Dreifachbelastung stellt eine besondere Herausforderung dar, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft zu wenig Beachtung findet.

Unterrepräsentation in der Regionalpolitik

Obwohl bereits mehr als jeder dritte Hof in Österreich von einer Frau geführt wird, spiegelt sich diese Präsenz nicht in der politischen Landschaft wider. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nur 11,6 Prozent der Bürgermeisterämter sind weiblich besetzt, und lediglich etwa ein Viertel der Sitze in den Gemeinderäten wird von Frauen eingenommen.

"Wer starke Regionen will, muss daher auch Frauen konsequent in politische Entscheidungsprozesse einbinden", fordert Totschnig. Diese Forderung unterstreicht die Diskrepanz zwischen der praktischen Bedeutung von Frauen in der Landwirtschaft und ihrer politischen Repräsentation.

Gleichstellung als Erfolgsfaktor

Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger betont den praktischen Nutzen einer stärkeren Einbindung von Frauen: "Bäuerinnen tragen auf ihren Höfen Verantwortung für Lebensmittel, Ressourcen und die Weiterentwicklung der Betriebe. Wenn sie auch in Gremien und Entscheidungsprozessen vertreten sind, entstehen Lösungen, die näher an der Realität der Landwirtschaft sind."

Vielfalt als Innovationstreiber

Internationale Studien belegen den Zusammenhang zwischen Diversität in Entscheidungsprozessen und besseren Ergebnissen. "Unterschiedliche Perspektiven führen zu besseren Ergebnissen, stärken die Innovationskraft und fördern eine nachhaltige Entwicklung", erklärt Neumann-Hartberger.

Programme wie "ZAMm unterwegs" mit dem Lehrgang "Professionelle Vertretungsarbeit im ländlichen Raum" zeigen bereits das vorhandene Potenzial auf. Diese Initiativen demonstrieren, wie sich Frauen vernetzen, voneinander lernen und Verantwortung übernehmen können.

Frauen als Innovationstreiber

Minister Totschnig hebt die Rolle der Frauen als Innovationstreiber hervor: "Frauen sind treibende Kräfte bei der Weiterentwicklung unserer Höfe. Sie stoßen Diversifizierung an, bringen Innovationen auf den Weg und denken Landwirtschaft ganzheitlich weiter."

Diese ganzheitliche Betrachtungsweise ist besonders wichtig in Zeiten des Klimawandels und der Notwendigkeit nachhaltiger Bewirtschaftung. Frauen bringen oft andere Perspektiven in die Betriebsführung ein, die zu nachhaltigeren und innovativeren Lösungen führen können.

Strukturelle Verbesserungen notwendig

Neben der politischen Partizipation sieht Totschnig auch strukturelle Verbesserungen als notwendig an. Dazu gehört der Ausbau attraktiver Arbeitsplätze in den Regionen sowie die Verbesserung der Kinderbetreuung und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige.

Diese Maßnahmen sind essentiell, um die Mehrfachbelastung der Frauen zu reduzieren und ihnen mehr Möglichkeiten zur gesellschaftlichen und politischen Teilhabe zu eröffnen.

Positive Entwicklungen in der Ausbildung

Eine ermutigende Entwicklung zeigt sich in den Höheren Landwirtschaftlichen Schulen, wo der Frauenanteil bereits bei rund 50 Prozent liegt. Diese ausgewogene Verteilung unterstreicht, dass sich immer mehr Frauen bewusst für eine Ausbildung in der Landwirtschaft entscheiden.

Weiblicher Nachwuchs prägt die Zukunft

Auch in den land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen ist bereits mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler weiblich. Bei Lehr- und Facharbeiterabschlüssen nähert sich der Frauenanteil der 50-Prozent-Marke. Diese Entwicklung zeigt, dass "die Landwirtschaft von morgen klar weiblich geprägt" ist, wie das Ministerium betont.

Österreich im internationalen Vergleich

Mit über 36.000 von Frauen geführten Betrieben liegt Österreich im internationalen Vergleich im Spitzenfeld. Mit 36 Prozent Betriebsleiterinnen belegt Österreich EU-weit den vierten Platz. In Deutschland sind es nur 11 Prozent, in der Schweiz sogar nur 7 Prozent.

Besonders stark ist die weibliche Präsenz in Oberösterreich und Salzburg, wo der Anteil der von Frauen geführten Höfe bei jeweils 42 Prozent liegt.

Ausblick und Forderungen

Die Statements zum Weltfrauentag machen deutlich, dass trotz der bereits erreichten Fortschritte noch erheblicher Handlungsbedarf besteht. Die Forderung nach mehr weiblicher Beteiligung in politischen Entscheidungsprozessen steht im Zentrum der Diskussion.

Das Internationale Jahr der Bäuerin 2026 bietet eine wichtige Plattform, um die Leistungen und Bedeutung von Frauen in der Landwirtschaft noch stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Gleichzeitig müssen konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um strukturelle Hürden abzubauen und die Gleichstellung zu fördern.

"Ihre Sicht ist unverzichtbar, weil sie mit ihren Kompetenzen und Erfahrungen wichtige Perspektiven einbringen", so das abschließende Urteil des Landwirtschaftsministers über die Rolle der Frauen in der österreichischen Landwirtschaft und Regionalpolitik.

Schlagworte

#Landwirtschaft#Frauen#Politik#Gleichstellung#Regionalpolitik

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