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SPÖ fordert Lohntransparenz zum Weltfrauentag

Sabine Schatz sieht Gehaltsgeheimnisse als Hindernis für Gleichstellung

5. März 2026 um 16:51
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Die SPÖ-Frauensprecherin verlangt transparente Gehälter, verbindliche Frauenquoten und besseren Gewaltschutz für echte Gleichberechtigung.

Zum Weltfrauentag am 8. März richtet die SPÖ-Frauensprecherin Sabine Schatz deutliche Forderungen an die Bundesregierung: Nur mit transparenten Gehältern, verbindlichen Frauenquoten und verstärktem Gewaltschutz könne echte Gleichstellung erreicht werden. Die Sozialdemokratin sieht insbesondere in der Geheimhaltung von Einkommen ein zentrales Hindernis für faire Bezahlung von Frauen.

Gehaltsgeheimnisse verhindern Gleichberechtigung

"Solange Einkommen im Verborgenen bleiben, bleibt auch die Ungleichheit unsichtbar", kritisiert Schatz die derzeitige Praxis in österreichischen Unternehmen. Transparente Gehälter seien ein zentraler Hebel im Kampf gegen unfaire Lohnunterschiede. "Frauen müssen wissen, was ihre Arbeit wert ist und ob sie gerecht bezahlt werden", so die Nationalratsabgeordnete.

Die SPÖ-Politikerin verweist dabei auf strukturelle Benachteiligungen, denen Frauen sowohl am Arbeitsmarkt als auch bei der Verteilung unbezahlter Familienarbeit ausgesetzt sind. Mit einem Lohntransparenz-Gesetz wolle man dieser Ungerechtigkeit ein Ende setzen und endlich Klarheit in die Gehaltsstrukturen bringen.

Verbindliche Quoten statt Freiwilligkeit

Neben fairer Bezahlung fordert Schatz auch strukturelle Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen. Die Umsetzung der EU-Richtlinie "Women on Boards" noch in diesem Jahr bezeichnet sie als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Diese Richtlinie sieht vor, dass börsennotierte Unternehmen bis 2026 mindestens 40 Prozent Frauen in ihren Aufsichtsräten haben müssen.

"Wo Freiwilligkeit nicht reicht, braucht es verbindliche Quoten, etwa in Aufsichtsräten und Vorständen", betont die SPÖ-Frauensprecherin. Jahrelange Appelle an die Eigenverantwortung der Unternehmen hätten nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt, weshalb nun gesetzliche Vorgaben notwendig seien.

Frühe Förderung als Grundstein

Gleichzeitig müsse die Stärkung von Mädchen und Frauen bereits früh beginnen, so Schatz. Selbstvertrauen und ökonomische Kompetenz seien die Grundlagen für finanzielle Unabhängigkeit. Hier sieht die Politikerin sowohl das Bildungssystem als auch die Gesellschaft in der Pflicht, Mädchen zu ermutigen, sich auch für traditionell männlich dominierte Berufsfelder zu interessieren.

Besonders wichtig sei es, bereits in der Schule wirtschaftliche Zusammenhänge zu erklären und Mädchen zu zeigen, welche Karrierewege ihnen offenstehen. Nur so könne langfristig die Basis für mehr Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt geschaffen werden.

Gewaltschutz als gesellschaftliche Aufgabe

Ein weiterer zentraler Punkt in Schatz' Forderungskatalog ist der Schutz vor Gewalt. "Gewalt an Frauen darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben", stellt sie klar. Es sei die gesamtgesellschaftliche Verantwortung, hinzuschauen, zu handeln und Strukturen so zu verändern, dass Gewalt gegen Frauen gar nicht erst entstehe.

Die SPÖ-Politikerin würdigt in diesem Zusammenhang den Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen, den die Frauenministerin gestartet hat. Dieses umfassende Programm soll Gewalt an Frauen wirksam bekämpfen und präventive Maßnahmen stärken.

Druck auf die Bundesregierung

Mit ihren Forderungen setzt die SPÖ die Bundesregierung unter Druck, konkrete Schritte zur Gleichstellung zu unternehmen. Der Weltfrauentag dient dabei als symbolisches Datum, um auf die nach wie vor bestehenden Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu machen.

Besonders das Thema Lohntransparenz könnte in den kommenden Monaten an politischer Brisanz gewinnen. Während andere EU-Länder bereits entsprechende Gesetze erlassen haben, hinkt Österreich bei diesem Thema noch hinterher. Die SPÖ will dies ändern und setzt sich für rasche gesetzliche Regelungen ein.

Internationale Vorbilder

In anderen europäischen Ländern gibt es bereits erfolgreiche Beispiele für mehr Lohntransparenz. Island gilt als Vorreiter und hat 2018 ein Gesetz erlassen, das Unternehmen dazu verpflichtet, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit nachzuweisen. Auch Deutschland hat mit dem Entgelttransparenzgesetz erste Schritte unternommen, wenngleich die Wirksamkeit noch umstritten ist.

Die SPÖ orientiert sich an diesen internationalen Beispielen und fordert ähnliche Regelungen für Österreich. Nur durch gesetzliche Verpflichtungen könne die jahrzehntelang bestehende Lohnlücke zwischen Männern und Frauen endlich geschlossen werden.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Die Umsetzung von Lohntransparenz-Gesetzen bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Unternehmen befürchten zusätzlichen bürokratischen Aufwand und mögliche Konflikte unter den Beschäftigten. Gleichzeitig argumentieren sie, dass individuelle Gehaltsverhandlungen und Leistungsunterschiede berücksichtigt werden müssten.

Die SPÖ ist sich dieser Bedenken bewusst, sieht aber die Vorteile einer transparenten Gehaltsstruktur als überwiegend an. Nur wenn Frauen wüssten, was ihre Kollegen verdienten, könnten sie auch entsprechende Forderungen stellen und Diskriminierung aufdecken.

Der Weltfrauentag 2024 wird somit zu einem wichtigen politischen Datum, an dem die Weichen für mehr Gleichstellung in Österreich gestellt werden könnten. Die SPÖ hat mit ihren konkreten Forderungen einen klaren Fahrplan vorgelegt - nun liegt es an der Regierung, entsprechende Maßnahmen umzusetzen.

Schlagworte

#SPÖ#Weltfrauentag#Lohntransparenz#Gleichstellung#Frauenrechte

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