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Österreichischer GEMEINSCHAFTSPREIS 2025 geht an "Hobby Lobby"

Initiative für benachteiligte Jugendliche gewinnt Preis gegen Einsamkeit

16. März 2026 um 11:01
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Die Plattform gegen Einsamkeit zeichnet das Projekt "Hobby Lobby" aus, das kostenlosen Freizeitspaß für sozial benachteiligte Kinder bietet.

In der Vienna Grand Gallery in der Donaustadt wurde ein bedeutender Preis verliehen: Der Österreichische GEMEINSCHAFTSPREIS 2025 ging an das Projekt "Hobby Lobby", eine Initiative, die kostenlose Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Familien bereitstellt. Die Auszeichnung wurde bereits zum dritten Mal von der Plattform gegen Einsamkeit vergeben und rückt dabei eine oft übersehene Zielgruppe in den Fokus: junge Menschen.

Einsamkeit betrifft auch die Jüngsten

Die Initiative "Hobby Lobby" überzeugte eine unabhängige Fachjury aus 35 Einreichungen aus ganz Österreich. Das Projekt schafft Räume für Begegnung, Gemeinschaft und gesellschaftliche Teilhabe und ist mittlerweile von einer Wiener Initiative zu einem internationalen Projekt gewachsen, das an 15 Standorten in drei Ländern aktiv ist.

"Initiativen wie Hobby Lobby zeigen eindrucksvoll, wie wichtig niedrigschwellige Begegnungsräume für junge Menschen sind. Sie schaffen Gemeinschaft, stärken Selbstvertrauen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Einsamkeit", erklären Valeria Romme und Fiona Bourlos-May von der Plattform gegen Einsamkeit.

Die Auszeichnung lenkt die Aufmerksamkeit auf ein gesellschaftliches Problem, das oft übersehen wird. Nationale und internationale Studien zeigen zunehmend, dass Vereinsamung nicht nur ältere Menschen betrifft, sondern auch Jugendliche und junge Erwachsene. Die WHO und das österreichische Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz haben in aktuellen Berichten auf dieses wachsende Problem hingewiesen.

Gesellschaftliche Herausforderung erkennen

Bundesministerin Korinna Schumann unterstrich bei der Preisverleihung die gesellschaftliche Dimension des Themas: "Einsamkeit ist ein Thema, das unsere gesamte Gesellschaft betrifft. Sie ist weit mehr als ein individuelles Schicksal. Die vergangenen Jahre haben vor Augen geführt, wie verletzlich soziale Beziehungen sein können und wie stark Krisen unser Zusammenleben beeinflussen."

Die Ministerin betonte, dass Einsamkeit unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit hat und damit eine gesellschaftliche und gesundheitspolitische Herausforderung darstellt. Strukturelle Maßnahmen wie soziale Absicherung und eine aktive Arbeitsmarktpolitik seien ebenso wichtig wie alltägliche Begegnungen, Gespräche und niedrigschwellige Angebote.

Vielfältige Lösungsansätze

Die eingereichten Projekte spiegeln die große Vielfalt an Ansätzen gegen Einsamkeit in Österreich wider. Von niedrigschwelligen Begegnungsorten über Freizeitangebote und Community-Treffpunkte bis zu generationenübergreifenden Initiativen reicht das Spektrum der Lösungsansätze.

Neben dem Gewinnerprojekt "Hobby Lobby" standen vier weitere innovative Initiativen auf der Shortlist:

  • Achtsamer 8.
  • Bahnhofsmission – Tageszentrum am Bahnhof
  • neunerhaus Café
  • KULTurgut

Diese Bandbreite ist entscheidend, um unterschiedlichen Lebensrealitäten und Bedürfnissen von Menschen zu begegnen und sowohl bestehende Isolation zu überwinden als auch präventiv soziale Teilhabe zu stärken.

Plattform als nationale Anlaufstelle

Die Plattform gegen Einsamkeit in Österreich wurde 2021 gegründet und fungiert als nationale Anlaufstelle und Kompetenznetzwerk zum Thema Einsamkeit und soziale Isolation. Sie vernetzt Initiativen, bündelt Wissen und macht Unterstützungsangebote über eine österreichweite Angebotsdatenbank sichtbar.

Träger der Plattform ist der gemeinnützige Verein Social City Wien, der sich seit vielen Jahren mit psychosozialer Gesundheit und gesellschaftlichen Herausforderungen beschäftigt. Die Organisation erhält Unterstützung vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Das Ziel der Plattform ist es, Betroffene zu unterstützen, freiwilliges Engagement zu stärken und das gesellschaftliche Bewusstsein für Einsamkeit zu erhöhen. Durch die Vernetzung verschiedener Akteure und die Sichtbarmachung bestehender Angebote trägt sie dazu bei, dass Menschen in schwierigen Lebenssituationen leichter Hilfe finden können.

Breite politische Unterstützung

Die Preisverleihung fand unter Beteiligung hochrangiger politischer Vertreter statt. Neben Bundesministerin Korinna Schumann nahmen auch die Wiener Gemeinderät:innen Yvonne Rychly und Theo Löcker sowie der Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy an der Veranstaltung teil. Diese breite politische Unterstützung unterstreicht die Bedeutung, die dem Thema Einsamkeitsbekämpfung auf verschiedenen Ebenen beigemessen wird.

Ausblick auf 2026

Bereits jetzt können sich Interessierte den nächsten wichtigen Termin vormerken: Am 30. März 2026, dem nationalen Aktionstag gegen Einsamkeit, startet die nächste Einreichphase für den Österreichischen GEMEINSCHAFTSPREIS 2026. Die Wettbewerbsrunde läuft dann bis Ende September 2026.

Projekte und Initiativen aus ganz Österreich sind eingeladen, ihre Arbeit einzureichen und damit innovative Lösungen gegen Einsamkeit sichtbar zu machen. Die Organisatoren hoffen, auch im kommenden Jahr wieder eine Vielzahl kreativer und wirkungsvoller Projekte prämieren zu können.

Der Österreichische GEMEINSCHAFTSPREIS hat sich in den vergangenen Jahren als wichtige Plattform etabliert, um das Bewusstsein für Einsamkeit als gesellschaftliches Problem zu schärfen und gleichzeitig erfolgreiche Lösungsansätze zu würdigen. Durch die mediale Aufmerksamkeit und die Vernetzung der Akteure trägt der Preis dazu bei, dass bewährte Konzepte auch in anderen Regionen umgesetzt werden können.

Freiwilliges Engagement stärken

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Stärkung des freiwilligen Engagements. Wie Ministerin Schumann betonte, stärkt freiwilliges Engagement nicht nur die Gemeinschaft, sondern wirkt sich auch positiv auf Gesundheit und gesellschaftliche Beteiligung aus. Die ausgezeichneten Initiativen zeigen beispielhaft, wie engagierte Menschen durch ihre Arbeit wesentlich dazu beitragen können, Einsamkeit sichtbar zu machen, Barrieren abzubauen und ein solidarisches Miteinander zu fördern.

Die Erfolgsgeschichte von "Hobby Lobby" verdeutlicht, wie aus kleinen, lokalen Initiativen große Bewegungen entstehen können, die das Leben vieler Menschen positiv verändern. Von einem Wiener Projekt zu einer internationalen Initiative mit 15 Standorten – diese Entwicklung zeigt das Potenzial, das in engagierten Projekten gegen Einsamkeit steckt.

Schlagworte

#Einsamkeit#Soziales#Jugend#Gemeinschaft#Preisverleihung

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