Verein 'Tierschutz macht Schule' erweitert Unterrichtsheft um aktuelle Gefahren für heimische Wildtiere
Rasenmähroboter und Lichtquellen bedrohen Igel und Schmetterlinge. Neues Unterrichtsmaterial zeigt Kindern, wie sie Wildtieren helfen können.
Igel, Erdkröten und das Wiener Nachtpfauenauge – Europas größter Schmetterling – haben eines gemeinsam: Sie kämpfen ums Überleben in unseren Gärten. Der österreichische Verein "Tierschutz macht Schule" hat sein Unterrichtsmaterial "Tierprofi – Wildtiere" erweitert, um Kinder für die Bedürfnisse ihrer wilden Nachbarn zu sensibilisieren.
Was für Menschen praktisch erscheint, kann für Wildtiere zur tödlichen Falle werden. Rasenmähroboter, die auch in den Abendstunden ihre Runden drehen, stellen eine besondere Gefahr dar. "Amphibien wie Erdkröten sind dann aktiv, wenn diese Geräte noch laufen", erklärt das neue Unterrichtsmaterial. Auch Igel und andere kleine Säugetiere können von den automatischen Mähern schwer verletzt werden.
Pools und Regentonnen entwickeln sich häufig zu tödlichen Fallen. Wildtiere, die hineinfallen, können aufgrund der glatten Wände nicht mehr herausklettern und ertrinken. Ein Problem, das mit einfachen Mitteln gelöst werden könnte.
Besonders das Wiener Nachtpfauenauge, Europas größter Schmetterling, leidet unter der zunehmenden Lichtverschmutzung in Gärten. Nachtbeleuchtung stört nicht nur diesen prächtigen Falter, sondern viele andere Insektenarten in ihren natürlichen Verhaltensweisen.
Zusätzlich gefährdet Schneckenkorn, das gegen Nacktschnecken eingesetzt wird, sowohl Vögel als auch Igel. Diese nehmen das Gift über ihre Nahrung auf und können daran sterben.
Das erweiterte Unterrichtsheft zeigt konkrete Lösungsansätze auf. Ein wildtierfreundlicher Garten braucht vor allem nächtliche Dunkelheit. Regentonnen sollten abgedeckt werden, und bei Pools helfen einfache Bretter als Ausstiegshilfen für hineingefallene Tiere.
Auf den Einsatz von Gift im Garten sollte vollständig verzichtet werden. Rasenmähroboter dürfen nur tagsüber und auf kleinen Flächen verwendet werden, damit Wildtiere nachts ihre Ruhe haben.
Besonders wichtig sind "wilde Ecken" im Garten: Bereiche mit Totholz, heimischen Sträuchern und Kräutern bieten der heimischen Tierwelt wertvollen Lebensraum. Diese naturnahen Zonen sind oft wichtiger für den Artenschutz als perfekt gepflegte Rasenflächen.
Das Unterrichtsmaterial geht über den Gartenschutz hinaus. Ein eigenes Kapitel behandelt die Frage, ob und wie Tierschutz bei Jagd und Angeln möglich ist. Kinder lernen, worauf sie bei Greifvögelshows, Wildparks und Zoos achten können, um das Wohlbefinden der Tiere zu beurteilen.
Ein besonders wichtiges Thema ist "Wildlife Crime" – der illegale Handel mit geschützten Wildtieren und deren Produkten. Das Material klärt auf, warum es strafbar ist, aus dem Urlaub lebende Wildtiere oder daraus gefertigte Souvenirs mitzubringen.
Am Flughafen Wien-Schwechat arbeiten speziell ausgebildete Spürhunde, die Seepferdchen, Reptilien, Elfenbein und andere geschützte Arten oder deren Produkte erschnüffeln können. Diese Kontrollmaßnahmen sind ein wichtiger Baustein im internationalen Artenschutz.
Durch das gesamte Material führt die Comic-Figur Fredy Feder, ein Vogel, der komplexe Tierschutzthemen kindgerecht erklärt. "Das Heft mit vielen Rätselaufgaben und Aktionskarten nimmt die Kinder auf eine spannende Reise mit. Sie können ihre Umgebung mit den Augen der Wildtiere betrachten", erklärt Lea Mirwald, Geschäftsführerin des Vereins "Tierschutz macht Schule".
Diese Perspektivwechsel helfen Kindern dabei, Empathie für Wildtiere zu entwickeln und die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Tierwelt zu verstehen.
Das Unterrichtsheft "Tierprofi – Wildtiere" richtet sich an Schülerinnen und Schüler der dritten bis achten Schulstufe. Es ist in Klassenstärke kostenlos erhältlich, lediglich die Versandkosten müssen übernommen werden.
Zusätzlich zum gedruckten Material gibt es digitales Bonusmaterial, das den Unterricht ergänzt und weitere Vertiefungsmöglichkeiten bietet.
Interessierte Lehrkräfte können das Material über die Website www.tierschutzmachtschule.at bestellen. Für Rückfragen steht Mag. Daniela Lipka unter der Telefonnummer 0699-10450630 oder per E-Mail unter [email protected] zur Verfügung.
Der Verein "Tierschutz macht Schule" setzt mit diesem erweiterten Unterrichtsmaterial ein wichtiges Zeichen für den praktischen Tierschutz. Indem Kinder lernen, wie sie Wildtieren in ihrer direkten Umgebung helfen können, wird eine neue Generation für den Schutz der heimischen Fauna sensibilisiert.