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800-Millionen-Euro-Projekt bringt OÖ 422 Mio. Wertschöpfung

Economica-Studie belegt massive Wirtschaftsimpulse durch Stromnetz-Ausbau im Zentralraum Oberösterreich

19. März 2026 um 12:01
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Das größte Strominfrastrukturprojekt Oberösterreichs schafft 4.400 Arbeitsplätze und stärkt die regionale Wirtschaft nachhaltig.

Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Economica belegt die enormen wirtschaftlichen Auswirkungen des Stromnetz-Großprojekts im Zentralraum Oberösterreich. Die Investition von 800 Millionen Euro durch Austrian Power Grid AG (APG), Netz Oberösterreich und LINZ NETZ löst eine Bruttowertschöpfung von 422 Millionen Euro aus und sichert rund 4.400 Jahresarbeitsplätze in ganz Österreich.

Vervierfachung der Netzkapazität geplant

Das seit 2024 in Umsetzung befindliche Partnerprojekt "Sichere Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich" umfasst den Bau eines neuen 220-kV-Versorgungsrings sowie den Aus- und Umbau von insgesamt neun Umspannwerken. Dadurch steigt die Leistungsfähigkeit der Netze im Zentralraum von derzeit rund 780 MVA auf etwa 3.400 MVA - eine Vervierfachung der Anspeisekapazität.

"Umspannwerke sind enorm wichtig, um den Strom von der Stromautobahn, also den überregionalen Netzen, auf die Landstraße, die Verteilernetze, zu bringen", erklärt Gerhard Christiner, APG-Vorstandssprecher. "Sie ermöglichen es, Strom, insbesondere aus erneuerbaren Energien, künftig direkt, zuverlässig und in deutlich größerem Ausmaß in der Region zu nutzen."

Bedeutendstes Strominfrastrukturvorhaben Oberösterreichs

Das Projekt gilt als das bedeutendste Strominfrastrukturvorhaben in Oberösterreich und fungiert als Vorzeigemodell für die Rolle kapazitätsstarker Netze an modernen Wirtschafts- und Industriestandorten. Es schafft die Voraussetzungen für die Elektrifizierung der Industrie, insbesondere der regionalen Stahlindustrie, und ermöglicht die Integration erneuerbarer Energien sowie die Verfügbarkeit preisgünstigen Stroms.

Allein 2024 investieren die Projektpartner rund 140 Millionen Euro. Die APG plant bis 2034 österreichweit Investitionen von etwa neun Milliarden Euro in den Um- und Ausbau des Stromnetzes, davon rund 680 Millionen Euro im Jahr 2026.

Wirtschaftliche Auswirkungen im Detail

Die Economica-Studie zeigt beeindruckende volkswirtschaftliche Effekte auf. Die entstehenden 4.400 Jahresarbeitsplätze entsprechen etwa der Einwohnerzahl einer oberösterreichischen Gemeinde wie St. Georgen an der Gusen. Die Fiskaleffekte belaufen sich auf rund 136 Millionen Euro, was etwa 80 Prozent der österreichischen Kfz-Zulassungssteuer des Jahres 2024 entspricht.

"Die erzielte Bruttowertschöpfung von 422 Millionen Euro verteilt sich auf alle Bundesländer", erläutert Christian Helmenstein, Vorstandsmitglied bei Economica. "Die größten Effekte entfallen auf den Heimmarkt Oberösterreich mit rund 114 Millionen Euro, gefolgt von Wien mit etwa 86 Millionen Euro, Tirol mit rund 74 Millionen Euro und Niederösterreich mit rund 67 Millionen Euro."

Regionale Verteilung der Wertschöpfung

  • Oberösterreich: 114 Millionen Euro
  • Wien: 86 Millionen Euro
  • Tirol: 74 Millionen Euro
  • Niederösterreich: 67 Millionen Euro
  • Übrige Bundesländer: 81 Millionen Euro

Insgesamt werden rund 72 Prozent der Projektinvestition - das entspricht 585 Millionen Euro - in inländische Wertschöpfung übersetzt. Diese Zahlen belegen die kräftigen regionalen wie auch österreichweiten Wohlstandsimpulse durch Einkommen und Beschäftigung.

Standortfaktor für oberösterreichische Wirtschaft

Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner betont die strategische Bedeutung des Projekts: "Wer Ja zur Energiewende sagt, muss auch Ja zum Ausbau der Energieinfrastruktur sagen. Deshalb ist das Projekt 'Sichere Stromversorgung Zentralraum OÖ' ein Meilenstein für die Versorgungssicherheit in Oberösterreich und Dekarbonisierung der Industrie."

Das Projekt ermöglicht nicht nur die Dekarbonisierung der Stahlproduktion der voestalpine, sondern dient auch der Stromnetz-Abstützung des Zentralraums und des Mühlviertels. Mit mehr als einem Viertel der Gesamt-Bruttowertschöpfung entfallen 114 Millionen Euro auf Oberösterreich selbst, was die Bedeutung als wirtschaftlicher Turbo für das Bundesland unterstreicht.

Vorzeigemodell für die Energiewende

Das Projekt zeigt beispielhaft, wie die versorgungssichere und leistbare Energiewende gelingen kann. Innerhalb eines kleinen Radius entstehen die Voraussetzungen, um die Versorgungssicherheit einer der wirtschaftlich stärksten Regionen Österreichs zu erhöhen und die Basis für die Elektrifizierung wichtiger Industrien zu legen.

Gleichzeitig schafft das Vorhaben zusätzliche Kapazitäten für Speichertechnologien sowie den Betrieb großer Rechen- und Datenzentren - beides wesentlich für die Digitalisierung aller Lebensbereiche. Es verbessert die Einspeisemöglichkeiten erneuerbarer Energien und sorgt für die Verfügbarkeit preisgünstigen Stroms.

Zeitplan und Meilensteine

Seit 2024 sind die Bauarbeiten in vollem Gange und verlaufen planmäßig. Die ersten beiden Abschnitte werden bis Ende 2026 abgeschlossen, die weiteren Bauphasen beginnen 2027 und 2029. Die Gesamtfertigstellung ist für 2030 geplant.

Ein wichtiger Meilenstein ist das neue Umspannwerk Hütte Süd, das Ende 2026 in Betrieb geht. Es liegt am 220-kV-Versorgungsring und ermöglicht der regionalen Stahlindustrie künftig die Umstellung auf eine strombasierte Stahlerzeugung.

APG als Treiber der Energiewende

Austrian Power Grid, Österreichs unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber, verantwortet die sichere Stromversorgung des Landes. Das Unternehmen betreibt ein Netz mit einer Trassenlänge von etwa 3.500 Kilometern mit einem Team von rund 1.000 Spezialisten. Die Versorgungssicherheit lag 2025 bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten Spitzenfeld.

Die Investitionen der APG von 680 Millionen Euro für 2026 (nach 595 Millionen Euro 2025 und 440 Millionen Euro 2024) fungieren als Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der Energieziele Österreichs. Bis 2034 wird APG insgesamt rund neun Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.

Bedeutung für Österreichs Energiezukunft

Das Projekt im Zentralraum Oberösterreich ist mehr als nur ein Infrastrukturvorhaben - es ist ein zentraler Baustein für den Lebens- und Wirtschaftsstandort Oberösterreich und ein Musterbeispiel dafür, wie die Energiewende erfolgreich gelingen kann. Die Kombination aus Versorgungssicherheit, wirtschaftlichen Impulsen und Unterstützung der Dekarbonisierung macht es zu einem Leuchtturmprojekt für ganz Österreich.

Die Economica-Studie bestätigt, dass Investitionen in die Energieinfrastruktur nicht nur technisch notwendig, sondern auch wirtschaftlich höchst sinnvoll sind. Sie schaffen Arbeitsplätze, generieren Wertschöpfung und legen das Fundament für eine nachhaltige, wettbewerbsfähige Zukunft des Wirtschaftsstandorts Österreich.

Schlagworte

#Energiewende#Oberösterreich#Stromversorgung#Wirtschaft#APG

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