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Kreislaufwirtschaft erwirtschaftet 16,6 Mrd. Euro Umsatz

Österreich liegt bei Zirkularität über EU-Durchschnitt - Studie zeigt Potenzial für nachhaltiges Wachstum

23. März 2026 um 10:31
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Die österreichische Kreislaufwirtschaft zeigt beeindruckende Zahlen: 13.800 Unternehmen erwirtschaften 16,6 Milliarden Euro Umsatz jährlich.

Österreich positioniert sich zunehmend als Vorreiter in der europäischen Kreislaufwirtschaft. Eine aktuelle Studie von PwC Österreich, die in Zusammenarbeit mit dem Senat der Kreislaufwirtschaft der ARA durchgeführt wurde, belegt die beeindruckende wirtschaftliche Relevanz dieses Sektors für die österreichische Volkswirtschaft.

Beeindruckende Wirtschaftszahlen der Kreislaufwirtschaft

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Rund 13.800 Unternehmen mit etwa 50.900 Vollzeitäquivalenten erwirtschafteten zuletzt 16,6 Milliarden Euro Umsatz und eine Bruttowertschöpfung von 4,5 Milliarden Euro. Diese Kombination aus höherer Zirkularität, stabiler Beschäftigung und starker Wertschöpfung macht die Kreislaufwirtschaft zu einem wichtigen Pfeiler der österreichischen Wirtschaft.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der österreichischen Kreislaufquote: Sie ist seit 2012 um beeindruckende 75 Prozent auf 15,2 Prozent gestiegen und liegt damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 12,2 Prozent. Umweltminister Norbert Totschnig zeigt sich ambitioniert: "Bis 2030 wollen wir sie auf 18 Prozent erhöhen und die Kreislaufwirtschaft noch stärker in allen Bereichen verankern."

Materialflüsse zeigen positive Entwicklung

Die Studie analysierte auch die Materialflüsse in Österreich und förderte beeindruckende Ergebnisse zutage. 2023 stammten etwa 31 Millionen Tonnen beziehungsweise 13,1 Prozent des gesamten verarbeiteten Materials aus dem Recycling. Dies bedeutet eine deutliche Steigerung gegenüber 2021, als dieser Wert noch bei 9,5 Prozent lag.

Harald Hauke, Vorstandssprecher der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) und Koordinator des Senats der Kreislaufwirtschaft, betont die Widerstandsfähigkeit des Sektors: "Die aktuelle Studie zeigt, dass Kreislaufwirtschaft auch in konjunkturschwachen Zeiten widerstandsfähig ist. Wir befinden uns auf einem guten Weg in eine zirkuläre Zukunft."

Herausforderungen und Lösungsansätze

Im Rahmen der Studie wurden Interviews mit Vertretern aus Schlüsselsektoren wie Batterien & Fahrzeuge, Konstruktion & Gebäude, Kunststoffe, Abfallwirtschaft und Verpackungen geführt. Dabei kristallisierten sich wichtige Erfolgsfaktoren heraus: Design und Daten entscheiden maßgeblich über den Erfolg der Kreislaufwirtschaft.

Zirkuläres Produktdesign und transparente Produktdaten sind wesentliche Treiber der Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig erschweren sogenannte Trittbrettfahrer, die sich nicht an Vorgaben wie die Extended Producer Responsibility halten, zirkuläre Prozesse erheblich.

Rezyklatmarkt braucht stärkere Nachfrage

Agatha Kalandra, Vorstandsmitglied bei PwC Österreich, identifiziert einen kritischen Punkt: "Im Rahmen der Gespräche wurde zudem bestätigt, dass der Rezyklatmarkt eine stärkere Nachfrage braucht. Denn günstigere Primärrohstoffpreise und hohe Qualitätsanforderungen bremsen den Sekundärrohstoffmarkt."

Positiv hervorgehoben wurde hingegen der Impact von Künstlicher Intelligenz und modernisierter Recycling-Infrastruktur auf die Qualität und die Verfügbarkeit von Sekundärrohstoffen.

Kreislaufwirtschaft in der Industriestrategie

Für den Senat der Kreislaufwirtschaft ist das klare Bekenntnis zu Kreislaufwirtschaft und Recycling in der österreichischen Industriestrategie von entscheidender Bedeutung. Besonders wichtig ist die geplante Sicherung der Rohstoffsouveränität durch optimierte österreichische und europäische Ressourcennutzung sowie das Ziel, vermehrt nachhaltige Rohstoffe zu nutzen.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Planung digitaler Ressourcenplattformen mit Fokus auf den europäischen Handel von Sekundärrohstoffen und Rezyklaten, die an die öffentliche Beschaffung gekoppelt werden sollen. Dadurch wird die Nachfrage nach zirkulären Materialien erhöht und Investitionen sowie Wettbewerbsfähigkeit werden gesichert.

Strategischer Faktor für die Industrie

Robert Nagele, BILLA Vorstand und Senator im Senat der Kreislaufwirtschaft, unterstreicht die strategische Bedeutung: "Sekundärrohstoffe entwickeln sich zunehmend zu einem strategischen Faktor für die Industrie. Die Produktion und der Einsatz brauchen noch mehr Anreize, daher unterstützen wir es sehr, dass die Industriestrategie darauf abzielt."

EU-weite Rahmenbedingungen als Treiber

Die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft wird maßgeblich durch EU-weite Initiativen vorangetrieben. Der Green Deal, der Clean Industrial Deal, der Circular Economy Act und die neue Verpackungsverordnung verfolgen alle das Ziel, mehr Rohstoffe nachhaltiger im Kreislauf zu führen.

Diese Rahmenbedingungen schaffen nicht nur ökologische Vorteile, sondern sind auch für Europa und Österreich ein entscheidender Faktor, um die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit auszubauen.

Österreich als Umwelttechnologie-Standort

Minister Totschnig betont Österreichs führende Position: "Österreich zählt zu den führenden Standorten für Umwelttechnologie in der EU und hat das Potenzial, Vorreiter bei nachhaltiger Rohstoffpolitik zu sein." Diese Positionierung ist nicht nur aus ökologischer Sicht wichtig, sondern verschafft österreichischen Unternehmen auch bedeutende Wettbewerbsvorteile.

Die Kreislaufwirtschaft muss im Zentrum einer zukunftsfähigen Wirtschaft stehen – nicht nur um Ressourcen zu schonen und den Umwelt- und Klimaschutz zu stärken, sondern auch um wirtschaftliche Resilienz und Unabhängigkeit zu gewährleisten.

Planungssicherheit als Schlüssel zum Erfolg

Alle Beteiligten sind sich einig, dass klare Rahmenbedingungen und rechtliche Vorgaben notwendig sind, damit sich Investitionen in die Kreislaufwirtschaft langfristig lohnen. Die Konkretisierung der Industriestrategie wird als zentrale Maßnahme gesehen, um den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass die österreichische Kreislaufwirtschaft nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leistet, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor mit großem Zukunftspotenzial ist. Mit der richtigen politischen Unterstützung und den entsprechenden Rahmenbedingungen kann Österreich seine Vorreiterrolle in Europa weiter ausbauen und gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile generieren.

Schlagworte

#Kreislaufwirtschaft#Nachhaltigkeit#Recycling#Österreich#Umwelttechnologie

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