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Parlament weist Kritik zu Redoutensälen zurück

Parlamentsdirektion verteidigt Abwicklung des 12-Millionen-Euro-Projekts

24. März 2026 um 09:10
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Die Parlamentsdirektion reagiert auf Medienberichte über die Hofburg-Redoutensäle und stellt ihre Sicht der Sanierungsarbeiten dar.

Parlamentsdirektion wehrt sich gegen Medienberichte

Die österreichische Parlamentsdirektion hat sich gegen aktuelle Medienberichte über die Abwicklung der Sanierungsarbeiten in den Hofburg-Redoutensälen zur Wehr gesetzt. In einer offiziellen Stellungnahme weist die Behörde Vorwürfe zurück und beklagt mangelnde journalistische Sorgfalt bei der Berichterstattung.

Konkret bezieht sich die Kritik der Parlamentsdirektion auf Artikel des Kurier vom 20. und 21. März 2026 sowie einen Bericht der Austria Presse Agentur (APA) vom 23. März 2026. Diese hätten ein falsches Bild der Ereignisse rund um die Nutzung der Redoutensäle als Interimslokation während der Parlamentssanierung gezeichnet.

Umfangreiches Verwaltungsübereinkommen mit der Burghauptmannschaft

Während der mehrjährigen Sanierung des historischen Parlamentsgebäudes am Ring war das österreichische Parlament in die Hofburg ausgelagert. Für diese Interimslösung schloss die Parlamentsdirektion ein "umfangreiches Verwaltungsübereinkommen" mit der Burghauptmannschaft Österreich (BHÖ) ab, wie aus der aktuellen Stellungnahme hervorgeht.

Die Vereinbarung regelte nicht nur die Nutzung der prestigeträchtigen Räumlichkeiten, sondern auch die Modalitäten für deren Rückgabe nach Abschluss der Parlamentssanierung. Ein wesentlicher Punkt der Vereinbarung war dabei die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes der Redoutensäle.

Zeitplan der Rückgabe eingehalten

Nach Angaben der Parlamentsdirektion verlief die Abwicklung des Projekts planmäßig und ohne Streitigkeiten. Die ersten Flächen seien bereits am 28. Februar 2023 an die Burghauptmannschaft rückübergeben worden. Am 8. März 2024 wurde das gesamte Projekt dann "einvernehmlich und unstrittig abgeschlossen".

Ein zentraler Punkt der Verteidigung der Parlamentsdirektion betrifft die Frage des Rückbaus. Demnach war gemäß den ursprünglichen Vereinbarungen die Burghauptmannschaft für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes verantwortlich. Die während der Parlamentsnutzung vorgenommenen Umbauten in den Redoutensälen wurden daher nicht von der Parlamentsdirektion selbst rückgebaut.

Gesamtvolumen von 12 Millionen Euro

Das finanzielle Ausmaß des Projekts wird von der Parlamentsdirektion mit rund 12,0 Millionen Euro beziffert. Diese Summe umfasste das gesamte Verwaltungsübereinkommen mit der Burghauptmannschaft. Die Abrechnung sei "gesamthaft und unstrittig" erfolgt, betont die Behörde in ihrer Stellungnahme.

Allerdings macht die Parlamentsdirektion eine wichtige Einschränkung: In dem genannten Betrag von 12 Millionen Euro seien "allfällig anschließende Instandhaltungsmaßnahmen bzw. Umbauten in der Hofburg, die nicht durch das Parlament verursacht wurden", nicht enthalten. Dies deutet darauf hin, dass möglicherweise zusätzliche Arbeiten nötig waren, für die das Parlament jedoch keine Verantwortung trägt.

Komplexe Sanierung historischer Räume

Die Nutzung der Hofburg-Redoutensäle als Parlamentsersatz war eine logistische und technische Herausforderung. Die historischen Räumlichkeiten mussten den Anforderungen eines modernen Parlaments angepasst werden, was umfangreiche Umbauten erforderlich machte. Gleichzeitig galt es, den Denkmalschutz zu beachten und die wertvollen Räume zu schonen.

Die Redoutensäle in der Wiener Hofburg gehören zu den repräsentativsten Räumen der ehemaligen kaiserlichen Residenz. Ihre Nutzung durch das Parlament während der Sanierungsphase war eine außergewöhnliche Lösung, die entsprechende Vorkehrungen und Vereinbarungen erforderte.

Kritik an journalistischer Arbeitsweise

Besonders scharf kritisiert die Parlamentsdirektion die Arbeitsweise der berichterstattenden Medien. "Mit Bedauern" stelle man fest, dass weder der Kurier noch die APA im Vorfeld ihrer Berichterstattung Anfragen an die Parlamentsdirektion gestellt hätten.

Diese Kritik wiegt schwer, da sie grundsätzliche Standards des Journalismus betrifft. Die Einholung von Stellungnahmen betroffener Institutionen gilt als journalistische Grundregel, um ausgewogene und faktisch korrekte Berichterstattung zu gewährleisten.

Die Parlamentsdirektion sieht sich offenbar zu Unrecht an den Pranger gestellt und möchte mit ihrer Stellungnahme das öffentliche Bild korrigieren. Der Vorwurf "faktenwidriger Berichterstattung" ist dabei ein schwerer Vorwurf gegen die betroffenen Medien.

Transparenz und öffentliche Verantwortung

Der Fall zeigt exemplarisch die Herausforderungen beim Umgang mit öffentlichen Projekten und deren medialer Darstellung. Große Bauvorhaben und Sanierungen im öffentlichen Bereich stehen naturgemäß unter besonderer Beobachtung der Öffentlichkeit und der Medien.

Die Parlamentsdirektion betont in ihrer Stellungnahme die ordnungsgemäße und vertragsconforme Abwicklung des Projekts. Die klaren Zeitangaben und die Betonung der einvernehmlichen Projektabwicklung sollen Vorwürfe von Verzögerungen oder Unstimmigkeiten entkräften.

Gleichzeitig wirft der Fall Fragen über die Kommunikation zwischen öffentlichen Institutionen und Medien auf. Die Kritik an der mangelnden Kontaktaufnahme der Journalisten deutet auf mögliche Versäumnisse in der Informationspolitik hin.

Ausblick und Lehren

Mit der Rückkehr des Parlaments in das sanierte Stammgebäude am Ring ist ein wichtiges Kapitel der österreichischen Parlamentsgeschichte abgeschlossen. Die Jahre in der Hofburg bleiben als außergewöhnliche Interimslösung in Erinnerung.

Der aktuelle Disput zwischen der Parlamentsdirektion und den Medien zeigt jedoch, dass auch nach Projektabschluss noch Klärungsbedarf besteht. Die unterschiedlichen Darstellungen der Ereignisse machen deutlich, wie wichtig transparente Kommunikation und sorgfältige journalistische Recherche sind.

Für die Zukunft könnte der Fall als Beispiel dienen, wie wichtig es ist, bereits während der Projektlaufzeit regelmäßig und proaktiv zu informieren, um späteren Missverständnissen vorzubeugen.

Schlagworte

#Parlament#Hofburg#Redoutensäle#Sanierung#Medien#Burghauptmannschaft#Baukosten

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