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SPÖ begrüßt neues Asylgesetz: Ordnung statt Chaos

AMPAG soll faire Verteilung in der EU und schnellere Verfahren bringen

24. März 2026 um 13:31
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Die SPÖ sieht im neuen Asyl-Migrationspakt-Anpassungsgesetz einen wichtigen Schritt für mehr Ordnung im europäischen Asylsystem.

Die SPÖ zeigt sich zufrieden mit dem heute im Ministerrat vorgestellten Asyl- und Migrationspakt-Anpassungsgesetz (AMPAG). SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim bezeichnet die Reform als "größte Änderung im Asylbereich seit 20 Jahren" und verspricht mehr Fairness und Ordnung für das europäische Asylsystem.

Neue EU-weite Regeln für das Asylsystem

Das AMPAG setzt das Gemeinsame Europäische Asylsystem sowohl auf EU-Ebene als auch national um. Nach Ansicht der SPÖ war das bisherige System überfordert: Verfahren dauerten zu lange, und die Belastungen waren zwischen den europäischen Ländern ungleich verteilt. "Wir beenden dieses Chaos und bringen Ordnung ins Asylsystem", erklärt Seltenheim.

Die Reform bringt mehrere zentrale Neuerungen mit sich. Einheitliche Regeln sollen für alle EU-Mitgliedstaaten gelten, Verfahren werden beschleunigt und als fairer bezeichnet. Zudem ist eine geordnete Integration ab dem ersten Tag vorgesehen, klare Zuständigkeiten werden definiert und eine fairere Verteilung von Asylanträgen zwischen den Mitgliedstaaten implementiert.

Entlastung für Österreich geplant

Besonders für Österreich verspricht sich die SPÖ Entlastung durch die neue Regelung. "Staaten wie Österreich, die schon vielen Menschen Schutz geboten haben, werden entlastet – jetzt sind auch die anderen Staaten dran, ihren Beitrag zu leisten", so Seltenheim. Dies entspreche einer langjährigen Forderung der Sozialdemokraten.

Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer betont, dass die Partei seit Jahren für eine faire Verteilung der Asylsuchenden in der EU eingetreten sei. Mit dem neuen Gesetz werde diese Forderung nun endlich umgesetzt. "Damit wird endlich umgesetzt, was die SPÖ seit Jahren gefordert hat", unterstreicht Seltenheim.

Schutz für Berechtigte, Konsequenzen für Straffällige

Gleichzeitig macht die SPÖ deutlich, dass das Gesetz differenziert angewendet werden soll. "Wir schützen mit diesem Gesetz jene, die Anspruch auf Schutz haben und nicht jene, die ein Sicherheitsrisiko für Österreich darstellen", erklärt Seltenheim. Menschen, die straffällig werden oder Terrorbezug haben, müssten mit raschen Konsequenzen bis hin zur Außerlandesbringung rechnen.

Diese klare Trennung zwischen schutzberechtigten Personen und jenen, die eine Gefahr darstellen, soll nach Ansicht der SPÖ für ein funktionierendes Miteinander mit klaren Regeln sorgen. "So schaffen wir ein Miteinander mit klaren Regeln", betont der SPÖ-Vertreter.

Kritik an der FPÖ

In seiner Stellungnahme nutzt Seltenheim auch die Gelegenheit für eine Abrechnung mit der FPÖ. "Wir ordnen, wo andere spalten", richtet er sich an die Freiheitlichen. Die FPÖ falle im Bereich Asyl und Migration nur durch "Hetzen und Spalten" auf und habe keine Lösungen anzubieten, kritisiert der SPÖ-Bundesgeschäftsführer.

Diese Kritik reiht sich in die übliche politische Auseinandersetzung zwischen SPÖ und FPÖ in Migrationsfragen ein. Während die FPÖ traditionell eine restriktivere Haltung einnimmt, versucht die SPÖ einen Mittelweg zwischen humanitären Verpflichtungen und Sicherheitsinteressen zu finden.

Hintergrund zur Asylreform

Das Gemeinsame Europäische Asylsystem ist eine Initiative der Europäischen Union, die darauf abzielt, einheitliche Standards für Asylverfahren in allen Mitgliedstaaten zu schaffen. Die Reform war notwendig geworden, da das bisherige System insbesondere während der Migrationskrise 2015/2016 an seine Grenzen gestoßen war.

Die ungleiche Verteilung von Asylsuchenden führte zu erheblichen Spannungen zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Länder an den Außengrenzen wie Griechenland und Italien sahen sich überproportional belastet, während andere Staaten weniger Verantwortung übernahmen.

Erwartete Auswirkungen

Mit der Umsetzung des AMPAG erwartet die österreichische Regierung mehrere positive Effekte. Schnellere Asylverfahren sollen die Unsicherheit für Antragsteller reduzieren und gleichzeitig die Verwaltung entlasten. Die fairere Verteilung zwischen den EU-Staaten könnte politische Spannungen abbauen und zu mehr Solidarität in der Migrationspolitik führen.

Kritiker befürchten jedoch, dass die praktische Umsetzung schwieriger werden könnte als geplant. Bereits in der Vergangenheit scheiterten ähnliche Verteilungsmechanismen am Widerstand einzelner Mitgliedstaaten.

Politische Einordnung

Die positive Bewertung der SPÖ zum AMPAG zeigt, dass die Partei die Reform als Erfolg ihrer langjährigen politischen Arbeit sieht. Gleichzeitig versucht sie, sich als konstruktive Kraft in der Migrationspolitik zu positionieren – im Gegensatz zur FPÖ, die sie als destruktiv darstellt.

Ob die Reform tatsächlich die versprochenen Verbesserungen bringen wird, bleibt abzuwarten. Die erfolgreiche Umsetzung hängt wesentlich von der Bereitschaft aller EU-Mitgliedstaaten zur Kooperation ab.

Schlagworte

#SPÖ#Asyl#Migration#EU#AMPAG#Seltenheim

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