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Wien trauert um Alfred Barton - Ottakrings Bezirksvorsteher

Langjähriger Bezirksvorsteher von Ottakring im Alter von 97 Jahren verstorben

25. März 2026 um 12:31
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Alfred Barton prägte Ottakring 16 Jahre lang als Bezirksvorsteher und hinterlässt ein bedeutendes kommunalpolitisches Vermächtnis.

Wien hat eine bedeutende Persönlichkeit der Kommunalpolitik verloren: Alfred Barton, der langjährige Bezirksvorsteher von Ottakring, ist im Alter von 97 Jahren verstorben. Der am 25. Februar 1927 in Wien geborene Sozialdemokrat prägte über Jahrzehnte hinweg die Entwicklung des 16. Bezirks und hinterlässt ein beeindruckendes politisches Vermächtnis.

Ein Leben im Dienst der Gemeinschaft

Alfred Barton begann seine berufliche Laufbahn bei den Wiener E-Werken und engagierte sich bereits früh für die sozialdemokratischen Werte. Seine politische Karriere startete 1959 mit der Wahl zum Bezirksrat in Ottakring. Diese erste Station sollte der Beginn einer beeindruckenden kommunalpolitischen Laufbahn werden, die fast vier Jahrzehnte dauern sollte.

1978 übernahm Barton die Funktion des Bezirksvorsteher-Stellvertreters, bevor er 1980 zum Bezirksvorsteher gewählt wurde. Bis Ende 1996 führte er den Bezirk mit großem Engagement und hinterließ deutliche Spuren in der Bezirksentwicklung. Seine 16-jährige Amtszeit war geprägt von wegweisenden Projekten und nachhaltigen Verbesserungen für die Ottakringer Bevölkerung.

Wegweisende Projekte für Ottakring

Unter Bartons Führung erlebte Ottakring eine beispiellose Modernisierungsphase. Zu seinen bedeutendsten Errungenschaften zählte die Erstellung eines umfassenden Bezirksentwicklungsplanes, der die Grundlage für die strategische Weiterentwicklung des 16. Bezirks bildete. Diese vorausschauende Planung ermöglichte es, die verschiedenen Projekte koordiniert und zielgerichtet umzusetzen.

Ein besonders sichtbares Zeichen seiner Amtszeit war die umfassende Sanierung wichtiger Bezirkseinrichtungen. Das traditionsreiche Kongressbad wurde unter seiner Verantwortung modernisiert und für die Zukunft fit gemacht. Auch der beliebte Brunnenmarkt erfuhr eine grundlegende Erneuerung, die ihn zu einem noch attraktiveren Einkaufs- und Begegnungsort für die Bewohnerinnen und Bewohner machte.

Besonders stolz war Barton auf die Realisierung der U3-Verlängerung nach Ottakring. Dieses Großprojekt verbesserte die Verkehrsanbindung des Bezirks erheblich und trug maßgeblich zur Aufwertung der gesamten Region bei. Die neue U-Bahn-Station brachte nicht nur bessere Erreichbarkeit, sondern auch wirtschaftliche Impulse für den Bezirk.

Innovation in der Verkehrspolitik

Als Visionär der modernen Stadtentwicklung initiierte Barton auch die erste Wohnstraße im 16. Bezirk. Diese innovative Verkehrslösung war damals noch ein Pilotprojekt und zeigte Bartons Weitblick in Sachen nachhaltiger Stadtplanung. Die Wohnstraße verbesserte nicht nur die Lebensqualität der Anrainerinnen und Anrainer, sondern diente auch als Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Bezirken.

Auch die Sanierung der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig fiel in seine Amtszeit - ein wichtiger Beitrag zur Umweltverbesserung und zur modernen Abfallwirtschaft Wiens. Diese Projekte zeigen die Bandbreite seiner Tätigkeiten und sein Verständnis für die verschiedenen Bedürfnisse einer modernen Stadtgesellschaft.

Würdigungen aus der Politik

Wiens Bürgermeister und Landeshauptmann Dr. Michael Ludwig würdigte Barton als "aufrechten Sozialdemokraten und Kommunalpolitiker, der seinen Bezirk mit großer Hingabe, Verantwortungsbewusstsein und echter Nähe zu den Menschen gestaltet hat". Ludwig betonte, dass Barton Ottakring über viele Jahre hinweg entscheidend mitgeprägt und damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der gesamten Stadt geleistet habe.

SPÖ-Klubvorsitzender Josef Taucher charakterisierte den Verstorbenen als "Politiker mit Haltung, Herz und Handschlagqualität". Tauchers Worte unterstreichen eine Eigenschaft, die Barton während seiner gesamten politischen Laufbahn auszeichnete: die Verbindung von politischer Kompetenz mit menschlicher Wärme und Verlässlichkeit.

Die Ottakringer Gemeinderätin Susanne Haase hob besonders Bartons Bürgernähe hervor: "Er war nah bei den Menschen, hat zugehört und gehandelt." Diese Beschreibung spiegelt einen Politikstil wider, der in der heutigen Zeit als vorbildlich gilt - die direkte Kommunikation mit den Betroffenen und die schnelle Umsetzung von Lösungen.

Vermächtnis einer Bezirksvorsteherin

Stefanie Lamp, die aktuelle Bezirksvorsteherin von Ottakring, würdigte ihren Vorgänger als Politiker mit "Weitblick, Bodenständigkeit und großem Verantwortungsgefühl". Sie betonte, dass viele Entwicklungen, die den Bezirk heute ausmachen, Bartons Handschrift tragen. Diese Kontinuität zwischen den Amtszeiten zeigt, wie nachhaltig Bartons Arbeit war und wie sie bis heute nachwirkt.

Gewerkschaftliches Engagement

Neben seiner politischen Tätigkeit war Alfred Barton auch als Gewerkschafter aktiv. Über viele Jahre hinweg engagierte er sich in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten und setzte sich insbesondere für die Anliegen der Pensionistinnen und Pensionisten ein. Dieses Engagement zeigt sein umfassendes Verständnis für soziale Gerechtigkeit, das über seine Bezirkstätigkeit hinausging.

Seine gewerkschaftliche Arbeit war geprägt von demselben Engagement und derselben Bürgernähe, die auch seine politische Tätigkeit auszeichneten. Barton verstand es, die Brücke zwischen politischen Entscheidungen und den konkreten Auswirkungen auf das Leben der Menschen zu schlagen.

Ein Politiker der alten Schule

Alfred Barton repräsentierte einen Politikertypus, der heute selten geworden ist: den bodenständigen Kommunalpolitiker, der seine Wurzeln nie vergessen hat und stets nah bei den Menschen geblieben ist. Seine 16-jährige Amtszeit als Bezirksvorsteher war geprägt von kontinuierlicher Arbeit an der Verbesserung der Lebensbedingungen in seinem Bezirk.

Seine Politik war weniger von großen Gesten als von beständiger, gewissenhafter Arbeit geprägt. Er verstand es, komplexe städtebauliche und soziale Herausforderungen anzugehen und dabei nie die Bedürfnisse der einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner aus den Augen zu verlieren.

Nachhaltigkeit als Leitprinzip

Bemerkenswert ist, dass viele der von Barton initiierten Projekte bis heute ihre positive Wirkung entfalten. Die U3-Station Ottakring ist nach wie vor ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der Brunnenmarkt ein beliebter Treffpunkt, und die sanierten Einrichtungen dienen weiterhin der Bevölkerung. Diese Nachhaltigkeit zeigt die Qualität seiner politischen Arbeit und seinen Blick für langfristige Lösungen.

Erinnerung an einen Vollblutpolitiker

Mit dem Tod von Alfred Barton verliert Wien nicht nur einen erfahrenen Kommunalpolitiker, sondern auch einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg das Gesicht seines Bezirks geprägt hat. Seine Arbeit war stets von dem Bestreben getragen, das Leben der Menschen konkret zu verbessern - eine Maxime, die in der heutigen Politik manchmal in Vergessenheit zu geraten scheint.

Bartons Lebenswerk erinnert daran, dass Politik auf kommunaler Ebene unmittelbare Auswirkungen auf das tägliche Leben der Menschen hat. Seine Projekte und Initiativen haben Ottakring zu dem gemacht, was es heute ist: ein lebendiger, moderner Bezirk mit einer starken Identität und guter Infrastruktur.

Die Würdigungen aus allen politischen Lagern zeigen, dass Barton über Parteigrenzen hinweg Respekt genoss. Seine "Handschlagqualität" und seine Verlässlichkeit machten ihn zu einem geschätzten Partner in der Wiener Kommunalpolitik. Diese parteiübergreifende Anerkennung ist ein seltenes Gut in der heutigen politischen Landschaft.

Ein Vermächtnis für die Zukunft

Alfred Bartons Vermächtnis liegt nicht nur in den konkreten Projekten, die er realisiert hat, sondern auch in der Art, wie er Politik verstanden und gelebt hat. Seine Nähe zu den Menschen, sein unermüdlicher Einsatz für den Bezirk und seine Fähigkeit, langfristig zu denken und zu planen, sind Eigenschaften, die auch zukünftigen Generationen von Politikern als Vorbild dienen können.

Mit seinem Tod im Alter von 97 Jahren geht eine Ära der Wiener Kommunalpolitik zu Ende. Alfred Barton hat bewiesen, dass engagierte, bürgernähe Politik konkrete Verbesserungen für die Menschen bewirken kann. Sein Name wird für immer mit der erfolgreichen Entwicklung Ottakrings verbunden bleiben, und sein politisches Wirken wird den Bezirk auch in Zukunft prägen.

Schlagworte

#Alfred Barton#Ottakring#Bezirksvorsteher#SPÖ Wien#Kommunalpolitik#Wien

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