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ÖGB begrüßt Spritpreisbremse - fordert weitere Maßnahmen

Gewerkschaftsbund sieht Übergewinne der Raffinerien kritisch

25. März 2026 um 18:40
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Der ÖGB unterstützt die neue Spritpreisbremse, mahnt aber umfassende Schritte gegen die Teuerung ein. Preiskontrollen sollen ausgeweitet werden.

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) hat den Nationalratsbeschluss zur Spritpreisbremse begrüßt, gleichzeitig aber weitergehende Maßnahmen zur Bekämpfung der Teuerung gefordert. ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth bezeichnete die Spritpreisbremse als "längst überfällig" und kritisierte Übergewinne auf Kosten der Verbraucher.

Entkopplung von Rohölpreis problematisch

Laut Schuberth haben sich die Spritpreise an den Tankstellen in der Vergangenheit vom tatsächlichen Rohölpreis entkoppelt. "Davon haben vor allem die Raffinerien profitiert. Es ist daher richtig, Übergewinne so gut wie möglich zu verhindern", erklärte die ÖGB-Chefökonomin. Die Spritpreisbremse soll diese problematische Entwicklung eindämmen und für fairere Preisgestaltung sorgen.

Die Gewerkschaftsvertreterin betonte, dass frühzeitiges politisches Eingreifen notwendig sei, "damit sich der Preisschock nicht auf andere Wirtschaftsbereiche ausweitet". Viele österreichische Haushalte seien nicht in der Lage, ihren Energieverbrauch trotz der hohen Preise zu reduzieren, weshalb eine Begrenzung der Gewinnspannen als ersten Schritt erforderlich sei.

Laufende Überwachung durch Behörden gefordert

Der ÖGB fordert eine kontinuierliche Überwachung von Preisen und Margen durch die Preiskommission in Zusammenarbeit mit der Bundeswettbewerbsbehörde. Die derzeit laufende Sonderuntersuchung müsse konkrete Ergebnisse liefern und Konsequenzen nach sich ziehen.

"Es muss Konsequenzen haben, wenn Preissteigerungen nicht mit gestiegenen Kosten begründet werden können", unterstrich Schuberth. Diese Forderung zielt darauf ab, ungerechtfertigte Preiserhöhungen zu verhindern und Transparenz bei der Preisgestaltung zu schaffen.

Breite Bevölkerungsschichten betroffen

Die hohen Energiepreise belasten nach Darstellung des ÖGB verschiedene gesellschaftliche Gruppen erheblich. Besonders betroffen seien:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Pensionistinnen und Pensionisten
  • Studierende

Diese Gruppen hätten oft begrenzte finanzielle Spielräume und seien den steigenden Energiekosten daher besonders stark ausgesetzt. Die Spritpreisbremse könne hier zwar Entlastung bringen, reiche aber allein nicht aus.

Umfassender Maßnahmenmix erforderlich

Schuberth mahnte die Bundesregierung zu raschen weiteren Schritten: "Die Bundesregierung ist gefordert, rasch weitere Maßnahmen zu setzen, um die Teuerungswelle einzudämmen." Insbesondere der "seit Langem geforderte Energiemechanismus für Strom und Wärme" müsse endlich umgesetzt werden.

Diese Forderung zeigt, dass die Gewerkschaften die Spritpreisbremse nur als ersten Schritt in einem umfassenderen Maßnahmenpaket betrachten. Weitere Bereiche der Energieversorgung sollen ebenfalls durch preisdämpfende Mechanismen geschützt werden.

Politischer Handlungsdruck steigt

Die ÖGB-Stellungnahme verdeutlicht den wachsenden politischen Druck auf die Bundesregierung, gegen die anhaltende Teuerung vorzugehen. Die Spritpreisbremse wird als positiver, aber unzureichender Schritt bewertet.

Die Gewerkschaften setzen auf eine Kombination aus Preiskontrollen, Marktüberwachung und direkten Entlastungsmaßnahmen. Dabei sollen sowohl kurzfristige Preisbegrenzungen als auch längerfristige strukturelle Reformen umgesetzt werden.

Ausblick auf weitere Entwicklungen

Mit der Verabschiedung der Spritpreisbremse im Nationalrat ist ein wichtiger Schritt getan, doch die Diskussion über weitere Maßnahmen gegen die Teuerung wird weitergehen. Der ÖGB hat deutlich gemacht, dass zusätzliche Schritte in anderen Energiebereichen folgen müssen.

Die laufende Sonderuntersuchung der Wettbewerbsbehörden wird zeigen müssen, inwieweit die Preisgestaltung bei Kraftstoffen tatsächlich gerechtfertigt war. Je nach Ergebnis könnten weitere regulatorische Maßnahmen folgen.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die Spritpreisbremse zunächst eine Entlastung an der Tankstelle. Ob und wann weitere Bereiche wie Strom und Heizkosten von ähnlichen Mechanismen erfasst werden, bleibt abzuwarten. Die Gewerkschaften werden jedenfalls weiter Druck für umfassende Lösungen gegen die Teuerung machen.

Schlagworte

#ÖGB#Spritpreisbremse#Teuerung#Energiepreise#Gewerkschaft

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