Spitzenkoch-Maler und Tiroler Glaskünstler im Dialog
Das Museum Angerlehner präsentiert 2026 eine außergewöhnliche Schau: über 80 Gemälde von Juan Amador und 300 Glaskunstwerke von Robert Comploj.
Eine ungewöhnliche Begegnung zwischen Malerei und Glaskunst erwartet die Besucher des Museums Angerlehner in Thalheim bei Wels: Von 11. April bis 14. Juni 2026 zeigt das renommierte oberösterreichische Museum die Ausstellung "AMADOR & COMPLOJ" - eine faszinierende Kooperation mit der Sammlung Werner Trenker.
Im Zentrum der Ausstellung stehen über 80 Gemälde von Juan Amador, einem Künstler mit ungewöhnlicher Biografie. Der 1968 in Waiblingen geborene und heute in Österreich lebende Amador ist vielen als Spitzenkoch bekannt - er wurde mit den höchsten kulinarischen Auszeichnungen geehrt. Doch parallel zu seiner Kochkarriere entwickelte sich der vielseitige Künstler zu einem beachteten Maler.
Amadors künstlerische Technik ist ebenso unkonventionell wie seine Laufbahn. Mit der Rakel arbeitet er ineinanderfließende Farbseen, die aus vielen Schichten gebildet werden. Diese Lasuren schaffen vibrierende Farbräume, die aus sich heraus zu strahlen und zu leuchten scheinen. Seine Werke stehen in der Tradition großer Meister wie Gerhard Richter und Mark Rothko, entwickeln jedoch eine ganz eigenständige Bildsprache voller atmosphärischer Lichtfelder.
Als Pendant zu Amadors leuchtenden Farbwelten präsentiert die Ausstellung rund 300 Glaskunstwerke von Robert Comploj. Der Tiroler Künstler hat sich international einen Namen als Spezialist für zeitgenössische Glasplastik gemacht und zeigt in der Schau seine beeindruckenden Serien "Collapse" und "Liquid".
Complojs Glas-Skulpturen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Kompression und Aufprall. Seine schwarzen, matt schimmernden Glas-Säulen entstehen aus übereinandergestapelten Kuben, die durch Druck und Stauchung bewusst deformiert werden. Diese Arbeiten interpretieren die Konzepte von Statik, Ordnung und Geometrie auf radikal neue Weise - sowohl formal als auch materialästhetisch.
Besonders faszinierend ist Complojs Serie "Liquid Drops", in der er den Sekundenbruchteil eines fallenden und wieder hochschnellenden Wassertropfens in erstarrtem Glas festhält. Diese Arbeiten entstanden in direkter Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Hochgeschwindigkeits-Fotografie und zeigen, wie Kunst und Wissenschaft fruchtbar zusammenwirken können.
Die Ausstellung wird von Klaus Albrecht Schröder kuratiert, einer der profiliertesten Kunstexperten Österreichs. Als ehemaliger Generaldirektor der Albertina und aktueller CEO des Wiener Aktionismus Museums bringt Schröder jahrzehntelange Erfahrung in der Präsentation zeitgenössischer Kunst mit.
"Mit der Ausstellung von Juan Amador und Robert Comploj begegnen einander Malerei und Glas als zwei Wege der Kunst, die das für unser Auge Unsichtbare sichtbar macht", erklärt das Kuratorenteam das Konzept der Schau.
Die Kooperation mit der Sammlung Werner Trenker unterstreicht die Bedeutung der Ausstellung. Die österreichische Privatsammlung hat sich auf zeitgenössische Kunst spezialisiert und arbeitet regelmäßig mit nationalen und internationalen Museen zusammen. Die in der Sammlung befindlichen Arbeiten namhafter Künstlerinnen und Künstler werden kontinuierlich in bedeutenden Ausstellungshäusern gezeigt.
Das Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels hat sich seit seiner Eröffnung als wichtige Adresse für zeitgenössische Kunst in Oberösterreich etabliert. Die moderne Architektur und die flexiblen Ausstellungsräume bieten ideale Bedingungen für die Präsentation sowohl von Amadors großformatigen Gemälden als auch von Complojs filigranen Glasskulpturen.
Die Ausstellung "AMADOR & COMPLOJ" ist von 11. April bis 14. Juni 2026 zu sehen. Das Museum ist samstags von 14:00 bis 18:00 Uhr und sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Ausstellungseröffnung findet am 11. April 2026 um 14:00 Uhr statt.
Die Gegenüberstellung von Amadors Malerei und Complojs Glaskunst verspricht spannende Dialoge zwischen verschiedenen künstlerischen Medien. Während Amador mit Farbe und Licht arbeitet, erforscht Comploj die Möglichkeiten des Materials Glas. Beide Künstler verbindet jedoch das Interesse an der Darstellung von Bewegung, Licht und atmosphärischen Zuständen.
Besucher können sich auf eine Ausstellung freuen, die nicht nur die individuellen Qualitäten beider Künstler würdigt, sondern auch die Verbindungslinien zwischen verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen aufzeigt. Die Schau verspricht neue Perspektiven auf zeitgenössische Kunst und die Möglichkeiten des kreativen Ausdrucks in unterschiedlichen Materialien.
Die Ausstellung "AMADOR & COMPLOJ" unterstreicht die Lebendigkeit der österreichischen Kunstszene und die Bedeutung privater Sammler für die Kunstförderung. Sie zeigt auch, wie sich Künstler über Genregrenzen hinweg entwickeln können - wie im Fall von Juan Amador, der vom Spitzenkoch zum anerkannten Maler wurde.
Mit dieser ambitionierten Schau setzt das Museum Angerlehner seinen Kurs als wichtige Institution für zeitgenössische Kunst in Oberösterreich fort und bietet Kunstinteressierten ein außergewöhnliches Erlebnis zwischen Malerei und Glaskunst.