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WorldSkills 2026: Acht Oberösterreicher kämpfen um WM-Gold

Junge Fachkräfte aus dem Bundesland treten bei größter Berufs-WM der Geschichte in Shanghai an

10. April 2026 um 13:11
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Im September kämpfen acht oberösterreichische Nachwuchstalente bei den WorldSkills 2026 in Shanghai um Weltmeistertitel in ihren Berufen.

Die größte Berufsweltmeisterschaft der Geschichte steht vor der Tür: Von 22. bis 27. September 2026 werden in Shanghai 1.400 junge Fachkräfte aus aller Welt in 64 Disziplinen um die begehrten WorldSkills-Titel kämpfen. Österreich schickt insgesamt 48 Teilnehmer unter 22 Jahren ins Rennen – acht davon kommen aus Oberösterreich und wurden kürzlich in Linz der Öffentlichkeit vorgestellt.

Oberösterreich als Bildungsstandort par excellence

"WorldSkills ist die ultimative Bühne für berufliche Exzellenz. Wer hier besteht, hat bewiesen, dass er international ganz vorne mitspielen kann", betont Leo Jindrak, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Oberösterreich. Die oberösterreichischen Teilnehmer bringen laut Jindrak genau diese Qualität mit und haben "mit Toparbeitgebern das Umfeld, das solche Leistungen möglich macht".

Das Bundesland fungiert auch als Gastgeber für zwei Teamtrainings des österreichischen Nationalteams. "Oberösterreich ist ein starker Standort für berufliche Ausbildung und Bildung. Die duale Ausbildung ist seit vielen Jahren eine verlässliche Grundlage für die hohe Qualität unserer Fachkräfte", erklärt Jindrak. In enger Zusammenarbeit mit den Betrieben gelinge es, junge Talente gezielt zu fördern und optimal auf internationale Wettbewerbe vorzubereiten.

SkillsAustria-Geschäftsführer Jürgen Kraft unterstreicht das außergewöhnliche Niveau der Weltmeisterschaft: "Das Niveau bei WorldSkills ist nochmals eine andere Liga. Es geht um Details, um Perfektion unter Zeitdruck – und um die Fähigkeit, im entscheidenden Moment abzuliefern."

Das oberösterreichische Aufgebot im Detail

Sieben junge Männer und eine Frau werden die rot-weiß-roten Farben in Shanghai vertreten. Jeder von ihnen hat sich in seinem Fachbereich an die Spitze gekämpft und will nun auf der internationalen Bühne glänzen.

Premiere im CNC-Drehen

Fabian Spitzer aus Altheim (Faschang Werkzeugbau GmbH) tritt im CNC-Drehen an, einer Disziplin, in der Oberösterreich noch nie eine Medaille holen konnte. "Ich will vorne mitmischen. Mir ist klar, wie hoch das Niveau ist – aber genau das reizt mich", sagt der junge Fachmann. Bei dieser Präzisionsdisziplin entscheiden oft hundertstel Millimeter über Sieg und Niederlage.

Fliesenleger mit großen Fußstapfen

Andreas Landl aus Wartberg an der Krems (Schnellnberger GmbH) tritt als Fliesenleger in die Fußstapfen seines Vorgängers Alexander Gfellner, der 2022 WM-Gold holte. "Druck verspüre ich keinen. Aber natürlich schaut man sich an, wie es die Besten gemacht haben", erklärt Landl. Sein Fokus liegt darauf, den eigenen Rhythmus zu finden und konstant zu liefern.

Gartengestalter-Duo mit EuroSkills-Erfahrung

Im Teambewerb der Gartengestalter gehen Marcel Ortner (Lasberg, Hablesreiter Gartengestaltung GmbH) und Simon Weiß (Sandl, Lagerhaus Freistadt) gemeinsam an den Start. "Im Teambewerb geht es darum, dass jeder Handgriff sitzt und wir als Einheit funktionieren", betont Ortner. Weiß ergänzt: "Wir werden uns vollreinhauen – im Training und im Bewerb. Nur so entsteht am Ende ein Ergebnis, mit dem wir eine Chance auf eine Medaille haben." Das Duo knüpft an oberösterreichische Erfolge an: 2010 holte ein oberösterreichisches Gartengestalter-Duo EuroSkills-Gold.

Kälte- und Klimatechnik: Die Paradedisziplin

Besonders im Fokus steht Jonas Danninger aus Herzogsdorf (Hauser Kältetechnik GmbH), der als amtierender Europameister in der Kälte- und Klimatechnik antritt – einer traditionellen oberösterreichischen Paradedisziplin. "Der Titel von der EM bringt mir in Shanghai nichts. Ich starte bei null – und muss mir eine mögliche Medaille erst erarbeiten", zeigt sich Danninger realistisch.

Seine Vorbereitung läuft akribisch, Teile davon sogar vor Ort: Danninger war kürzlich bei einem internationalen Training in Shanghai zu Gast. Unterstützt wird er von seinem Vater Rupert Danninger, der als Experte an seiner Seite steht. "Auf diesem Niveau entscheiden Nuancen. Es geht darum, Stabilität in die Leistung zu bringen – unabhängig von Umfeld und Druck", weiß der Erfolgscoach.

Koch mit internationaler Erfahrung

Hannes Sortsch aus Oberneukirchen (Restaurant Lukas Kapeller) bringt bereits internationale Erfahrung mit: Im Vorjahr schnappte er sich als EM-Vierter ein "Medallion for Excellence" für eine Top-Leistung knapp hinter dem Podium. "Die Aufgabenstellungen können sich kurzfristig ändern. Genau das trainieren wir", erklärt der Koch seine Strategie. Flexibilität bei gleichzeitiger Präzision sei der Schlüssel zum Erfolg. Unterstützung bekommt er vom oberösterreichischen Coach Marco Panhölzl.

Restaurant-Service mit Tradition

Sarah Schöftner aus Vorderweißenbach (Hotel Guglwald) ist die einzige Frau im oberösterreichischen Team und tritt im Restaurant-Service an. Sie will an große oberösterreichische Erfolge aus der Vergangenheit anknüpfen: Zwischen 1988 und 1997 holte das Bundesland drei Mal WM-Gold in dieser Disziplin. "Ich will zeigen, was in unserem Beruf steckt. Service heißt nicht nur Abläufe, sondern Aufmerksamkeit, Timing und Auftreten", betont Schöftner. Ihr Ziel formuliert sie klar: "Wenn man zu WorldSkills fährt, dann um ganz vorne dabei zu sein."

Zimmerer mit großen Ambitionen

Luca Reitböck aus Taufkirchen an der Pram (Hauer Zimmerei GmbH) komplettiert das Aufgebot als Zimmerer. "Ich bereite mich intensiv auf den Bewerb vor – und ich will für Österreich eine Medaille holen", gibt sich Reitböck kämpferisch. Eine Herausforderung: Gold gab es in dieser Disziplin für Oberösterreich noch nie, die letzte österreichische WM-Bronze datiert aus 2009.

Erfolgreiche Vergangenheit als Motivation

Oberösterreich zählt im innerösterreichischen Vergleich zu den erfolgreichsten Bundesländern bei WorldSkills: In 33 Teilnahmen holten die Fachkräfte beeindruckende 20 Gold-, 15 Silber- und 18 Bronzemedaillen. Nur Vorarlberg liegt knapp davor. Bei der letzten WM in Lyon 2024 gab es eine Goldmedaille für den Floristen Manuel Bender aus Steyr sowie vier "Medallions for Excellence".

Historische Chance in Shanghai

Ein Medaillenerfolg in Shanghai wäre aus geografischer Sicht historisch: Die bis dato letzte Medaille für Oberösterreich auf asiatischem Boden holte vor 25 Jahren Johann Auer, der 2001 in Seoul den Weltmeistertitel in der Sanitär- und Heizungstechnik eroberte.

Die WorldSkills 2026 in Shanghai versprechen, das größte Spektakel in der Geschichte der Berufsweltmeisterschaften zu werden. Mit 1.400 Teilnehmern aus aller Welt und 64 Disziplinen ist es eine einmalige Gelegenheit für die acht oberösterreichischen Nachwuchstalente, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und möglicherweise Geschichte zu schreiben.

Die Bedeutung dualer Ausbildung

Der Erfolg oberösterreichischer Teilnehmer bei internationalen Berufsmeisterschaften unterstreicht die Qualität der dualen Ausbildung im Bundesland. Die enge Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben schafft optimale Voraussetzungen für die Entwicklung von Spitzenfachkräften. Die systematische Vorbereitung durch SkillsAustria und die Unterstützung durch erfahrene Coaches und Experten runden das Erfolgsrezept ab.

Die WorldSkills sind dabei mehr als nur ein Wettbewerb: Sie zeigen die Attraktivität und das hohe Niveau beruflicher Ausbildung auf und motivieren junge Menschen, eine Lehrausbildung zu beginnen. Für die Teilnehmer selbst sind sie oft der Startschuss für eine erfolgreiche Karriere in ihrem jeweiligen Fachbereich.

Schlagworte

#WorldSkills#Shanghai#Oberösterreich#Berufsausbildung#Fachkräfte#Lehrling#Wirtschaftskammer#SkillsAustria

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