1,2 Millionen Euro Investition stärkt KI-Forschung in Niederösterreich
Die University of Applied Sciences St. Pölten eröffnet ein hochmodernes KI-Labor für Forschung, Lehre und Wirtschaftskooperationen.
Niederösterreich setzt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der künstlichen Intelligenz: Die University of Applied Sciences St. Pölten (USTP) hat ein hochmodernes KI-Reallabor eröffnet, das mit einer Gesamtinvestition von 1,2 Millionen Euro die KI-Infrastruktur im Bundesland erheblich stärkt. Das Land Niederösterreich unterstützt das Projekt mit rund 600.000 Euro Förderung.
Die feierliche Eröffnung des KI-Reallabors fand unter Anwesenheit von Wissenschaftslandesrat und Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf sowie Vertretern der USTP statt. Das neue Labor markiert einen wichtigen Schritt in der Positionierung Niederösterreichs als KI-Standort und unterstreicht das Bekenntnis des Landes zur Förderung zukunftsweisender Technologien.
Das KI-Reallabor ist mehr als nur ein Forschungslabor – es fungiert als zentraler Knotenpunkt, der Infrastruktur, Expertise und praktische Demonstrationen unter einem Dach vereint. Die Einrichtung ist darauf ausgelegt, die leistungsstärksten KI-Anwendungen der Hochschule zu beherbergen und als Plattform für die gemeinsame Gestaltung der KI-Zukunft zu dienen.
Ein besonderes Merkmal des neuen Labors ist sein Charakter als offener Begegnungsraum. Es soll den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und der breiten Öffentlichkeit fördern. Studierende, Forschende und Unternehmenspartner haben hier die Möglichkeit, gemeinsam innovative KI-Lösungen zu entwickeln und dabei von professioneller Infrastruktur sowie einem inspirierenden Umfeld für den fachlichen Austausch zu profitieren.
"Das neue KI-Reallabor ist aber nicht nur für unsere Forschung und Lehre da. Es soll zudem ein offener Ort für die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft sein, um KI erlebbar und angreifbar zu machen", erklärt Marlies Temper, Leiterin der Studiengänge Data Intelligence (MA) und Data Science and Artificial Intelligence (BA) an der USTP.
Das KI-Reallabor zeichnet sich durch seine flexible und leistungsfähige Infrastruktur aus, die den gesamten Lebenszyklus von KI-Entwicklungen unterstützt. Von der Grundlagenforschung über die universitäre Lehre bis hin zur praktischen Anwendung in der Wirtschaft – das Labor bietet die notwendigen technischen Voraussetzungen für alle Entwicklungsphasen.
"Insbesondere die Entwicklung und praxisnahe Erprobung von KI-Methoden unter realitätsnahen Bedingungen braucht eine flexible, leistungsfähige und skalierbare Infrastruktur", betont Temper. Die Einrichtung trägt auch der Tatsache Rechnung, dass die zunehmende Integration von KI-Technologien in Arbeitsabläufe und den Alltag eine verstärkte Einbindung der Nutzerinnen und Nutzer in den Entwicklungsprozess erfordert.
Ein zentraler Aspekt des Labors ist die Möglichkeit zur ganzheitlichen Erprobung von KI-Anwendungen. Dies ermöglicht es nicht nur, technische Funktionalitäten zu testen, sondern auch die Akzeptanz und Benutzerfreundlichkeit von KI-Lösungen zu bewerten. Durch diese umfassende Herangehensweise sollen praxistaugliche und gesellschaftlich akzeptierte KI-Anwendungen entwickelt werden.
Die Einrichtung des Labors unterstreicht auch die Bedeutung der USTP als wichtige Bildungseinrichtung im Bereich der Datenwissenschaften und künstlichen Intelligenz. Mit den Studiengängen Data Intelligence und Data Science and Artificial Intelligence verfügt die Hochschule bereits über eine solide akademische Basis, die durch das neue Labor erheblich erweitert wird.
Parallel zur Eröffnung des KI-Reallabors unterstützt die USTP eine wichtige bildungspolitische Initiative der Österreichischen Fachhochschulkonferenz (FHK). Diese spricht sich für eine gesicherte Forschungsfinanzierung und ein Promotionsrecht für Fachhochschulen beziehungsweise Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (FH/HAW) in Österreich aus.
Die Begründung für diese Forderung liegt in der besonderen Rolle, die FH/HAW im österreichischen Hochschulsystem spielen. Mit ihrer regionalen Vernetzung und der praxisnahen, an zentralen Zukunftsfragen ausgerichteten Forschung leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Innovationsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft.
Besonders hervorzuheben ist die Rolle von Doktoranden im Innovationsprozess. Diese treiben nicht nur Innovationen in der Forschung voran, sondern bringen ihre Erkenntnisse auch konkret in Wirtschaft, Industrie und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zur Anwendung. Ein Promotionsrecht sowie eine nachhaltige Forschungsfinanzierung sind daher entscheidend, um diese Wirkung weiter zu stärken und die Überführung von Forschung in konkrete Anwendungen gezielt zu fördern.
Die Eröffnung des KI-Reallabors an der USTP ist Teil einer umfassenderen Strategie des Landes Niederösterreich zur Stärkung des KI-Sektors. Mit der substanziellen finanziellen Unterstützung von 600.000 Euro bei einem Gesamtprojektvolumen von 1,2 Millionen Euro demonstriert das Land sein Engagement für die Förderung zukunftsweisender Technologien.
Diese Investition in die KI-Infrastruktur trägt dazu bei, Niederösterreich als attraktiven Standort für Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen zu positionieren. Gleichzeitig schafft sie die Voraussetzungen für die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte, die für die Digitalisierung der österreichischen Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind.
Das neue KI-Reallabor an der USTP St. Pölten stellt einen wichtigen Baustein in der österreichischen KI-Landschaft dar. Mit seiner Kombination aus hochmoderner Infrastruktur, praxisorientierter Forschung und offener Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Stakeholdern schafft es ideale Voraussetzungen für Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz.
Die Einrichtung wird nicht nur die Forschungs- und Lehrqualität an der USTP erheblich steigern, sondern auch als Katalysator für die KI-Entwicklung in der gesamten Region wirken. Durch die enge Vernetzung mit der Wirtschaft und die Öffnung für die Öffentlichkeit kann das Labor dazu beitragen, Verständnis und Akzeptanz für KI-Technologien in der Gesellschaft zu fördern.
Mit diesem strategischen Schritt positioniert sich die USTP als wichtiger Player im österreichischen KI-Ökosystem und trägt maßgeblich zur Stärkung des Technologiestandorts Niederösterreich bei.