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Pensionistenverband fordert volle Inflationsabgeltung

Bundesweite Petitionsinitiative in allen neun Landtagen vor Doppelbudget-Beschluss gestartet

14. April 2026 um 11:01
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Der PVÖ bringt einheitliche Petitionen in alle Landtage ein und fordert faire Finanzierung durch Vermögenssteuern und KI-Abgaben.

Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) intensiviert seinen Kampf gegen die anhaltende Teuerung und startet eine koordinierte bundesweite Offensive. Im Vorfeld des bevorstehenden Doppelbudget-Beschlusses bringt die Organisation als größte parteipolitisch unabhängige Interessenvertretung der älteren Generation gleichlautende Petitionen in alle neun Landtage ein.

Einheitliche Forderung gegen Kaufkraftverlust

Die Initiative folgt einem klaren Konzept: "eine Forderung, ein Text, neun Landtage". Im Zentrum steht die Forderung nach einer vollständigen Inflationsabgeltung für alle Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich. Die anhaltend hohe Teuerung bei Energie, Wohnen und Lebensmitteln führt dazu, dass Menschen mit fixem Pensionseinkommen real an Kaufkraft verlieren.

"Ein Leben nach jahrzehntelanger Arbeit darf nicht von finanziellen Sorgen geprägt sein", betont PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer die Dringlichkeit der Situation. "Wir fordern die volle Inflationsabgeltung für alle Pensionistinnen und Pensionisten – das ist Gesetz und eine Frage des Respekts."

Konkrete Forderungen an die Landespolitik

Die Petitionen verlangen von den Landtagen politische Initiativen für eine vollständige Anpassung der Pensionen an die tatsächliche Inflationsentwicklung. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf mehr sozialer Ausgewogenheit, damit kleine und mittlere Pensionen wirksam entlastet werden.

Ergänzend zu den bundesweiten Forderungen werden auch landesspezifische Maßnahmen thematisiert. Dazu gehören energiekostensenkende Schritte und Verbesserungen bei den Wohnbeihilfen, die direkt in die Kompetenz der Länder fallen.

Existenzielle Sorgen der Pensionisten

PVÖ-Oberösterreich-Präsident Norbert Höpoltseder macht die dramatische Situation vieler Pensionisten deutlich: "Für viele unserer Mitglieder geht es längst nicht mehr um Extras, sondern darum, ob die Wohnung warm bleibt und der Einkauf am Monatsende leistbar ist."

Diese Aussage unterstreicht die Realität vieler österreichischer Pensionshaushalte, die durch die anhaltende Inflation in echte Bedrängnis geraten sind. Was früher selbstverständlich war – eine warme Wohnung und ausreichend Lebensmittel – wird für viele zur finanziellen Herausforderung.

Signal an die Budgetverhandler

Der niederösterreichische PVÖ-Landespräsident Rupert Dworak sieht in der koordinierten Aktion ein klares Signal an die Budgetverhandler der Bundesregierung: "Statt über Pensionskürzungen zu reden, ist jetzt eine ehrliche Diskussion über zusätzliche Einnahmen notwendig."

Diese Aussage zielt direkt auf die aktuellen Diskussionen im Rahmen der Budgeterstellung ab, wo immer wieder Einsparungen im Sozialbereich thematisiert werden. Der PVÖ stellt sich klar gegen solche Überlegungen und fordert stattdessen eine Ausweitung der Einnahmenseite.

Umfassendes Finanzierungskonzept

Begleitet wird die Petitionsoffensive von einem detaillierten Finanzierungspaket, das alternative Einnahmequellen für den Staat aufzeigt. Der PVÖ hat konkrete Vorstellungen entwickelt, wie die geforderte volle Inflationsabgeltung finanziert werden könnte.

Vermögenssteuern und Erbschaftsabgaben

Ein zentraler Baustein des Finanzierungskonzepts ist die stärkere Besteuerung sehr großer Vermögen und hoher Erbschaften. Diese Forderung ist nicht neu, gewinnt aber angesichts der steigenden sozialen Ungleichheit und der Finanzierungsherausforderungen im Pensionssystem neue Aktualität.

Zusätzlich fordert der PVÖ eine Überprüfung von steuerlichen Entlastungen für Konzerne. Viele Großunternehmen profitieren von verschiedenen Steuerbegünstigungen, während gleichzeitig bei Sozialleistungen gespart werden soll.

Krisengewinner zur Kasse bitten

Besonders innovative Ansätze verfolgt der PVÖ bei der Besteuerung von Krisengewinnern. Spezielle Abgaben auf Banken- und krisenbedingte Übergewinne sollen diejenigen zur Finanzierung heranziehen, die von aktuellen Krisen profitiert haben.

Ein völlig neuer Ansatz ist die vom PVÖ skizzierte "KI-Steuer" auf außerordentliche Gewinne, die durch den Einsatz künstlicher Intelligenz entstehen. Diese Technologie führt zwar zu enormen Produktivitätssteigerungen und Gewinnen, untergräbt aber gleichzeitig die Beitragsgrundlagen für das Pensionssystem, da weniger menschliche Arbeitskraft benötigt wird.

Frage des politischen Willens

PVÖ-Präsidentin Gerstorfer bringt die Kernbotschaft der Initiative auf den Punkt: "Faire Pensionen sind keine Frage der Finanzierbarkeit, sondern des politischen Willens." Diese klare Aussage richtet sich direkt an die politischen Entscheidungsträger und macht deutlich, dass aus Sicht des PVÖ die nötigen Mittel durchaus vorhanden wären.

"Wer Jahrzehnte gearbeitet und ins System eingezahlt hat, darf im Alter nicht die Zeche dafür zahlen, dass Superreiche, Konzerne, Banken und KI-Profite geschont werden", so Gerstorfer weiter. Diese Aussage fasst die Kritik des PVÖ an der aktuellen Steuerpolitik prägnant zusammen.

Timing und politische Strategie

Das Timing der Initiative ist bewusst gewählt. Kurz vor dem Doppelbudget-Beschluss will der PVÖ maximalen politischen Druck aufbauen. Die koordinierte Aktion in allen neun Bundesländern soll demonstrieren, dass es sich um ein österreichweites Anliegen handelt, das nicht regional begrenzt ist.

Die Wahl des Instruments "Petition" ist ebenfalls strategisch durchdacht. Petitionen müssen von den Landtagen behandelt werden und schaffen so automatisch Aufmerksamkeit für das Anliegen. Gleichzeitig können Bürgerinnen und Bürger die Petitionen unterstützen und so ihren Unmut über die aktuelle Situation ausdrücken.

Herausforderungen im Pensionssystem

Die Initiative des PVÖ kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für das österreichische Pensionssystem. Die demografische Entwicklung mit einer alternden Gesellschaft stellt das umlagefinanzierte System vor große Herausforderungen. Gleichzeitig führt die hohe Inflation dazu, dass die Kaufkraft der Pensionen real sinkt.

Die vom PVÖ vorgeschlagenen Finanzierungsalternativen zielen darauf ab, diese Herausforderungen nicht auf dem Rücken der Pensionistinnen und Pensionisten zu lösen, sondern durch eine gerechtere Verteilung der Steuerlast.

Gesellschaftliche Solidarität gefordert

Letztendlich geht es bei der Initiative um mehr als nur um Pensionen. Es geht um die Frage, wie eine Gesellschaft mit ihren älteren Mitgliedern umgeht und ob sie bereit ist, die nötige Solidarität aufzubringen. Die koordinierte Aktion des PVÖ in allen neun Bundesländern soll diese Diskussion anstoßen und politischen Handlungsdruck erzeugen.

Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Politik auf diese Initiative reagiert und ob die Forderungen des PVÖ Eingang in die Budgetverhandlungen finden. Eines ist sicher: Die Stimme der österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten wird durch diese koordinierte Aktion deutlich hörbar.

Schlagworte

#Pensionen#Inflation#PVÖ#Budget#Soziales

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