Wissenschaftlicher Beirat Funk analysiert aktuelle Forschungslage zu elektromagnetischen Feldern
Neue Auswertung von 174 internationalen Studien zeigt: Mobilfunk verursacht bei Einhaltung der Grenzwerte keine Gesundheitsschäden.
Eine umfassende Analyse von 174 wissenschaftlichen Studien kommt zu dem Schluss, dass Mobilfunk bei Einhaltung der geltenden Grenzwerte keine Gesundheitsgefährdung darstellt. Der Wissenschaftliche Beirat Funk (WBF) bestätigt in seinem aktuellen Konsensus, dass eine Gefährdung der Gesundheit durch hochfrequente elektromagnetische Felder nach aktuellem Stand der Wissenschaft unwahrscheinlich ist.
Trotz der fortschreitenden Digitalisierung und steigender Zahl elektromagnetischer Quellen sind die Gesamtemissionen annähernd gleichgeblieben. Der Grund: Moderne Endgeräte und Mobilfunknetze arbeiten heute rund 5.000-mal effizienter als zu Beginn der mobilen Datenübertragung.
Für den aktuellen Konsensus analysierten Experten des WBF in Zusammenarbeit mit externen Fachleuten 174 Studien, die zwischen Juli 2024 und Juni 2025 veröffentlicht wurden. Untersucht wurden Human-, Tier- und Zellstudien zu verschiedenen Gesundheitsbereichen wie Krebserkrankungen, Gehirn und Nervensystem, Schlaf, Kinder und Jugendliche sowie männliche Fertilität.
Die Publikationen des vergangenen Jahres erbrachten bei Einhaltung der Grenzwerte keine neuen epidemiologisch fundierten Hinweise auf gesundheitliche Schäden durch Mobilfunk. Systematische Reviews und Meta-Analysen zeigen keinen Zusammenhang mit der Entstehung von Krebserkrankungen.
Negative Auswirkungen auf kognitive Funktionen können nach heutigem Wissensstand ausgeschlossen werden. Einzelne Studien zeigen zwar Veränderungen in Messungen der Hirnaktivität, diese haben jedoch keine gesundheitliche Relevanz. Auch für chronische neurologische Erkrankungen wie Kopfschmerzen, Epilepsie oder neurodegenerative Erkrankungen sowie für die Schlafqualität wurden keine negativen Effekte festgestellt.
Es liegen weiterhin keine belastbaren Daten vor, die klinisch relevante Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern auf Kinder und Jugendliche zeigen.
Der WBF weist darauf hin, dass nur wenige Studien auf neueren Originaldaten beruhen und der überwiegende Teil der untersuchten Zellstudien erhebliche methodische Schwächen aufweist. Ergebnisse aus Tier- und Zellstudien lassen sich nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen. Zudem bedeutet nicht jeder messbare Effekt automatisch eine gesundheitliche Beeinträchtigung.
Durch die rasche Weiterentwicklung von Funktechnologien bestehen weiterhin offene Fragen zur Messung der Exposition und zur Übertragbarkeit von Tierstudien. Der WBF empfiehlt daher standardisierte, verbesserte Messmethoden und zusätzliche Forschung, insbesondere im Millimeterwellenbereich.