Ab 1. Jänner 2026 wird Bulgarien das 21. Mitglied der Eurozone – Österreicher können alte Banknoten bis März umtauschen
Bulgarien tritt der Eurozone bei. Die Oesterreichische Nationalbank bietet bis März 2026 kostenlosen Umtausch bulgarischer Lewa-Banknoten in Wien und Innsbruck an.
Es ist ein historischer Moment für die Europäische Union: Mit 1. Jänner 2026 wird Bulgarien offiziell das 21. Mitglied der Eurozone und verabschiedet sich damit von seiner bisherigen Landeswährung, dem bulgarischen Lew. Für alle, die noch Lewa-Banknoten zu Hause haben – sei es von einem Urlaub am Schwarzen Meer oder einer Geschäftsreise nach Sofia – gibt es gute Nachrichten: Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) bietet einen kostenlosen Umtauschservice an.
Nach jahrelangen Vorbereitungen hat Bulgarien sämtliche Konvergenzkriterien erfüllt, die für den Beitritt zur Eurozone erforderlich sind. Diese strengen wirtschaftlichen Vorgaben stellen sicher, dass neue Mitglieder die Stabilität der gemeinsamen Währung nicht gefährden. Für die rund 6,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des südosteuropäischen Landes beginnt damit ein neues Kapitel.
Der Wechselkurs wurde unwiderruflich auf 1,95583 bulgarische Lewa (BGN) für einen Euro festgelegt. Dieser Kurs gilt verbindlich und wird sich nicht mehr ändern – ein wichtiger Faktor für alle, die noch über Lewa-Bestände verfügen und diese umtauschen möchten.
Die Einführung des Euro in Bulgarien bringt zahlreiche praktische Verbesserungen mit sich, die besonders österreichische Urlauberinnen und Urlauber sowie Geschäftsreisende zu schätzen wissen werden. Der wohl offensichtlichste Vorteil: Der lästige Währungsumtausch entfällt künftig vollständig. Wer bisher einen Strandurlaub in Bulgarien verbracht oder die kulturellen Sehenswürdigkeiten des Landes erkundet hat, musste stets Geld wechseln und dabei oft ungünstige Kurse oder hohe Gebühren in Kauf nehmen.
Mit dem Euro in der Tasche können Reisende nun direkt bezahlen – ob im Restaurant in Varna, beim Skifahren in Bansko oder beim Sightseeing in der Hauptstadt Sofia. Die erhöhte Preistransparenz ist ein weiterer wesentlicher Vorteil: Preise lassen sich künftig direkt mit jenen in Österreich vergleichen, ohne umständliche Umrechnungen im Kopf durchführen zu müssen.
Auch für die Wirtschaft beider Länder ergeben sich positive Effekte. Der Handel zwischen Österreich und Bulgarien wird durch den Wegfall von Wechselkursrisiken und Transaktionskosten erleichtert. Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen nach Bulgarien pflegen, profitieren von vereinfachten Zahlungsabwicklungen und mehr Planungssicherheit.
Für alle, die noch bulgarische Lewa-Banknoten besitzen, hat die Oesterreichische Nationalbank ein attraktives Angebot: Vom 2. Jänner bis zum 2. März 2026 können diese Banknoten gebührenfrei in Euro getauscht werden. Dieses Zeitfenster von zwei Monaten bietet ausreichend Gelegenheit, den Umtausch in Ruhe durchzuführen.
Der Service steht an zwei Standorten zur Verfügung: an der OeNB-Kasse in Wien sowie in Innsbruck. Damit können sowohl Bewohnerinnen und Bewohner der Bundeshauptstadt als auch Menschen im Westen Österreichs den Service bequem nutzen, ohne weite Wege auf sich nehmen zu müssen.
Die Hauptkasse der OeNB befindet sich am Otto-Wagner-Platz 3 im 9. Wiener Gemeindebezirk. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag jeweils von 08:00 bis 12:00 Uhr sowie von 13:00 bis 15:00 Uhr. Der Standort ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar und liegt zentral in der Nähe des Alsergrunds.
In der Tiroler Landeshauptstadt steht die OeNB-Kasse in der Adamgasse 2 zur Verfügung. Die Öffnungszeiten sind identisch mit jenen in Wien: Montag bis Freitag von 08:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 15:00 Uhr. Der Standort liegt zentral in Innsbruck und ist für Kundinnen und Kunden aus ganz Westösterreich gut erreichbar.
Bevor man sich auf den Weg zur OeNB macht, sollte man einige wichtige Regelungen beachten. Der Umtausch ist auf Banknoten beschränkt, die zum Zeitpunkt des Tauschs in Bulgarien noch gesetzliches Zahlungsmittel sind. Das bedeutet konkret, dass einige Währungsformen vom Umtausch ausgeschlossen sind.
Bulgarische Münzen werden von der OeNB nicht getauscht. Wer noch Lewa-Münzen besitzt, muss diese entweder in Bulgarien selbst umtauschen oder als Souvenir behalten. Gleiches gilt für alte Banknotenserien, die in Bulgarien bereits ihren Status als gesetzliches Zahlungsmittel verloren haben.
Eine besondere Regelung betrifft die 1- und 2-Lewa-Banknoten aus der Banknotenserie des Jahres 1999. Diese sind ebenfalls vom Umtausch ausgeschlossen, da sie in Bulgarien nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Wer solche älteren Scheine besitzt, sollte sich vorab bei der bulgarischen Nationalbank über mögliche Umtauschmöglichkeiten informieren.
Pro Transaktion beziehungsweise pro Person und Tag ist der Umtausch auf einen Betrag von 2.000 bulgarischen Lewa limitiert. Umgerechnet entspricht dies etwa 1.023 Euro. Für die meisten Privatpersonen, die von einem Urlaub noch Restbestände übrig haben, dürfte dieses Limit mehr als ausreichend sein. Wer größere Beträge umtauschen möchte, muss dies an mehreren Tagen erledigen oder sich an andere Umtauschstellen wenden.
Der Weg Bulgariens in die Eurozone war lang und nicht immer einfach. Das Land trat bereits 2007 der Europäischen Union bei, doch die Erfüllung der strengen Konvergenzkriterien für die Euro-Einführung erforderte viele Jahre wirtschaftlicher Anstrengungen und Reformen.
Die Konvergenzkriterien umfassen unter anderem eine niedrige Inflationsrate, ein stabiles Verhältnis von Staatsverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt, stabile Wechselkurse und niedrige langfristige Zinssätze. Bulgarien musste beweisen, dass seine Wirtschaft robust genug ist, um Teil der Währungsunion zu werden, ohne deren Stabilität zu gefährden.
Mit der Euro-Einführung rückt Bulgarien nun noch enger an die wirtschaftliche Kernzone Europas heran. Für das Land selbst bedeutet dies eine verstärkte Integration in den europäischen Binnenmarkt und bessere Bedingungen für ausländische Investitionen. Die gemeinsame Währung schafft Vertrauen und reduziert wirtschaftliche Unsicherheiten.
Bulgarien ist seit Jahren ein beliebtes Reiseziel für österreichische Urlauberinnen und Urlauber. Die Schwarzmeerküste lockt mit kilometerlangen Sandstränden und günstigen Preisen, während die Bergregionen im Winter zum Skifahren einladen. Auch kulturell hat das Land mit seiner reichen Geschichte und den gut erhaltenen historischen Städten viel zu bieten.
Ab Jänner 2026 wird das Reisen nach Bulgarien noch unkomplizierter. Die gewohnte Währung kann direkt verwendet werden, und Preisvergleiche werden deutlich einfacher. Wer noch vor dem Jahreswechsel nach Bulgarien reist, sollte allerdings bedenken, dass dort bis Ende 2025 noch der Lew gilt. Es empfiehlt sich, bei der Rückreise möglichst wenig Bargeld übrig zu haben – oder den Restbetrag bis März 2026 bei der OeNB umzutauschen.
Mit Bulgarien als 21. Mitglied setzt die Eurozone ihren Expansionskurs fort. Die gemeinsame Währung, die 2002 als Bargeld eingeführt wurde, ist heute das Zahlungsmittel für über 340 Millionen Menschen in Europa. Die schrittweise Erweiterung zeigt, dass der Euro trotz vergangener Krisen weiterhin als Stabilitätsanker wahrgenommen wird.
Für Österreich als Gründungsmitglied der Eurozone ist die Erweiterung ein positives Signal. Jedes neue Mitglied stärkt den gemeinsamen Wirtschaftsraum und erleichtert den grenzüberschreitenden Handel sowie den Tourismus. Die OeNB leistet mit ihrem Umtauschservice einen praktischen Beitrag, um den Übergang für alle Betroffenen so reibungslos wie möglich zu gestalten.
Wer noch bulgarische Lewa-Banknoten zu Hause hat, sollte die Gelegenheit nutzen und diese im Zeitraum vom 2. Jänner bis 2. März 2026 bei der OeNB in Wien oder Innsbruck gebührenfrei in Euro tauschen. Der Service ist unkompliziert und kostenlos – eine Chance, die man nicht ungenutzt verstreichen lassen sollte.
Es empfiehlt sich, vor dem Besuch der OeNB-Kasse die eigenen Banknoten zu überprüfen und sicherzustellen, dass es sich um gültige Serien handelt. Bei Fragen steht die Oesterreichische Nationalbank über ihre Website und telefonisch zur Verfügung. Mit etwas Planung lässt sich der Umtausch schnell und problemlos erledigen – und die alten Urlaubsscheine werden zu barem Euro.