Niederösterreich ruft zu bewusstem Umgang mit Abfällen nach den Feiertagen auf – NÖLI-System macht Altölsammlung einfach
Nach Weihnachten und Silvester fallen Christbäume und Speiseöl als Abfall an. So entsorgen Sie beides richtig und schonen Umwelt und Infrastruktur.
Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei, der Christbaum nadelt vor sich hin und in der Küche steht noch das Fondue-Öl vom Silvesterabend. Was für viele Haushalte eine lästige Pflicht darstellt, ist aus Umweltsicht ein wichtiger Moment: Die richtige Entsorgung dieser saisonalen Abfälle kann einen erheblichen Beitrag zum Ressourcenschutz leisten.
Rund um Weihnachten und Silvester erreicht der Verbrauch von Speiseöl in österreichischen Haushalten seinen Höhepunkt. Fondue, Schnitzel und andere Bratgerichte gehören für viele Familien zum festlichen Speiseplan. Doch was passiert mit dem verwendeten Öl, wenn das Festmahl beendet ist?
Was vielen nicht bewusst ist: Wird altes Speiseöl einfach in den Abfluss geschüttet, verursacht dies erhebliche Probleme im Kanalnetz und in den Kläranlagen. Das Öl setzt sich an den Rohrleitungen ab, führt zu Verstopfungen und belastet die Reinigungsprozesse in den kommunalen Kläranlagen. Die langfristigen Folgekosten dieser unsachgemäßen Entsorgung tragen letztlich die Gemeinden – und damit alle Bürgerinnen und Bürger.
"Gerade rund um die Feiertage zeigt sich, wie wichtig ein bewusster Umgang mit unseren Ressourcen ist. Wer Speiseöl richtig sammelt, leistet einen wirksamen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt und zur Entlastung der Gemeinden", betont LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.
Eine praktische und kostenlose Lösung für die Speiseölentsorgung bietet in Niederösterreich der sogenannte NÖLI. Dabei handelt es sich um ein spezielles Sammelgefäß, das die sichere Aufbewahrung von gebrauchtem Speiseöl ermöglicht. Das Prinzip ist denkbar einfach: Altes Frittier-, Brat- oder Salatöl wird in den Behälter gefüllt, anstatt es in den Ausguss zu kippen.
Ist der NÖLI voll, kann er in jedem Wertstoffzentrum in Niederösterreich abgegeben werden. Dort erhält man im Austausch einen gereinigten Behälter zurück – ein unkomplizierter Kreislauf, der die Umwelt schont. Die gesammelten Altöle werden anschließend zu einem wertvollen Rohstoff für die Biodieselproduktion weiterverarbeitet. Aus dem vermeintlichen Abfall entsteht so ein nachhaltiger Treibstoff.
Gesammelt werden können grundsätzlich alle pflanzlichen Speiseöle und -fette:
Wichtig ist, dass keine Fremdstoffe wie Essensreste in den Behälter gelangen. Auch Mineralöle oder Motoröle gehören selbstverständlich nicht in den NÖLI, sondern müssen gesondert als Problemstoffe entsorgt werden.
Neben dem Speiseöl steht nach den Feiertagen noch eine weitere typische Entsorgungsaufgabe an: der Christbaum. Millionen von Bäumen werden jedes Jahr in Österreich aufgestellt und müssen nach der Weihnachtszeit wieder entsorgt werden. Auch hier gilt: Mit der richtigen Vorgehensweise wird aus dem Baum ein wertvoller Rohstoff.
Viele Gemeinden in Niederösterreich bieten eigene Sammelstellen für Christbäume an oder organisieren Abholservices, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen wie der Feuerwehr oder Pfadfindergruppen. Die gesammelten Bäume werden anschließend kompostiert oder energetisch verwertet – etwa in Biomasseheizwerken, wo sie zur Wärmeerzeugung beitragen.
Damit der Christbaum problemlos weiterverwertet werden kann, muss er vollständig von Dekoration befreit sein. Folgende Punkte sollten beachtet werden:
Ein sauber abgeschmückter Baum kann ohne Probleme in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden. Verbleiben hingegen Metallteile oder Kunststoffe am Baum, wird die Kompostierung erschwert oder sogar unmöglich gemacht.
"Mit einfachen Handgriffen kann jeder und jede dazu beitragen, dass Abfall richtig verwertet wird und wertvolle Rohstoffe im Kreislauf bleiben. Nachhaltigkeit beginnt im eigenen Haushalt und wirkt weit über die Feiertage hinaus", erklärt Christian Macho, Präsident der NÖ Umweltverbände.
Tatsächlich zeigt sich gerade bei der Entsorgung nach den Feiertagen, wie sehr individuelles Handeln und kollektiver Umweltschutz zusammenhängen. Die wenigen Minuten, die das korrekte Sammeln von Speiseöl oder das Abschmücken des Christbaums in Anspruch nehmen, haben weitreichende positive Auswirkungen.
Wer seine Abfälle nach den Feiertagen richtig entsorgt, profitiert gleich mehrfach:
In Niederösterreich sind die Umweltverbände zentrale Anlaufstellen für alle Fragen rund um die richtige Abfallentsorgung. Wer einen NÖLI-Behälter benötigt oder wissen möchte, wo sich die nächste Christbaum-Sammelstelle befindet, kann sich direkt an den zuständigen Umweltverband oder die eigene Gemeinde wenden.
Die Wertstoffzentren in Niederösterreich nehmen nicht nur volle NÖLI-Behälter entgegen, sondern informieren auch über weitere Möglichkeiten der umweltgerechten Entsorgung. Viele Gemeinden veröffentlichen zudem eigene Abfallkalender mit genauen Terminen für die Christbaumsammlung.
Die Zeit nach den Feiertagen bietet eine gute Gelegenheit, das eigene Entsorgungsverhalten zu überdenken und nachhaltige Gewohnheiten zu etablieren. Der NÖLI für Speiseöl und die korrekte Christbaum-Entsorgung sind dabei nur zwei Beispiele von vielen.
Wer diese einfachen Maßnahmen beherzigt, schützt nicht nur die Umwelt und die kommunale Infrastruktur, sondern startet auch mit einem guten Gefühl ins neue Jahr. Denn Nachhaltigkeit beginnt oft mit kleinen Schritten – und die Feiertage sind ein idealer Anlass, damit zu beginnen.