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EPH Group plant Luxus-Resort in Vorarlberg mit 499 Betten

2. April 2026 um 19:46
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Ein neues Kapitel für den Vorarlberger Wintertourismus: Die EPH Group AG aus Wien hat eine wegweisende Vorabvereinbarung für ein ambitioniertes Resort-Projekt in Vorarlberg unterzeichnet. Das gepla...

Ein neues Kapitel für den Vorarlberger Wintertourismus: Die EPH Group AG aus Wien hat eine wegweisende Vorabvereinbarung für ein ambitioniertes Resort-Projekt in Vorarlberg unterzeichnet. Das geplante Luxushotel mit 499 Betten soll direkt neben einer Seilbahnstation entstehen und verspricht, die Tourismuslandschaft des westlichsten Bundeslands nachhaltig zu prägen. Das Besondere an diesem Deal: Statt einer herkömmlichen Kaufpreiszahlung tauscht EPH strategisch Parkplätze gegen Baugrund - ein innovativer Ansatz, der in der österreichischen Immobilienbranche Aufmerksamkeit erregt.

Strategische Lage direkt an der Seilbahn als Schlüssel zum Erfolg

Die Standortwahl des geplanten Resorts ist alles andere als zufällig. Die Immobilie befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einer Seilbahnstation und bietet dadurch direkten Zugang zu einem großen, schneesicheren Skigebiet mit hochwertigem alpinen Angebot. Diese Ski-in, Ski-out Lage gilt in der Tourismusbranche als Königsdisziplin der Standortqualität und verspricht ganzjährig hohe Auslastungsraten.

Vorarlberg hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer der exklusivsten Wintersportdestinationen Österreichs entwickelt. Das Bundesland verzeichnete in der Saison 2024/25 über 8,2 Millionen Übernachtungen, wobei der Trend klar in Richtung Premium-Tourismus geht. Die durchschnittliche Übernachtungsrate in 4- und 5-Sterne-Hotels liegt bei beeindruckenden 89 Prozent während der Hauptsaison - ein Indikator für die hohe Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Unterkünften.

Was bedeutet "4-Sterne-Kategorie" in der österreichischen Hotellerie?

Die geplante Einordnung als "mindestens 4-Sterne-Hotel" folgt den strengen Kriterien der österreichischen Hotelklassifizierung. Ein 4-Sterne-Hotel muss mindestens 20 Quadratmeter Zimmerfläche bieten, eine 24-Stunden-Rezeption vorhalten und gehobene Ausstattungsstandards erfüllen. Dazu zählen klimatisierte Räume, Minibar, kostenloses WLAN und ein umfassendes Serviceangebot. In Vorarlberg liegt der durchschnittliche Zimmerpreis für 4-Sterne-Hotels während der Wintersaison zwischen 180 und 350 Euro pro Nacht, wobei Ski-in, Ski-out Locations oft Premiumaufschläge von 20 bis 40 Prozent erzielen können.

Innovative Finanzierungsstruktur ohne Kaufpreiszahlung

Das Geschäftsmodell der EPH Group für dieses Projekt ist in der österreichischen Immobilienbranche außergewöhnlich. Anstatt einen traditionellen Kaufpreis zu zahlen, erhält der Grundstückseigentümer eine definierte Anzahl von Stellplätzen in der geplanten Tiefgarage des Hotels. Diese werden von EPH auf eigene Kosten errichtet. Experten schätzen den Wert eines Tiefgaragenstellplatzes in touristischen Toplagen Vorarlbergs auf 35.000 bis 55.000 Euro - je nach genauer Lage und Ausstattung.

Diese Tauschkonstruktion bringt für beide Seiten erhebliche Vorteile: Der Grundstückseigentümer erhält langfristig wertvolle Parkplätze in einer Region, wo Stellplätze besonders in der Wintersaison extrem begehrt sind. EPH wiederum kann Liquidität schonen und gleichzeitig ein strategisch wichtiges Grundstück für die Hotelentwicklung sichern. In einem Marktumfeld, wo Baugrundstücke in Seilbahnnähe Preise von 1.500 bis 3.000 Euro pro Quadratmeter erzielen, stellt dies eine clevere Finanzierungsstrategie dar.

Due Diligence und rechtliche Hürden im Detail

Bevor der finale Vertragsabschluss erfolgen kann, steht eine umfassende Due-Diligence-Prüfung an. Dieser Prozess umfasst in der österreichischen Immobilienbranche typischerweise die Überprüfung von Eigentumsrechtsverhältnissen, Baurechten, Umweltauflagen und tourismusrechtlichen Bestimmungen. Besonders in Vorarlberg sind die Bauvorschriften aufgrund des alpinen Charakters und des Naturschutzes besonders streng geregelt.

Die bereits erteilte Baugenehmigung ist ein wichtiger Meilenstein, jedoch benötigt EPH noch eine sogenannte "Tektur-Genehmigung" für ihre spezifischen Projektanpassungen. Eine Tektur-Genehmigung ist in Österreich erforderlich, wenn wesentliche Änderungen an bereits genehmigten Bauplänen vorgenommen werden. Der Genehmigungsprozess kann je nach Komplexität der Änderungen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren dauern.

EPH Group AG: Profil eines wachsenden Immobilienentwicklers

Die EPH Group AG mit Sitz in der Wiener Gumpendorfer Straße ist ein börsennotiertes Unternehmen, das an den Handelsplätzen Frankfurt, Stuttgart, Paris und Wien gelistet ist. Das Unternehmen konzentriert sich auf Immobilienentwicklung und hat in den vergangenen Jahren mehrere Projekte im gehobenen Segment realisiert. Mit den ISIN-Codes DE000A3L7AM8, DE000A3LJCB4 und AT0000A34DM3 ist EPH sowohl im deutschen als auch österreichischen Kapitalmarkt präsent.

Die strategische Ausrichtung auf Premium-Tourismusprojekte zeigt das wachsende Bewusstsein der Unternehmensführung für die Potentiale des österreichischen Wintertourismus. Vorarlberg gilt dabei als besonders attraktiver Markt, da hier internationale Gäste bereit sind, überdurchschnittliche Preise für exklusive Erlebnisse zu zahlen.

Vorarlberger Tourismusmarkt im österreichweiten Vergleich

Vorarlberg nimmt im österreichischen Tourismusvergleich eine Sonderstellung ein. Während Tirol mit 54,8 Millionen Übernachtungen (2024) das volumenstärkste Bundesland ist, erzielt Vorarlberg mit 8,2 Millionen Übernachtungen die höchste durchschnittliche Ausgabe pro Gast. Der durchschnittliche Tagesumsatz pro Tourist liegt in Vorarlberg bei 156 Euro, verglichen mit 134 Euro in Salzburg und 142 Euro in Tirol.

Diese Zahlen unterstreichen die Attraktivität des Vorarlberger Marktes für Premium-Hotelprojekte. Die Kombination aus schneesicheren Skigebieten, gehobener Gastronomie und der Nähe zur Schweiz und zu Liechtenstein macht das Bundesland zu einem Magneten für kaufkräftige Gäste aus Deutschland, der Schweiz und anderen europäischen Ländern.

Wirtschaftliche Auswirkungen für die Region

Ein Resort mit 499 Betten hat erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf die lokale Gemeinschaft. Basierend auf Erfahrungswerten ähnlicher Projekte entstehen während der Bauphase etwa 200 bis 300 Arbeitsplätze. Im laufenden Betrieb rechnen Experten mit 80 bis 120 Vollzeitäquivalenten, vom Hotelmanagement über Housekeeping bis hin zu Restaurant- und Wellness-Personal.

Die indirekten Effekte sind noch bedeutsamer: Lokale Zulieferer, Handwerksbetriebe und Dienstleister profitieren langfristig von der erhöhten Nachfrage. Studien der Wirtschaftskammer Vorarlberg zeigen, dass jeder Euro, der in einem 4-Sterne-Hotel umgesetzt wird, weitere 1,8 Euro in der regionalen Wertschöpfung generiert. Bei einer konservativen Schätzung von 25 Millionen Euro Jahresumsatz würde das Resort also zusätzlich 45 Millionen Euro regionale Wertschöpfung generieren.

Nachhaltigkeit und alpine Raumplanung

Die Entwicklung großer Tourismusprojekte in den Alpen steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen und nachhaltiger Raumplanung. Vorarlberg hat in den vergangenen Jahren strenge Richtlinien für nachhaltige Tourismusentwicklung implementiert. Neue Hotels müssen Mindeststandards für Energieeffizienz erfüllen und lokale Baumaterialien verwenden.

Das EPH-Projekt wird sich an diesen Vorgaben messen lassen müssen. Moderne 4-Sterne-Hotels in alpinen Lagen setzen heute auf Photovoltaik-Anlagen, Geothermie-Nutzung und intelligente Gebäudetechnik. Die Investitionskosten für nachhaltige Technologien liegen typischerweise 15 bis 25 Prozent über konventionellen Lösungen, amortisieren sich aber durch niedrigere Betriebskosten innerhalb von acht bis zwölf Jahren.

Marktausblick und Zukunftsperspektiven

Der österreichische Wintertourismusmarkt steht vor interessanten Herausforderungen und Chancen. Der Klimawandel verstärkt den Trend zu höhergelegenen, schneesicheren Skigebieten - ein Vorteil für Vorarlberger Destinationen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach ganzjährigen Angeboten, was Premium-Hotels dazu zwingt, attraktive Sommer-Packages zu entwickeln.

Experten prognostizieren für die kommenden zehn Jahre eine Konsolidierung im österreichischen Hotelmarkt. Während kleinere, schlecht positionierte Betriebe unter Druck geraten, können gut gelegene Premium-Hotels mit professionellem Management weiter wachsen. Die EPH Group positioniert sich mit ihrem Vorarlberg-Projekt strategisch in diesem Trend.

Die internationale Nachfrage nach österreichischen Wintersportdestinationen bleibt robust. Insbesondere Gäste aus den USA und Asien entdecken zunehmend die österreichischen Alpen als Alternative zu überfüllten Schweizer Destinationen. Vorarlberg profitiert dabei von seiner Authentizität und der noch überschaubaren Touristendichte.

Herausforderungen und Risiken

Neben den positiven Aussichten muss EPH auch verschiedene Risikofaktoren berücksichtigen. Die Baukosten in Österreich sind in den vergangenen drei Jahren um durchschnittlich 28 Prozent gestiegen. Besonders in alpinen Lagen verteuern komplexe Logistik und strenge Umweltauflagen die Realisierung erheblich.

Der Fachkräftemangel in der Hotellerie stellt eine weitere Herausforderung dar. Vorarlberg verzeichnet in der Gastronomie und Hotellerie eine Vakanzrate von 12 Prozent. Erfolgreiche Hotelprojekte müssen heute attraktive Arbeitsbedingungen und oft Personalwohnungen anbieten, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.

Das ambitionierte Resort-Projekt der EPH Group in Vorarlberg steht exemplarisch für die Transformation des österreichischen Tourismus hin zu Premium-Segmenten. Mit seiner durchdachten Finanzierungsstruktur, der strategischen Lage und dem klaren Fokus auf gehobene Standards könnte es zu einem Referenzprojekt für künftige Entwicklungen werden. Der Erfolg wird letztendlich davon abhängen, wie geschickt EPH die regulatorischen Hürden meistert und das Projekt in die sensible alpine Landschaft Vorarlbergs integriert. Für die Region verspricht das Resort nicht nur neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung, sondern auch eine weitere Stärkung der Position als exklusive Destination im internationalen Wintertourismus.

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