Pracher-Hilander sieht Beitragszahler im Stich gelassen
Die FPÖ-Abgeordnete Pracher-Hilander kritisiert parlamentarische Anfragen zufolge 22 Millionen medizinische Leistungen für Nichtösterreicher in zehn Jahren.
Im Zuge der parlamentarischen Debatte zum Monitoring-Bericht im Gesundheitsbereich hat die freiheitliche Nationalratsabgeordnete Mag. Katayun Pracher-Hilander scharfe Kritik an der österreichischen Bundesregierung geübt. Zentral dabei: die Behandlung von Nichtösterreichern im heimischen Gesundheitssystem und deren Auswirkungen auf die Beitragszahler.
Pracher-Hilander betonte in ihrer Rede die Bedeutung des parlamentarischen Monitoring als "äußerst wichtiges Instrument für die politische Arbeit und für die politische Verantwortung". Sie verwies darauf, dass nicht nur Ministerien über Monitoring-Instrumente verfügen, sondern auch das Parlament durch parlamentarische Anfragen wichtige Kontrollfunktionen ausübt.
"Als Oppositionsabgeordnete ist es nicht nur unser Recht, sondern unsere Pflicht, dieses Instrument zu nutzen, der Regierung auf die Finger zu schauen und Fakten abzufragen, auf die die Bevölkerung ein Anrecht hat", erklärte die FPÖ-Politikerin während der Nationalratssitzung.
Den Kern ihrer Kritik bildeten Ergebnisse parlamentarischer Anfragen, die nach Angaben der Abgeordneten enthüllten, dass in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 22 Millionen medizinische Leistungen für Nichtösterreicher erbracht wurden. Diese Zahl bezeichnete Pracher-Hilander nicht als "abstrakte Statistik", sondern als konkrete Belastung für das österreichische Gesundheitssystem.
Nach Darstellung der FPÖ-Abgeordneten stehen diese Behandlungen für eine "milliardenschwere Kostenstelle für den Steuerzahler". Darüber hinaus führten sie zu praktischen Problemen im Gesundheitswesen: verlängerte Wartezeiten, verschobene Untersuchungstermine und aufgeschobene Operationen seien die direkten Folgen.
Besonders problematisch sieht Pracher-Hilander die Situation für österreichische Beitragszahler: "Diese 22 Millionen Leistungen treffen vor allem jene, die ein Leben lang in das System eingezahlt haben und ein Anrecht auf eine zeitnahe und adäquate medizinische Versorgung haben."
Die FPÖ-Politikerin wies zudem darauf hin, dass die genannten Zahlen nur einen Teilbereich abdecken würden. Leistungen der Sozialversicherung oder des niedergelassenen Bereichs seien in dieser Statistik noch nicht einmal berücksichtigt, was das tatsächliche Ausmaß noch größer erscheinen lasse.
Scharfe Worte fand Pracher-Hilander für die Reaktionen der anderen Parlamentsparteien auf diese Zahlen. Statt sich sachlich mit den Daten auseinanderzusetzen, würde der Opposition vorgeworfen, "menschenverachtende Anfragen" zu stellen. Die anderen Parteien - von der FPÖ als "Einheitspartei" bezeichnet - würden den "medizinischen Voll-Service für Nicht-Österreicher als Akt der Solidarität verteidigen".
In diesem Zusammenhang stellte die freiheitliche Abgeordnete eine zentrale Frage in den Raum: "Wo bleibt die Solidarität gegenüber der eigenen Bevölkerung? Und wo bleibt die Solidarität gegenüber jenen, die nach Österreich gekommen sind, hier arbeiten, hier leben und hier in das Sozialsystem einzahlen?"
Diese Fragestellung zielt auf eine Differenzierung ab zwischen Personen, die aktiv in das österreichische Sozialsystem einzahlen, und solchen, die Leistungen in Anspruch nehmen, ohne entsprechende Beiträge geleistet zu haben.
Abschließend verteidigte Pracher-Hilander das Vorgehen ihrer Partei mit einem grundsätzlichen Verweis auf demokratische Prinzipien. "Transparenz, Kontrolle und das Einfordern von Fakten seien keine Menschenverachtung, sondern parlamentarische Pflicht – im Interesse der österreichischen Bevölkerung."
Die Debatte um den Monitoring-Bericht im Gesundheitsbereich zeigt die unterschiedlichen Ansätze der Parlamentsparteien beim Umgang mit Gesundheitsdaten auf. Während die FPÖ eine restriktivere Herangehensweise bei Leistungen für Nichtösterreicher fordert, sehen andere Parteien humanitäre Verpflichtungen im Vordergrund.
Der von Pracher-Hilander angesprochene Monitoring-Bericht soll nach ihren Worten "zumindest teilweise einen Ist-Soll-Stand liefern" und damit eine Grundlage für politische Entscheidungen schaffen. Die parlamentarische Anfrage als Kontrollinstrument ermöglicht es Oppositionsparteien, spezifische Daten von der Regierung einzufordern.
Die von der FPÖ vorgebrachten Zahlen werfen Fragen zur Finanzierung und Kapazität des österreichischen Gesundheitssystems auf. 22 Millionen medizinische Leistungen über zehn Jahre bedeuten im Durchschnitt 2,2 Millionen Behandlungen pro Jahr für Nichtösterreicher.
Diese Inanspruchnahme erfolgt in einem Umfeld, in dem auch österreichische Patienten mit Wartezeiten und Kapazitätsproblemen konfrontiert sind. Die Balance zwischen humanitären Verpflichtungen und der Versorgung der eigenen Bevölkerung bleibt eine zentrale gesundheitspolitische Herausforderung.
Während konkrete Kostenangaben in der Pressemitteilung nicht genannt werden, spricht Pracher-Hilander von einer "milliardenschweren Kostenstelle". Diese Einschätzung deutet auf erhebliche finanzielle Belastungen für das österreichische Gesundheitssystem hin, die letztendlich von den Beitragszahlern und Steuerzahlern getragen werden müssen.
Die Diskussion um diese Zahlen dürfte auch in den kommenden parlamentarischen Debatten eine wichtige Rolle spielen, da sie grundsätzliche Fragen zur Ausrichtung der österreichischen Gesundheitspolitik aufwirft.