Ein bewegendes Porträt der queeren Geschichte Österreichs und ein mutiger Film über assistierten Suizid haben am 20. März 2026 die höchsten Auszeichnungen für humanistisches Dokumentarfilmschaffen
Ein bewegendes Porträt der queeren Geschichte Österreichs und ein mutiger Film über assistierten Suizid haben am 20. März 2026 die höchsten Auszeichnungen für humanistisches Dokumentarfilmschaffen erhalten. Bei der neunten Verleihung des Franz-Grabner-Preises in Graz wurden zwei Produktionen geehrt, die gesellschaftliche Tabuthemen mit außergewöhnlicher Sensibilität behandeln und dabei neue Maßstäbe für den österreichischen Dokumentarfilm setzen.
Den Preis in der Kategorie Fernsehdokumentarfilm sicherte sich die ORF-Koproduktion „Österreich unter dem Regenbogen" von Regisseur Robert Styblo. Der Film erzählt die Geschichte der queeren Gemeinschaft in der Zweiten Republik – von den dunklen Zeiten der Verfolgung bis zu den heutigen Errungenschaften der LGBTIQ+-Bewegung. Die Jury würdigte besonders die empathische Herangehensweise: „Anhand persönlicher Lebensgeschichten wird der lange Kampf um Anerkennung und Gleichstellung der queeren Community empathisch, behutsam und zugleich lebendig, laut und lebensfroh erzählt."
Der Begriff „queere Gemeinschaft" umfasst Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten, die nicht der heterosexuellen oder cisgender Norm entsprechen. Dazu gehören Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Intersex und weitere Identitäten. In Österreich war Homosexualität zwischen Männern bis 1971 vollständig strafbar, zwischen erwachsenen Männern und Jugendlichen sogar bis 2002. Diese rechtliche Diskriminierung prägte Generationen und machte ein offenes Leben unmöglich.
In der Kategorie Kinodokumentarfilm überzeugte „Grünes Licht" von Pavel Cuzuioc die Fachjury. Der Film begleitet den deutschen Neuropsychiater Dr. Johann Spittler bei seiner Arbeit mit Menschen, die einen assistierten Suizid wünschen. Die Jury lobte den „mutigen Film