Wirtschaftsbund sieht in Forschungsförderung wichtigen Schritt für Standort
Mit 5,5 Milliarden Euro will die Regierung Forschung und Innovation stärken. Der Wirtschaftsbund begrüßt den FTI-Pakt als wichtigen Baustein.
Die österreichische Bundesregierung hat heute einen bedeutenden Schritt zur Stärkung des Forschungs- und Innovationsstandorts gesetzt. Der im Ministerrat beschlossene FTI-Pakt (Forschung, Technologie und Innovation) umfasst ein Volumen von 5,5 Milliarden Euro und soll die Wettbewerbsfähigkeit des Landes nachhaltig stärken.
Der FTI-Pakt stellt einen zentralen Baustein der österreichischen Industriestrategie dar. "Wenn wir den Aufschwung schaffen wollen, müssen wir jetzt gezielt in Zukunft investieren und unseren Betrieben Sicherheit geben", erklärt Wirtschaftsbund-Generalsekretärin Tanja Graf. Die Maßnahme kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, in dem sich Österreich im internationalen Wettbewerb um innovative Technologien und hochqualifizierte Arbeitsplätze behaupten muss.
Von den insgesamt 5,5 Milliarden Euro sind 2,6 Milliarden Euro speziell für Schlüsseltechnologien vorgesehen. Diese Schwerpunktsetzung unterstreicht die Bedeutung zukunftsweisender Bereiche wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Biotechnologie und nachhaltige Energiesysteme für die österreichische Wirtschaft.
Der FTI-Pakt ist jedoch nicht als isolierte Maßnahme zu verstehen, sondern bildet Teil eines breiteren wirtschaftspolitischen Gesamtpakets. Dieses umfasst verschiedene Komponenten:
Diese Maßnahmen verfolgen gemeinsam das Ziel, mehr Investitionen anzuziehen, Innovationen zu fördern und die Wertschöpfung im eigenen Land zu steigern. "Damit stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit und sichern Arbeitsplätze in Österreich", betont Graf.
Bemerkenswert ist, dass das Budget für den FTI-Pakt trotz des herrschenden Konsolidierungsdrucks abgesichert werden konnte. In Zeiten, in denen viele Bereiche mit Sparmaßnahmen konfrontiert sind, unterstreicht diese Entscheidung die hohe Priorität, die die Regierung Forschung und Innovation beimisst.
"Gerade jetzt darf nicht bei Zukunftsinvestitionen gespart werden. Innovation ist kein Luxus, sondern die Basis für Wachstum und Beschäftigung", argumentiert die Wirtschaftsbund-Generalsekretärin. Diese Position spiegelt die Erkenntnis wider, dass Investitionen in Forschung und Entwicklung heute die Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit von morgen schaffen.
Ein wesentlicher Aspekt des FTI-Pakts ist die stärkere Ausrichtung der Förderungen an den tatsächlichen Bedürfnissen der Unternehmen. Bisher kritisierten viele Betriebe komplizierte Antragsverfahren und langwierige Bewilligungsprozesse, die Innovationsprojekte verzögerten oder verhinderten.
Der neue Ansatz setzt auf:
"Weniger Bürokratie heißt mehr Tempo für Innovation — und genau das braucht unser Standort jetzt", so Graf. Diese Philosophie zielt darauf ab, österreichische Unternehmen in die Lage zu versetzen, schneller auf Marktveränderungen zu reagieren und ihre Innovationskraft voll zu entfalten.
Die Vereinfachung administrativer Prozesse soll besonders kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen, die oft nicht über die Ressourcen verfügen, komplexe Förderanträge zu bewältigen. Gleichzeitig profitieren auch Großunternehmen von beschleunigten Verfahren, die es ihnen ermöglichen, schneller von der Idee zur Marktreife zu gelangen.
Der FTI-Pakt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem internationale Konkurrenz im Bereich Forschung und Innovation stark zunimmt. Länder wie Deutschland, die Schweiz und die skandinavischen Staaten investieren massiv in ihre Innovationsökosysteme. Auch auf EU-Ebene werden mit Programmen wie Horizon Europe erhebliche Mittel für Forschung und Entwicklung bereitgestellt.
Österreich muss sich in diesem Umfeld behaupten, um weiterhin als attraktiver Standort für internationale Konzerne und innovative Start-ups zu gelten. Der FTI-Pakt soll dazu beitragen, die Position des Landes als Innovationshub in Mitteleuropa zu festigen und auszubauen.
Die Investitionen in Forschung und Innovation haben direkte Auswirkungen auf den österreichischen Arbeitsmarkt. Zum einen entstehen neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze in zukunftsweisenden Branchen. Zum anderen werden bestehende Arbeitsplätze durch die Modernisierung und Digitalisierung von Unternehmen gesichert und weiterentwickelt.
Experten gehen davon aus, dass jeder in Forschung und Entwicklung investierte Euro ein Vielfaches an volkswirtschaftlichem Nutzen generiert. Dies geschieht durch die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, die Steigerung der Produktivität und die Erschließung neuer Märkte.
Trotz der positiven Signale steht der FTI-Pakt vor verschiedenen Herausforderungen. Die erfolgreiche Umsetzung hängt maßgeblich davon ab, wie effektiv die vorgesehenen Mittel eingesetzt werden. Dabei kommt es nicht nur auf die Höhe der Förderungen an, sondern auch auf deren zielgerichtete Verwendung.
Kritische Erfolgsfaktoren sind:
Der FTI-Pakt ist als langfristige Investition in die Zukunft Österreichs konzipiert. Die Auswirkungen werden sich nicht sofort zeigen, sondern über mehrere Jahre entfalten. Entscheidend wird sein, dass die begonnenen Initiativen kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden.
Die österreichische Wirtschaft steht vor grundlegenden Transformationen — von der Digitalisierung über den Klimawandel bis hin zu demografischen Veränderungen. Der FTI-Pakt soll dabei helfen, diese Herausforderungen als Chancen zu nutzen und Österreich als innovativen und wettbewerbsfähigen Standort zu positionieren.