Österreichische Heumilch-Branche wächst überdurchschnittlich stark
Die ARGE Heumilch meldet Rekordergebnisse: 6% Umsatzwachstum und steigende Nachfrage nach Käsespezialitäten zeigen Erfolg der Qualitätsstrategie.
Die österreichische Heumilch-Branche kann auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2025 zurückblicken. Mit 532 Millionen Kilogramm verarbeiteter Heumilch und einem Umsatzwachstum von sechs Prozent entwickelte sich der Sektor deutlich dynamischer als der Gesamtmarkt. Diese positive Bilanz präsentierte die ARGE Heumilch bei ihrer Jahresauswertung und zeigt damit eindrucksvoll, dass die konsequente Qualitätsstrategie der österreichischen Heumilch-Produzenten Früchte trägt.
Der Umsatz mit Heumilchprodukten im österreichischen Lebensmittelhandel kletterte auf rund 179 Millionen Euro, was einer Steigerung von sechs Prozent entspricht. Besonders bemerkenswert ist diese Entwicklung im Vergleich zum Gesamtmarkt, der lediglich ein Plus von 3,6 Prozent verzeichnete. "Diese Zahlen bestätigen, dass Heumilch nicht nur ein Nischensegment bedient, sondern sich als starke Marke im Mainstream etabliert hat", erklärt Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist der durchschnittliche Heumilchzuschlag von rund 4,5 Cent je Kilogramm, der den beteiligten Landwirten einen Mehrwert von 23 Millionen Euro bescherte. Diese finanzielle Anerkennung der besonderen Produktionsweise motiviert die Bauern, weiterhin auf die traditionelle Heuwirtschaft zu setzen.
Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung im Käsesegment, das sich als wahrer Wachstumsmotor der Heumilch-Branche entpuppte. Die Produktionsmenge stieg um beachtliche 6,2 Prozent, während der wertmäßige Zuwachs sogar 11,6 Prozent betrug. Diese Zahlen unterstreichen nicht nur die gestiegene Nachfrage nach Heumilch-Käse, sondern auch die erfolgreiche Positionierung als Premiumprodukt.
"Diese Entwicklung zeigt, dass unsere Vermarktungsoffensive greift und die konsequente Qualitätsarbeit unserer Bäuerinnen und Bauern sowie der Verarbeiter entlang der gesamten Wertschöpfungskette Wirkung zeigt", betonte Geschäftsführerin Christiane Mösl. Mit 85 Prozent der gesamten Heumilch-Produktion, die zu Käse verarbeitet wird, ist dieses Segment von zentraler Bedeutung für die gesamte Branche.
Ein weiterer positiver Aspekt der Bilanz ist der steigende Anteil an biologisch produzierter Heumilch. Mit einem Zuwachs von zwei Prozentpunkten liegt der Bio-Anteil nun bei 40 Prozent - ein Wert, der die Nachfrage nach nachhaltigen und umweltschonend produzierten Lebensmitteln widerspiegelt. Diese Entwicklung zeigt, dass Verbraucher bereit sind, für Qualität und Nachhaltigkeit einen höheren Preis zu bezahlen.
Die gesamte produzierte Menge wurde wie bereits in den Vorjahren zu 100 Prozent vermarktet, was die starke Nachfrage nach Heumilchprodukten unterstreicht und den Produzenten Planungssicherheit gibt.
Der internationale Erfolg der österreichischen Heumilch zeigt sich im hohen Exportanteil von rund 60 Prozent. Deutschland bleibt dabei der wichtigste Auslandsmarkt, wo Heumilch mittlerweile jedem zweiten Verbraucher ein Begriff ist. In Österreich liegt die Markenbekanntheit sogar bei über 90 Prozent - ein Wert, den nur wenige Lebensmittelmarken erreichen.
Diese hohe Bekanntheit ist das Ergebnis jahrelanger konsequenter Markenkommunikation und Qualitätsarbeit. Sie bildet die Grundlage für weitere Expansionsbestrebungen und die Erschließung neuer Märkte.
Die Langfristigkeit der Heumilch-Strategie wird durch eine im Vorjahr durchgeführte Zukunftsstudie eindrucksvoll belegt. 95 Prozent der befragten Betriebe planen, auch 2030 weiterhin Heumilch zu erzeugen - und das größtenteils aus innerer Überzeugung. Die Landwirte schätzen die nachhaltige Produktionsweise der Heuwirtschaft und sind stolz auf die ausgezeichnete Qualität ihrer Produkte.
"Die wirtschaftlichen Kennzahlen und die hohe Identifikation unserer Mitgliedsbetriebe zeigen klar: Die Heuwirtschaft ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein tragfähiges und zukunftsfähiges Modell", betont Karl Neuhofer. Diese Einschätzung wird durch die kontinuierlich steigenden Zahlen bestätigt.
Die Attraktivität des Heumilch-Systems zeigt sich auch in der wachsenden Zahl von Betrieben, die von konventioneller Milchproduktion auf Heuwirtschaft umstellen. In den vergangenen neun Jahren hat sich dieser Anteil von vier auf zwölf Prozent verdreifacht. Besonders bemerkenswert: Drei Viertel der umstellenden Betriebe berichten von einer verbesserten Gesundheit ihrer Tiere - ein wichtiger Indikator für die Nachhaltigkeit und Tierfreundlichkeit der Heuwirtschaft.
Für das kommende Jahr plant die ARGE Heumilch eine umfassende Kommunikationsoffensive mit besonderem Fokus auf Käsespezialitäten. "Das Ziel unserer Maßnahmen ist es, den Absatz von Heumilch-Käse im kommenden Jahr weiterhin zu stärken", erklärt Geschäftsführerin Christiane Mösl die Strategie.
Die geplanten Maßnahmen umfassen einen österreichweiten Mix aus TV, Print, Online, Out-of-Home und Radio, der sowohl im Frühjahr als auch im Herbst zum Einsatz kommt. In Deutschland erweitert die ARGE Heumilch ihre Kommunikationsmaßnahmen zusätzlich durch neue Kanäle wie Kino und Streaming-TV, um eine noch breitere Zielgruppe zu erreichen.
Die ARGE Heumilch hat sich als Europas führende Organisation für die Erzeugung und Vermarktung von Heumilch g.t.S. (garantiert traditionelle Spezialität) etabliert. Sie repräsentiert mehr als 6.500 Heumilch-Lieferanten und 63 verarbeitende Betriebe aus Österreich, Bayern und Baden-Württemberg.
Das EU-Gütesiegel "Heumilch g.t.S." und die Anerkennung der Heuwirtschaft durch die FAO als landwirtschaftliches Kulturerbe von globaler Bedeutung unterstreichen die hohe Qualität und Tradition dieser besonderen Produktionsweise. Der Bio-Anteil konnte seit dem Start der Initiative 2009 verdoppelt werden und liegt aktuell bei 40 Prozent.
Die positive Entwicklung der Heumilch-Branche dürfte sich auch 2026 fortsetzen. Die hohe Nachfrage nach qualitativ hochwertigen und nachhaltig produzierten Lebensmitteln, kombiniert mit der erfolgreichen Markenstrategie und der geplanten Kommunikationsoffensive, schafft optimale Voraussetzungen für weiteres Wachstum.
Besonders das Käsesegment wird dabei im Fokus stehen, da hier sowohl die höchsten Wachstumsraten als auch die besten Margen erzielt werden können. Die internationale Expansion, insbesondere in Deutschland, bleibt ein wichtiger Baustein der Wachstumsstrategie.
Die Erfolgsgeschichte der österreichischen Heumilch zeigt exemplarisch, wie durch konsequente Qualitätsarbeit, nachhaltige Produktionsmethoden und professionelle Vermarktung auch in einem umkämpften Markt überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt werden können. Für die mehr als 6.500 beteiligten Landwirte bedeutet dies nicht nur finanzielle Planungssicherheit, sondern auch die Anerkennung ihrer besonderen Leistung für Qualität und Nachhaltigkeit in der Milchproduktion.