Wiener Hunde-Team vermittelt Kindern sicheren Umgang mit Vierbeinern
Bis März bringt das Wiener Hunde-Team Volksschulkindern in den Büchereien bei, wie sie Hunde verstehen und respektvoll mit ihnen umgehen.
In den Wiener Büchereien herrscht derzeit ungewöhnlicher Trubel: Seit Ende Jänner besucht das Wiener Hunde-Team regelmäßig verschiedene Standorte der Stadt Wien, um Volksschulkindern die "Sprache des Hundes" zu vermitteln. Die innovative Kooperation zwischen dem städtischen Hunde-Team und den Büchereien Wien läuft noch bis März und hat bereits beeindruckende Erfolge erzielt.
"Wer weiß, wie sich dieser Hund gerade fühlt?" Mit dieser Frage beginnt Astrid vom Wiener Hunde-Team ihre Aufklärungsarbeit. Sie zeigt den aufmerksam lauschenden Kindern Bilder verschiedener Hunde und erklärt deren Körpersprache. Während einige Schülerinnen und Schüler die Signale bereits richtig deuten können, wird schnell klar: Viele Kinder sind unsicher im Umgang mit den Vierbeinern.
Genau hier setzt die wichtige präventive Arbeit des Wiener Hunde-Teams an. Durch spielerische und anschauliche Methoden lernen die Kinder, Stresssignale bei Hunden zu erkennen, Situationen richtig einzuschätzen und sich respektvoll zu verhalten. Diese Fähigkeiten sind essentiell für die Sicherheit aller Beteiligten – sowohl der Kinder als auch der Hunde.
Die Bilanz der bisherigen Zusammenarbeit kann sich sehen lassen: Rund 500 Kinder und 60 Erwachsene wurden in den vergangenen Monaten im sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Hunden geschult. "Für ein gutes Miteinander müssen sich sowohl Hundehalter*innen an die bestehenden Regelungen halten, aber auch Nicht-Hundehalter*innen und insbesondere Kinder wissen, wie sie sich einem Hund gegenüber verhalten sollten", betont Janina Tran, Leiterin des Wiener Hunde-Teams.
Das rücksichtsvolle Zusammenleben von Menschen – mit und ohne eigenem Hund – steht im Zentrum der Bemühungen. Die Expertin freut sich über die gelungene Kooperation mit den Büchereien Wien, die eine ideale Plattform für diese wichtige Aufklärungsarbeit bieten.
Bernhard Pöckl, Leiter der Stadt Wien Büchereien, sieht die Einrichtungen als perfekte Multiplikatorinnen für die Aufklärungsarbeit: "Als Büchereien sind wir in ganz Wien vertreten und haben so die Möglichkeit, viele, viele unterschiedliche Wiener*innen zu erreichen." Der selbst bekennende Katzenliebhaber erkennt die Bedeutung der Hundeaufklärung: "Und mit Hunden haben wir wirklich alle nahezu jeden Tag zu tun."
Die Büchereien erweisen sich als idealer Ort für diese Art der Bildungsarbeit. Sie sind niederschwellig zugänglich, über die ganze Stadt verteilt und erreichen Menschen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten. Durch die regelmäßigen Termine können die Experten des Hunde-Teams eine breite Zielgruppe ansprechen.
Die Workshops des Wiener Hunde-Teams vermitteln den Kindern wichtige Grundregeln für den Umgang mit Hunden:
Besonders wichtig ist dabei das Erkennen von Stresssignalen. Viele Unfälle zwischen Kindern und Hunden entstehen durch Missverständnisse in der Kommunikation. Ein Hund, der beispielsweise die Ohren anlegt, hechelt oder sich zurückzieht, signalisiert Unbehagen – Signale, die Kinder oft nicht richtig deuten können.
Die Aufklärungsarbeit des Wiener Hunde-Teams trägt wesentlich zur Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger bei. Statistiken zeigen, dass viele Zwischenfälle zwischen Menschen und Hunden auf mangelndes Verständnis für das Verhalten der Tiere zurückzuführen sind. Durch frühzeitige Bildung können solche Situationen vermieden werden.
Besonders Kinder profitieren von diesem Wissen, da sie oft spontan und unüberlegt auf Hunde zugehen. Das erlernte Verständnis für die Körpersprache der Vierbeiner hilft ihnen, Gefahrensituationen zu erkennen und angemessen zu reagieren.
Nach den letzten geplanten Terminen im März wird über eine Fortsetzung der Kooperation entschieden. Die Chancen stehen gut, dass das erfolgreiche Programm auch im nächsten Jahr fortgeführt wird. Sowohl das Wiener Hunde-Team als auch die Büchereien Wien zeigen sich mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden.
Die positive Resonanz von Kindern, Eltern und Pädagoginnen bestärkt die Verantwortlichen in ihrem Vorhaben. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichten, dass sie nach den Workshops deutlich sicherer im Umgang mit Hunden geworden sind.
Die Kooperation zwischen dem Wiener Hunde-Team und den Büchereien könnte als Modell für andere Städte dienen. Die Verbindung von Bildungseinrichtungen mit Expertinnen für Tierschutz und -verhalten zeigt, wie präventive Aufklärungsarbeit erfolgreich umgesetzt werden kann.
Wien geht mit diesem Projekt einen innovativen Weg in der Prävention von Konflikten zwischen Mensch und Tier. Die Stadt zeigt damit ihr Engagement für ein harmonisches Zusammenleben aller Bewohnerinnen und Bewohner – ob mit oder ohne vierbeinige Begleiter.
Die Initiative unterstreicht einmal mehr Wiens Ruf als hundefreundliche Stadt, die gleichzeitig großen Wert auf die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Bürgerinnen und Bürger legt. Durch solche Bildungsprogramme wird das Fundament für ein respektvolles Miteinander in der urbanen Gesellschaft gelegt.