Die österreichische Gastronomie- und Hotelleriebranche blickt gespannt nach Hamburg: Die INTERNORGA 2026, Europas führende Fachmesse für Hospitality und Foodservice, sendete vom 13. bis 17. März tr...
Die österreichische Gastronomie- und Hotelleriebranche blickt gespannt nach Hamburg: Die INTERNORGA 2026, Europas führende Fachmesse für Hospitality und Foodservice, sendete vom 13. bis 17. März trotz anhaltender Branchenkrise positive Signale. Mit über 1.200 Ausstellern und 85.000 Besuchern bewies die internationale Leitmesse eindrucksvoll, dass Innovation und Optimismus auch in schwierigen Zeiten möglich sind – ein Signal, das auch für die österreichische Gastro-Szene von großer Bedeutung ist.
Die Hospitality-Branche steht europaweit unter enormem Druck. Kostensteigerungen, akuter Fachkräftemangel und der rasante Digitalisierungsdruck setzen Gastronomen und Hoteliers gleichermaßen zu. In Österreich kämpfen Betriebe mit ähnlichen Problemen: Laut Wirtschaftskammer Österreich verzeichnete die Branche 2025 einen Umsatzrückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Niveau. Umso bemerkenswerter ist die positive Stimmung, die auf der INTERNORGA herrschte.
Die Fachmesse in Hamburg gilt als wichtigster Gradmesser für die Entwicklung der gesamten DACH-Region. Matthias Balz, Director INTERNORGA, zeigte sich beeindruckt von der Aufbruchsstimmung: "Es ist beeindruckend zu sehen, wie stark sich die 'neue' Halle innerhalb von so kurzer Zeit entwickelt hat. Die Mischung aus Startups, Newcomern, Drinks, Future Food und Zukunftsthemen wie Robotics hat eine Dynamik erzeugt, die perfekt zur INTERNORGA passt."
Besonders die neu strukturierte Halle B5 wurde zum Symbol für den Wandel der Branche. Erstmals seit sechs Jahren präsentierten sich hier wieder Startups und innovative Newcomer. Der Bereich "Future Food" zeigte auf, wie sich die Gastronomie den veränderten Ernährungsgewohnheiten anpassen kann. Diese Entwicklung ist auch für österreichische Betriebe von großer Relevanz, da sich die Konsumentenansprüche europaweit ähnlich entwickeln.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Thema Robotics – einer Technologie, die gerade in Zeiten des Personalmangels an Bedeutung gewinnt. Robotische Lösungen können einfache, repetitive Aufgaben übernehmen und so das Personal entlasten. In Japan und Südkorea bereits weit verbreitet, erobern diese Technologien nun auch den europäischen Markt. Für österreichische Gastronomen, die täglich mit Personalmangel kämpfen, könnten solche Lösungen mittelfristig zum Rettungsanker werden.
Die Integration von Robotik in die Gastronomie umfasst verschiedene Bereiche: Von Servicerobotern, die Getränke und Speisen servieren, bis hin zu Küchenrobotern, die bei der Zubereitung unterstützen. Diese Technologien erfordern zwar anfangs hohe Investitionen, können aber langfristig Personalkosten senken und die Servicequalität verbessern.
Das Thema Green Hospitality gewann auf der Messe deutlich an Bedeutung. Die neue Green Hospitality Conference widmete sich nachhaltigen Ansätzen in der Branche – ein Trend, der auch in Österreich immer wichtiger wird. Verbraucher achten zunehmend auf umweltfreundliche Betriebe, und nachhaltige Konzepte können sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil entwickeln.
Nachhaltigkeit in der Gastronomie umfasst verschiedene Aspekte: Von der Verwendung regionaler und saisonaler Produkte über energieeffiziente Küchengeräte bis hin zur Müllvermeidung und dem Einsatz erneuerbarer Energien. Österreichische Betriebe, die frühzeitig auf nachhaltige Konzepte setzen, können sich nicht nur ein positives Image aufbauen, sondern auch Kosten sparen.
Bemerkenswert war auch die deutliche Aufwertung des Themas Wein auf der Messe. Die neue WeinWelt in Kooperation mit weinWEBER präsentierte rund 30 Winzer und stieß auf reges Interesse. Diese Entwicklung spiegelt einen Trend wider, der auch in Österreich zu beobachten ist: Die Renaissance der Weinkultur in der modernen Gastronomie.
Österreich als traditionelles Weinland profitiert von diesem Trend besonders. Die heimischen Winzer können von den auf der INTERNORGA präsentierten Konzepten lernen und ihre Vermarktungsstrategien entsprechend anpassen. Die Verbindung von Gastronomie und Weinkultur bietet große Potenziale für die Tourismusbranche.
Mit vier Nationenpavillons und einem Ausstelleranteil von 25 Prozent aus dem Ausland unterstrich die INTERNORGA ihre internationale Bedeutung. Diese globale Vernetzung ist auch für die österreichische Branche von Vorteil, da sie Zugang zu internationalen Trends und Technologien ermöglicht.
Heiko M. Stutzinger, CEO der Hamburg Messe und Congress, betonte die internationale Ausstrahlung: "Die globale Beteiligung zeigt, wie relevant die INTERNORGA weit über Deutschland hinaus ist. Sie verbindet weltweite Perspektiven mit der besonderen Atmosphäre Hamburgs."
Die positiven Signale der INTERNORGA haben direkte Auswirkungen auf die österreichische Hospitality-Branche. Viele österreichische Unternehmer nutzen die Messe als Inspirationsquelle und Geschäftsplattform. Die dort präsentierten Trends und Innovationen finden oft zeitnah ihren Weg in österreichische Betriebe.
Besonders für kleine und mittlere Betriebe, die das Rückgrat der österreichischen Gastronomie bilden, sind die Impulse der Messe wertvoll. Sie können von den Erfahrungen der Branchenführer lernen und innovative Konzepte an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der auf der Messe deutlich wurde, ist die fortschreitende Digitalisierung. Von kontaktlosen Bestellsystemen über digitale Speisekarten bis hin zu KI-gestützten Küchenlösungen – die Digitalisierung durchdringt alle Bereiche der Gastronomie.
Für österreichische Betriebe bedeutet dies sowohl Chance als auch Herausforderung. Während große Ketten meist über die Ressourcen für umfassende Digitalisierungsprojekte verfügen, müssen kleinere Betriebe kreative und kostengünstige Lösungen finden. Die auf der INTERNORGA präsentierten Ansätze bieten hierfür wertvolle Inspiration.
Trotz aller Innovationen bleibt der Fachkräftemangel die größte Herausforderung der Branche. In Österreich verschärft sich das Problem kontinuierlich: Laut aktuellen Studien können rund 40.000 Stellen in der Gastronomie und Hotellerie nicht besetzt werden. Die INTERNORGA zeigte verschiedene Lösungsansätze auf, von der Automatisierung repetitiver Aufgaben bis hin zu innovativen Personalkonzepten.
Christian Strootman, Vorsitzender des INTERNORGA-Messebeirats, bestätigte die positive Resonanz: "Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben wir nicht nur eine stabile Messe, sondern auch eine hohe Qualität der Gespräche erlebt, sowie eine Resonanz, die unsere Erwartungen tatsächlich übertroffen hat."
Die nächste INTERNORGA ist bereits für den 12. bis 16. März 2027 terminiert. Die positive Entwicklung der aktuellen Messe lässt erwarten, dass die Bedeutung der Veranstaltung weiter steigen wird. Für die österreichische Branche bedeutet dies eine kontinuierliche Quelle für Inspiration und Geschäftsmöglichkeiten.
Die Trends, die auf der INTERNORGA 2026 sichtbar wurden, werden die Branche in den kommenden Jahren prägen: Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Automatisierung und die Renaissance der Genusskultur. Österreichische Betriebe, die diese Entwicklungen frühzeitig aufgreifen, können sich Wettbewerbsvorteile sichern.
Mit einer Zufriedenheitsrate von 92 Prozent unter den Besuchern und einer Weiterempfehlungsrate von 94 Prozent hat die INTERNORGA 2026 bewiesen, dass sie auch in schwierigen Zeiten relevant und inspirierend bleibt. Diese positive Energie überträgt sich auch auf die österreichische Branche und macht Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft trotz aller Herausforderungen.