Das 7. Internationale Symposium Kulturvermittlung bringt Expertinnen und Experten aller Sparten zusammen
Am 19. und 20. Februar findet im KinderKunstLabor St. Pölten das einzige spartenübergreifende Symposium für Kulturvermittlung im deutschsprachigen Raum statt.
Wenn es um die Vermittlung von Kunst und Kultur an junge Menschen geht, blickt der gesamte deutschsprachige Raum Mitte Februar nach Niederösterreich: Das Internationale Symposium Kulturvermittlung in St. Pölten gilt als einzigartige Veranstaltung, die sämtliche Bereiche der Kulturvermittlung unter einem Dach vereint. Am 19. und 20. Februar 2025 öffnet das KinderKunstLabor in der Landeshauptstadt bereits zum siebten Mal seine Türen für diese bedeutende Fachtagung.
Was das Symposium von anderen Fachveranstaltungen unterscheidet, ist sein umfassender Ansatz: Bildende Kunst, Musik, Tanz, Film, Theater, Geschichte, Natur und Technik werden in einem transdisziplinären Rahmen zusammengeführt. Dieser ganzheitliche Blick auf Kulturvermittlung ermöglicht einen Austausch über Spartengrenzen hinweg und fördert innovative Ansätze in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Veranstaltet wird die Tagung von der Kultur.Region.Niederösterreich gemeinsam mit der NÖKU-Gruppe. Beide Organisationen haben sich der Förderung und Weiterentwicklung kultureller Bildung in Niederösterreich verschrieben und nutzen das Symposium als Plattform, um neue Impulse für nachhaltige Kulturarbeit zu setzen.
Die beiden Veranstaltungstage sind in Sessions mit insgesamt sieben Themenschwerpunkten gegliedert, die aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen und in Bezug zur Kulturvermittlung setzen.
An erster Stelle steht der Themenbereich Kinderrechte. Die Kernfelder Förderung, Beteiligung und Schutz junger Menschen bilden dabei das Fundament für alle weiteren Diskussionen. Dieser Schwerpunkt unterstreicht, dass Kulturvermittlung nicht nur ein pädagogisches Instrument ist, sondern auch einen Beitrag zur Verwirklichung grundlegender Rechte von Kindern und Jugendlichen leistet.
Der zweite Themenbereich widmet sich aktuellen Entwicklungen von Demokratie und Gesellschaft. In einer Zeit, in der demokratische Werte zunehmend unter Druck geraten, kommt der Kulturvermittlung eine wichtige Rolle zu. Sie kann Räume schaffen, in denen junge Menschen demokratische Prozesse erleben und mitgestalten können.
Klimawandel, Pandemie, geopolitische Spannungen – die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie sehr Krisen den Alltag prägen können. Im Themenbereich "Leben mit Krisen" geht es darum, gemeinsam Antworten auf aktuelle Herausforderungen zu finden. Kulturvermittlung kann hier als Werkzeug dienen, um mit Unsicherheiten umzugehen und Resilienz zu entwickeln.
Solidarisches Miteinander steht im Zentrum jener Beiträge, die sich mit dem Ansatz der Co-Creation auseinandersetzen. Dabei geht es um die Frage, wie Kulturinstitutionen und Vermittlerinnen und Vermittler gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften Projekte entwickeln können. Dieser partizipative Ansatz stellt traditionelle Hierarchien in Frage und eröffnet neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit.
Im Themenbereich Empowerment werden aktuelle Ansätze der Kulturvermittlung kritisch präsentiert und diskutiert. Wie können kulturelle Angebote dazu beitragen, dass junge Menschen Selbstwirksamkeit erfahren und eigene Stärken entdecken? Diese Fragen stehen hier im Mittelpunkt.
Die Digitalisierung verändert auch die Kulturvermittlung grundlegend. Im Themenbereich "Medien und Trends" werden aktuelle Fragestellungen unter dem Aspekt der Digitalität genauer unter die Lupe genommen. Von Social Media über Virtual Reality bis hin zu künstlicher Intelligenz – die technologischen Möglichkeiten wachsen rasant, und die Kulturvermittlung muss sich positionieren.
Der letzte Themenschwerpunkt "Kulturkontakte & Raum" zeigt anhand konkreter Projekte, was Kulturvermittlung bewirken kann, wenn Kindern erste Begegnungen mit Kultur ermöglicht werden. Gerade für junge Menschen, die in ihrem Alltag wenig Berührungspunkte mit kulturellen Angeboten haben, können solche Erstbegegnungen prägend sein.
Das Symposium bietet weit mehr als klassische Vorträge. Renommierte Keynote-Speakerinnen und -Speaker setzen inhaltliche Impulse, die in Workshops und Diskussionsrunden vertieft werden können. Partizipative Performances machen Kulturvermittlung unmittelbar erlebbar, während Best-Practice-Beispiele konkrete Anregungen für die eigene Arbeit liefern.
Besonders hervorzuheben sind die Hands-On-Stationen, die zum praktischen Ausprobieren einladen. Dieser niederschwellige Zugang ermöglicht es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, neue Methoden und Ansätze direkt zu testen und für die eigene Praxis zu adaptieren.
Der fachliche Austausch steht bei der gesamten Veranstaltung im Vordergrund. Die Vernetzung von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Kulturvermittlung sowie aus der Regionalkultur schafft Synergien und fördert die Entwicklung innovativer Projekte.
Mit dem KinderKunstLabor in St. Pölten hat das Symposium einen Veranstaltungsort gefunden, der perfekt zum Thema passt. Das 2023 eröffnete Haus versteht sich als Ort, an dem Kinder zeitgenössische Kunst auf Augenhöhe erleben können. Die Architektur und das Konzept des Hauses spiegeln genau jene Werte wider, die auch beim Symposium im Mittelpunkt stehen: Partizipation, Niederschwelligkeit und die Begegnung mit Kunst auf respektvolle Weise.
Die Wahl des Veranstaltungsortes unterstreicht auch die Bedeutung, die Niederösterreich der Kulturvermittlung beimisst. Mit dem KinderKunstLabor hat das Land ein europaweit beachtetes Leuchtturmprojekt geschaffen, das nun auch als Gastgeber für den internationalen Fachdiskurs fungiert.
Das Symposium richtet sich an alle, die professionell oder ehrenamtlich in der Kulturvermittlung tätig sind. Dazu zählen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Museen, Theatern, Konzerthäusern und anderen Kulturinstitutionen ebenso wie Pädagoginnen und Pädagogen, Künstlerinnen und Künstler sowie Studierende einschlägiger Fachrichtungen.
Auch für Verantwortliche in Gemeinden und Regionen, die kulturelle Bildungsangebote entwickeln oder ausbauen möchten, bietet das Symposium wertvolle Anregungen. Die Verbindung von Kulturvermittlung und Regionalkultur ist ein besonderes Anliegen der Veranstalter.
Das 7. Internationale Symposium Kulturvermittlung findet am Donnerstag, 19. Februar, und Freitag, 20. Februar 2025, im KinderKunstLabor in St. Pölten statt. Karten sind über den Online-Shop des KinderKunstLabors unter shop.kinderkunstlabor.at erhältlich.
Das detaillierte Programm mit allen Vortragenden, Workshop-Beschreibungen und zeitlichen Abläufen ist auf der Website www.noeku.at/symposium abrufbar. Für weitere Informationen steht auch die E-Mail-Adresse [email protected] zur Verfügung.
Das Symposium ist mehr als eine Fachtagung – es ist ein Gradmesser für den Stellenwert, den Kulturvermittlung in Österreich und im gesamten deutschsprachigen Raum einnimmt. Die Tatsache, dass es keine vergleichbare Veranstaltung gibt, die alle Sparten zusammenführt, macht St. Pölten für zwei Tage zum Zentrum eines wichtigen gesellschaftlichen Diskurses.
Kulturvermittlung ist längst keine Randerscheinung mehr, sondern wird als zentraler Auftrag von Kulturinstitutionen verstanden. Sie trägt dazu bei, Kunst und Kultur für alle zugänglich zu machen und insbesondere jungen Menschen Erfahrungsräume zu eröffnen, die über den schulischen Alltag hinausgehen.
Die siebte Ausgabe des Symposiums verspricht, diesen Diskurs mit neuen Impulsen zu bereichern und die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure weiter zu stärken. Wer in der Kulturvermittlung tätig ist oder sich für dieses Feld interessiert, sollte sich die Termine im Februar vormerken.