Berliner Ensemble gastiert in St. Pölten – Schwechater Satirefestival läuft auf Hochtouren – Kindertheater und Lesungen im ganzen Land
Niederösterreich bietet von 18. bis 24. Februar ein vielfältiges Kulturprogramm mit Theater, Kabarett, Lesungen und Tanz an zahlreichen Spielstätten.
Die kommende Woche steht in Niederösterreich ganz im Zeichen der Kultur. Von der Österreich-Premiere des Berliner Ensembles über das Schwechater Satirefestival bis hin zu Kindertheater und literarischen Abenden – das Programm zwischen 18. und 24. Februar lässt kaum Wünsche offen.
Ein besonderes Highlight erwartet Theaterfreunde am Mittwoch, 18., und Donnerstag, 19. Februar, im Landestheater Niederösterreich in St. Pölten. Das renommierte Berliner Ensemble gastiert mit der Produktion "Fremder als der Mond. Brechts Leben in Songs" – eine Österreich-Premiere, die sich als musikalische Hommage an den großen deutschen Dramatiker Bertolt Brecht versteht.
Die Inszenierung verwebt Brecht-Lieder von namhaften Komponisten wie Hanns Eisler, Kurt Weill, Paul Dessau, Franz Servatius Bruinier, Franz Wittenbrink und Grigori Schneerson mit Dichtungen und autobiografischer Prosa. Daraus entsteht eine musikalisch-fragmentarische Lebenserzählung, die das bewegte Leben des Theaterrevolutionärs nachzeichnet. Beide Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr.
Das Theater Forum Schwechat setzt sein beliebtes Satirefestival mit einem dichten Programm fort. Den Auftakt machen am Mittwoch, 18. Februar, Fredi Jirkal und Pepi Hopf mit ihrem Programm "In Seenot". Am darauffolgenden Donnerstag präsentiert der bekannte Satiriker Florian Scheuba seinen Abend "Schönen guten Abend".
Das Duo BlöZinger – bestehend aus Robert Blöchl und Roland Penzinger – bringt am Freitag, 20. Februar, "ERiCH Reloaded" auf die Bühne. Am Samstag folgt Andreas Ferner mit seinem Programm "Nie mehr Schule!", bevor am Sonntag Romeo Kaltenbrunner mit "Heimweh" zu Gast ist.
Die neue Woche startet am Montag mit Thomas Mraz und "Mraz F1RST", den Abschluss des Festivals bildet am Dienstag, 24. Februar, Wolfgang "Fifi" Pissecker mit "Na gratuliere ... von 16 bis 60". Alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr.
Der Musiker und Politiker Marco Pogo, bekannt als Frontmann der Turbobier und Gründer der Bierpartei, tourt mit seinem neuen Kabarettprogramm "Lost & Found" durch Niederösterreich. Am Donnerstag, 19. Februar, ist er im Schloss Kottingbrunn zu erleben, einen Tag später, am Freitag, 20. Februar, gastiert er im Konzerthaus Weinviertel in Ziersdorf. Beide Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr.
Der österreichische Schauspieler Cornelius Obonya ist gleich zweimal in Niederösterreich zu Gast. Am Mittwoch, 18. Februar, liest er im Cinema Paradiso Baden aus seinem Programm "Ecklokal mit Verlierer" – einer Mischung aus Satirischem und Ernstem von Ernst Jandl bis Gottfried Benn. Musikalisch begleitet wird er dabei vom Jazztrio Christian Richter, Lorenz Raab und Georg Buxhofer. Eine weitere Aufführung findet am Donnerstag, 19. Februar, im Cinema Paradiso St. Pölten statt.
Zum Abschluss der Kulturwoche widmet sich Obonya am Dienstag, 24. Februar, im Rahmen des Bösendorfer Festivals in den Kasematten von Wiener Neustadt dem Werk von Erich Kästner. Unter dem Titel "Humor ist der Regenschirm der Weisen" trägt er Texte des deutschen Schriftstellers vor, begleitet von der Pianistin Nareh Arghamanyan. Beginn ist um 18.30 Uhr.
Im Rahmen der Reihe "Impulse für Kopf und Herz", die als Vorprogramm zur NÖ Landesausstellung "Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit" konzipiert ist, spricht der bekannte Kriminalpsychologe und Fallanalytiker Thomas Müller am Mittwoch, 18. Februar, im Turnsaal von Wallsee-Sindelburg. Sein Vortrag über "Krisensituationen und deren psychologische Gesetze" beginnt um 18.30 Uhr.
Eine besondere Rückkehr feiert Joachim Schloemer, der ehemalige künstlerische Leiter des Festspielhauses St. Pölten. Am Freitag, 20., und Samstag, 21. Februar, zeigt er dort die Österreich-Premiere seines Werks "Rauschen oder der Nachhall der Tage". Die Produktion beschäftigt sich mit existenziellen Themen wie Zeitzyklen, Sterblichkeit und Vergänglichkeit, Leben und Tod, Altern, Dauer und Erschöpfung sowie Resonanz und Nachhaltigkeit. Beide Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr.
Auch für Kinder und Familien hält die Kulturwoche einiges bereit. Im Stadttheater Wiener Neustadt spielt das Landestheater Niederösterreich "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch" von Michael Ende in der Inszenierung von Felix Metzner. Am Donnerstag, 19. Februar, gibt es um 10.30 Uhr eine Schulvorstellung und um 16 Uhr eine Familienvorstellung für Kinder ab sechs Jahren. Eine weitere Schulvorstellung folgt am Freitag um 10.30 Uhr.
Das Kinder- und Jugendtheater THEO Perchtoldsdorf bringt am Freitag, 20. Februar, "Komm, wir finden einen Schatz" von Janosch zur Premiere. Die Bearbeitung stammt von Karl-Heinz Ahlers, Regie führt Felix Metzner. Das Stück für Kinder ab vier Jahren ist bis 29. März jeweils Freitag bis Sonntag um 16 Uhr zu sehen.
In der Bühne im Hof in St. Pölten zeigt das Theater des Kindes Linz "Moby Dick" nach Herman Melville – am Sonntag, 22. Februar, um 15 Uhr und am Montag, 23. Februar, um 10 Uhr. Das Stück richtet sich an Kinder ab sechs Jahren.
Für die ganz Kleinen ab vier Jahren gibt es am Sonntag, 22. Februar, um 15 Uhr in der Waldviertler Kammerbühne in Ottenschlag "Henndrix - ein total verr(o)ücktes Huhn" mit Peter Schneck – ein interaktives Stück zum Mitgackern und Losbrummen.
Die Bestsellerautorin Vea Kaiser liest am Freitag, 20. Februar, um 19 Uhr in Stöhrs Lesefutter in Traiskirchen aus ihrem neuen Roman "Fabula Rasa oder die Königin des Grand Hotels". Das Buch erzählt die Geschichte einer jungen Mutter, die über alle Hürden hinweg in einem Wiener Traditionshotel Karriere macht.
Ebenfalls am Freitag, 20. Februar, wird um 18 Uhr in der Raiffeisenbank Eggenburg das Buch "Historische Eggenburg-Ansichten von Barock bis Fin de Siècle" präsentiert. Die Autoren Ralph Andraschek-Holzer und Gerhard Dafert stellen darin über 30 teils kaum bekannte historische Ansichten der Stadt vor.
Am Dienstag, 24. Februar, präsentiert der ehemalige Landeshauptmann Erwin Pröll gemeinsam mit Reinhold Bilgeri sein Buch "Verlässlich echt – Die Kraft des Unverfälschten" im Haus der Regionen in Krems/Stein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.
Christian Dolezal feiert am Freitag, 20. Februar, in der Kulturwerkstatt Tischlerei Melk die Niederösterreich-Premiere seines neuen Programms "Tante Pepi". Am selben Abend ist auch Andreas Ferner mit "Nie mehr Schule" im VAZ St. Pölten zu Gast.
Im Schloss Kottingbrunn steht am Freitag, 20. Februar, zudem die Komödie "Oh mein Gott" von Anat Gov auf dem Spielplan – eine humorvolle Geschichte über Gott auf der Couch einer Psychologin. Die Produktion unter der Regie von Hans-Peter Kellner wird am Samstag, 21. Februar, auch in der Tischlerei Melk gezeigt.
David Scheid präsentiert sich am Samstag, 21. Februar, um 19.30 Uhr in der Bühne im Hof in St. Pölten als "The Kabarettist". Fredi Jirkal gibt am selben Abend im Dorfgemeinschaftshaus Mühldorf sein Programm "Jemand muss es ihm sagen" zum Besten, während Roland Otto Bauschenberger im Musium Reinsberg "Vorzeitiger Damenverdruss" präsentiert.
Am Montag, 23. Februar, tanzt Caroline Athanasiadis im Kulturbahnhof Altenmarkt-Thenneberg ihren "Souflaki Walzer" – bei freiem Eintritt nach eigenem Ermessen.
Ein politisch relevantes Thema greift Dr. Gerald Netzl am Freitag, 20. Februar, um 18 Uhr im La Rossa in Traiskirchen auf. Sein Vortrag "Demokratie schützen – Nie wieder Faschismus" ist bei freiem Eintritt zugänglich.
Die Kulturwoche in Niederösterreich zeigt einmal mehr die Vielfalt des kulturellen Angebots im Bundesland. Von internationalen Gastproduktionen über heimisches Kabarett bis hin zu Kindertheater und literarischen Veranstaltungen ist für jeden Geschmack etwas dabei.