Die Oper Leipzig ehrt den Komponisten zu seinem 225. Geburtstag mit zwei Premieren, Konzerten und einem exklusiven Reiseangebot
Das Festival "Lortzing 26" bringt von 24. April bis 3. Mai 2026 zehn Aufführungen, darunter zwei Opernpremieren, auf Leipziger Bühnen.
Die Musikstadt Leipzig bereitet sich auf ein besonderes kulturelles Highlight vor: Im Frühjahr 2026 würdigt die Oper Leipzig den Komponisten, Sänger und Schauspieler Albert Lortzing mit einem umfangreichen Festival. Anlass sind sein 225. Geburtstag und gleichzeitig sein 175. Todestag – ein doppeltes Jubiläum, das die Stadt zum Anlass nimmt, einen ihrer bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten neu zu entdecken.
Das Festival "Lortzing 26" findet vom 24. April bis zum 3. Mai 2026 statt und ist eingebettet in die jährlichen Festtage der Stadt Leipzig. Während dieser zehn Tage erwarten Musikbegeisterte insgesamt zehn Aufführungen im Opernhaus und in der Musikalischen Komödie. Das Besondere: Gleich zwei Premieren stehen auf dem Programm.
Mit der populären Spieloper "Der Waffenschmied" kommt eine Verwechslungskomödie auf die Bühne, die um die zeitlosen Themen Liebe und gesellschaftlicher Status kreist. Als zweite Premiere präsentiert die Oper Leipzig die große Revolutionsoper "Regina" – ein Werk, das Lortzings politische Seite eindrucksvoll zeigt und heute seltener zu hören ist.
Ergänzt wird das Programm durch Repertoirewerke wie "Zar und Zimmermann" und "Undine", die zu den bekanntesten Kompositionen Lortzings zählen. Beide Werke haben in Leipzig besondere Bedeutung, wurde doch "Zar und Zimmermann" hier im Jahr 1837 uraufgeführt.
Das Festival beschränkt sich nicht auf die großen Opernbühnen. In Kooperation mit dem Internationalen Festival für Vokalmusik "a cappella" und dem renommierten Ensemble amarcord sind Kammer- und Chorkonzerte geplant, die neue Perspektiven auf Lortzings Schaffen eröffnen. Eine Open Stage vor dem Opernhaus bietet verschiedensten Chören die Möglichkeit, ihr Können zu präsentieren.
Für wissenschaftlich Interessierte veranstaltet die Oper Leipzig in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig ein Symposium, das sich mit Leben und Werk des Komponisten auseinandersetzt. Eine begleitende Ausstellung vermittelt Einblicke in seine Zeit und sein Schaffen.
Besonders charmant: Ein Biedermeierfrühstück versetzt die Gäste in die Epoche Lortzings zurück. Für das junge Publikum gibt es eigens konzipierte Angebote, die den Zugang zur Welt der Oper erleichtern sollen.
Ein Audiowalk führt zu den Orten der Stadt, die für Albert Lortzing von Bedeutung waren. Denn der Komponist nahm rege am gesellschaftlichen Leben Leipzigs teil – sei es in der Freimaurerloge "Balduin zur Linde" oder gemeinsam mit dem Revolutionär Robert Blum bei der Wiederentdeckung des Leipziger Schillerhauses.
Das Festival wirft dabei auch ein Licht auf verschwundene Lortzing-Orte. Das "Alte Theater" etwa, an dem Lortzing seine größten Erfolge feierte, stand einst auf dem heutigen Richard-Wagner-Platz. Ein akustischer Spaziergang durch die Stadt macht diese Geschichte erlebbar.
Die zehn zentralen Vorstellungen und Premieren werden von erstklassigen Orchestern begleitet: In der Musikalischen Komödie spielt deren hauseigenes Orchester, während im Opernhaus das weltberühmte Gewandhausorchester Leipzig die musikalische Verantwortung übernimmt. Diese Konstellation verspricht Aufführungen auf höchstem Niveau.
Tobias Wolff, Intendant der Oper Leipzig, zeigt sich begeistert von den Möglichkeiten des Festivals: "Lortzing 26 ist eine großartige Chance, diesen Freigeist und Tausendsassa von Komponisten neu zu entdecken." Torsten Rose, Direktor der Musikalischen Komödie, ergänzt: "Die Spielopern von Albert Lortzing sind fest im Spielplan der Musikalischen Komödie verankert. Viele große Komponisten haben sich von ihm inspirieren lassen."
Wer das Festival zum Anlass für eine kulturelle Städtereise nehmen möchte, kann bei der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH ein attraktives Paket buchen. Das Angebot "Zum Festival 'Lortzing 26' in Leipzig" ist für den Zeitraum vom 30. April bis 3. Mai 2026 verfügbar.
Das Paket umfasst Eintrittskarten in der besten Preisklasse für gleich drei Lortzing-Opern: "Undine" am 30. April, "Zar und Zimmermann" am 1. Mai und die Premiere von "Regina" am 2. Mai. Dazu kommen drei Übernachtungen mit Frühstück in einem Innenstadthotel.
Kulinarisch wird die Reise durch ein 3-Gang-Menü "Musikstadt Leipzig" im traditionsreichen Gasthaus Barthels Hof abgerundet. Zwei geführte Erlebnisse vervollständigen das Angebot: der Stadtrundgang "Musikstadt von Weltruhm" und eine exklusive "Hinter den Kulissen"-Führung im Opernhaus, die Einblicke in den Theaterbetrieb gewährt.
Mit dem Slogan "Wer ist Albert?" geht die Oper Leipzig auf Spurensuche nach einem Künstler, der vor fast 180 Jahren die Stadt verlassen musste, dessen Musik aber untrennbar mit Leipzig verbunden ist. Hier lebte und arbeitete er am längsten und schuf die meisten seiner Werke.
Gustav Albert Lortzing wurde am 23. Oktober 1801 in Berlin geboren und wuchs in einer Theaterfamilie auf. Schon als Jugendlicher avancierte er zum Publikumsliebling. Nach seiner Heirat mit der Kollegin Rosina Regina Ahles im Jahr 1824 gehörte das Paar ab 1826 zum Ensemble des Hoftheaters Detmold.
Im November 1833 zog Lortzing mit seiner wachsenden Familie nach Leipzig, wo ihm eine Stelle als Schauspieler und Sänger am Stadttheater angeboten worden war. Die folgenden Jahre sollten seine produktivste Schaffensperiode werden.
In Leipzig feierte Lortzing Erfolge vor allem in Komödien und engagierte sich zugleich politisch und gesellschaftlich. Er war Mitglied im Verein "Tunnel über der Pleiße", in dem sich die politische Opposition während des Vormärz traf. Während seiner Leipziger Zeit komponierte er acht Opern.
Sein größter Erfolg war "Zar und Zimmermann", das 1837 am damaligen Stadttheater Leipzig uraufgeführt wurde. Lortzing hatte nicht nur die Musik komponiert, sondern auch das Libretto verfasst und spielte selbst die Rolle von Peter Iwanow – ein Multitalent, wie es heute selten geworden ist.
1844 wurde Lortzing schließlich zum Kapellmeister ernannt, doch nur ein Jahr später erfolgte die Entlassung – vermutlich aus finanziellen und persönlichen Gründen, offiziell wurde eine rheumatische Erkrankung vorgeschoben. Nach verschiedenen Stationen in Wien und Berlin verstarb er verarmt am 21. Januar 1851 im Alter von erst 49 Jahren.
Zwischen 1835 und 1850 war Albert Lortzing der bedeutendste deutsche Opernkomponist. Bis weit in die Nachkriegszeit hinein gehörten seine Opern zu den meistgespielten Werken auf deutschsprachigen Bühnen. Heute ist er vor allem für "Zar und Zimmermann" bekannt, während viele seiner anderen Werke selten aufgeführt werden.
Das Festival "Lortzing 26" bietet die Gelegenheit, diesen vielseitigen Künstler in seiner ganzen Bandbreite kennenzulernen – vom heiteren Spielopernkomponisten bis zum politisch engagierten Künstler, der mit "Regina" auch ernstere Töne anschlug.
Für alle, die die Musikstadt Leipzig und einen ihrer wichtigsten Söhne entdecken möchten, bietet das Festival im Frühjahr 2026 einen idealen Rahmen. Das vollständige Programm ist online unter lortzing.oper-leipzig.de abrufbar, das Reiseangebot kann unter www.leipzig.travel/lortzing26-reise gebucht werden.