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Lena Lorenz kehrt zurück: 12. Staffel ab April im ORF

6. April 2026 um 06:04
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Die beliebte Hebamme kehrt zurück auf die österreichischen Bildschirme: Ab 8. April 2026 zeigt ORF 2 sechs neue Folgen der zwölften Staffel von "Lena Lorenz" mit Judith Hoersch in der Hauptrolle. D...

Die beliebte Hebamme kehrt zurück auf die österreichischen Bildschirme: Ab 8. April 2026 zeigt ORF 2 sechs neue Folgen der zwölften Staffel von "Lena Lorenz" mit Judith Hoersch in der Hauptrolle. Die ORF/ZDF-Koproduktion läuft wie gewohnt mittwochs um 20.15 Uhr und steht parallel auch auf der Streaming-Plattform ORF ON zur Verfügung. Nach dem großen Erfolg der vergangenen elf Staffeln verspricht die neue Saison wieder emotionale Geschichten rund um Schwangerschaft, Geburt und zwischenmenschliche Beziehungen.

Erfolgsgeschichte einer deutschen Fernsehserie im österreichischen Programm

"Lena Lorenz" gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Fernsehserien im deutschsprachigen Raum. Die Serie, die ursprünglich 2015 startete, hat sich zu einem festen Bestandteil des ORF-Programmschemas entwickelt. Das Format einer Hebammenserie war zum Zeitpunkt der Premiere noch relativ ungewöhnlich im deutschsprachigen Fernsehen. Während in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien bereits erfolgreiche Serien wie "Call the Midwife" liefen, fehlte im deutschen Sprachraum eine vergleichbare Produktion, die sich ausschließlich dem Beruf der Hebamme widmete.

Die Serie entstand als Koproduktion zwischen dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) und dem Österreichischen Rundfunk (ORF), was für beide Sender strategische Vorteile bringt. Durch die gemeinsame Finanzierung können aufwendigere Produktionen realisiert werden, während gleichzeitig der Markt in beiden Ländern bedient wird. Diese Art der Zusammenarbeit ist im deutschsprachigen Fernsehen mittlerweile Standard geworden, besonders bei aufwendigen Serien und Filmen.

Judith Hoersch als Titelfigur

Hauptdarstellerin Judith Hoersch verkörpert seit Beginn der Serie die Rolle der Lena Lorenz. Die deutsche Schauspielerin, geboren 1981 in Düsseldorf, studierte an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Vor ihrer Rolle als Hebamme war sie bereits in verschiedenen deutschen Produktionen zu sehen, konnte aber erst durch "Lena Lorenz" ihre Bekanntheit deutlich steigern. Hoersch gelang es, der Figur eine authentische Mischung aus Professionalität und Mitmenschlichkeit zu verleihen, was wesentlich zum Erfolg der Serie beiträgt.

Die Rolle der Hebamme erfordert von der Schauspielerin nicht nur schauspielerisches Können, sondern auch eine glaubwürdige Darstellung medizinischer Situationen. Hoersch absolvierte für die Rolle spezielle Schulungen und ließ sich von echten Hebammen beraten, um die Authentizität ihrer Darstellung zu gewährleisten. Diese Vorbereitung zahlt sich aus, denn Hebammen und medizinisches Fachpersonal loben regelmäßig die realistische Darstellung des Berufsstandes in der Serie.

Thematische Vielfalt der zwölften Staffel

Die neue Staffel greift wieder verschiedene gesellschaftlich relevante Themen auf, die weit über den reinen Hebammenalltag hinausgehen. In der ersten Folge "Muttergefühle" steht das komplexe Thema Adoption im Mittelpunkt. Die Darstellung des emotionalen Konflikts einer werdenden Mutter, die ihr Kind zur Adoption freigeben möchte, aber zunehmend Zweifel entwickelt, spiegelt reale Situationen wider, mit denen Hebammen in ihrem Arbeitsalltag konfrontiert werden.

Besonders bemerkenswert ist die Behandlung des Themas Sterbehilfe in mehreren Folgen der neuen Staffel. Die Geschichte um Lenas todkranke Tante, die sich einen assistierten Suizid wünscht, greift eine der kontroversesten gesellschaftlichen Debatten auf. In Österreich ist die Sterbehilfe seit 2022 unter strengen Auflagen legal, während in Deutschland weiterhin rechtliche Grauzonen bestehen. Diese unterschiedlichen Rechtslagen in den beiden Hauptmärkten der Serie machen eine sensible Behandlung des Themas erforderlich.

Gesellschaftliche Relevanz der Storylines

Die Folge "Schutzlos" thematisiert ein Problem, das in der aktuellen Wirtschaftslage an Brisanz gewinnt: fehlende Krankenversicherung bei Selbstständigen. Die Darstellung einer schwangeren Frau, die sich aufgrund fehlender Versicherung keine medizinische Betreuung leisten kann und schließlich ihre berufliche Existenz aufgeben muss, trifft den Nerv der Zeit. In Österreich sind solche Fälle durch das System der Sozialversicherung seltener als in anderen Ländern, dennoch können auch hier Menschen durch das soziale Netz fallen.

Das Thema häusliche Gewalt wird in der Folge "Loverboy" aufgegriffen, in der eine schwangere Frau vor ihrem gewalttätigen Ex-Mann in ein Schutzhaus flieht. Diese Problematik hat leider nach wie vor gesellschaftliche Relevanz: Laut Statistik Austria wurden 2023 in Österreich über 10.000 Betretungsverbote ausgesprochen, und schwangere Frauen sind besonders gefährdet, da sie oft in Abhängigkeitsverhältnissen stehen.

Produktionshintergründe und Drehorte

Die zwölfte Staffel entstand unter der Regie von drei erfahrenen Regisseurinnen: Ulrike Hamacher, Franziska Jahn und Esther Wenger teilten sich die Verantwortung für die sechs neuen Folgen. Diese Aufteilung ist typisch für Serienproduktionen und ermöglicht es, unterschiedliche künstlerische Handschriften in die einzelnen Episoden einzubringen, während die Grundstimmung der Serie erhalten bleibt.

Die Serie wird hauptsächlich in Bayern gedreht, wobei die fiktive Gemeinde Himmelsruh als Handlungsort dient. Die malerischen Berglandschaften und traditionellen Gebäude schaffen eine authentische Atmosphäre, die bei den Zuschauern gut ankommt. Für österreichische Zuschauer ist diese Kulisse besonders attraktiv, da sie an vertraute Landschaften in Tirol oder Salzburg erinnert. Die Produktion einer Folge dauert durchschnittlich drei bis vier Wochen, wobei sowohl Außen- als auch Studioaufnahmen in München realisiert werden.

Star-besetztes Ensemble

Neben Judith Hoersch konnte die Produktion wieder hochkarätige Gastdarsteller gewinnen. Eva Mattes, eine der renommiertesten deutschen Schauspielerinnen, verkörpert Lenas Mutter Eva Lorenz. Mattes, die bereits mehrfach mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde, verleiht der Serie zusätzliche Glaubwürdigkeit. Raban Bieling, bekannt aus zahlreichen deutschen TV-Produktionen, und der irische Schauspieler Seán McDonagh ergänzen das Ensemble.

Besonders erwähnenswert ist die Gastrolle von Tom Beck in der ersten Folge. Der Schauspieler und Musiker, der vor allem durch die Serie "Alarm für Cobra 11" bekannt wurde, zeigt sein dramatisches Können als potenzieller Adoptivvater. Diese prominenten Besetzungen sind ein weiterer Erfolgsgarant für die Serie und zeigen die hohe Wertschätzung, die "Lena Lorenz" in der deutschen Schauspielbranche genießt.

Bedeutung für den österreichischen Fernsehmarkt

"Lena Lorenz" ist ein Paradebeispiel für den Erfolg deutsch-österreichischer Koproduktionen. Für den ORF bedeutet die Serie eine kostengünstige Möglichkeit, qualitativ hochwertiges Programm zur besten Sendezeit anzubieten. Die Produktionskosten einer Folge bewegen sich im mittleren sechsstelligen Bereich, was für eine aufwendige Serie durchaus moderat ist. Durch die Kostenteilung mit dem ZDF kann der ORF Serien von einer Qualität ausstrahlen, die bei einer reinen österreichischen Produktion deutlich teurer wäre.

Die Einschaltquoten der Serie sind sowohl in Deutschland als auch in Österreich konstant hoch. In Österreich erreicht "Lena Lorenz" regelmäßig Marktanteile von über 20 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen, was für den ORF ein ausgezeichneter Wert ist. Besonders stark ist die Serie bei weiblichen Zuschauern ab 40 Jahren, einer für Werbetreibende wichtigen Zielgruppe.

Vergleich mit anderen Serien im ORF-Programm

Im Vergleich zu anderen Serien im ORF-Programm nimmt "Lena Lorenz" eine Sonderstellung ein. Während österreichische Eigenproduktionen wie "SOKO Donau" oder "Vorstadtweiber" zwar ebenfalls erfolgreich sind, erreichen sie nicht die konstant hohen Einschaltquoten der Hebammenserie. Deutsche Krimiserien wie "Tatort" oder "Polizeiruf 110" sind zwar ebenfalls sehr erfolgreich, laufen aber zu anderen Sendezeiten und richten sich an ein anderes Publikum.

Die Programmierung am Mittwochabend um 20.15 Uhr ist strategisch klug gewählt. Zu dieser Zeit gibt es traditionell weniger starke Konkurrenz von privaten Sendern, die sich meist auf andere Wochentage konzentrieren. Gleichzeitig ist Mittwoch ein idealer Tag für Familienprogramm, da viele Menschen bereits auf das Wochenende einstimmen und entspannte Unterhaltung suchen.

Streaming und digitale Verbreitung

Die parallele Ausstrahlung auf ORF ON zeigt, wie sich die Medienlandschaft verändert hat. Streaming-Plattformen gewinnen auch im österreichischen Markt immer mehr an Bedeutung, und öffentlich-rechtliche Sender müssen ihre Inhalte entsprechend anpassen. ORF ON, die hauseigene Streaming-Plattform des ORF, ermöglicht es Zuschauern, die Folgen zeitversetzt anzusehen oder verpasste Episoden nachzuholen.

Diese Doppelstrategie aus linearem Fernsehen und Streaming entspricht dem veränderten Sehverhalten, besonders der jüngeren Zielgruppen. Während ältere Zuschauer nach wie vor das traditionelle Fernsehen bevorzugen, nutzen jüngere Menschen verstärkt Streaming-Angebote. Durch die Bereitstellung auf beiden Kanälen kann der ORF verschiedene Zielgruppen gleichzeitig ansprechen.

Internationale Vermarktung

"Lena Lorenz" wird mittlerweile in mehreren Ländern ausgestrahlt, was die internationale Attraktivität deutscher Fernsehproduktionen unterstreicht. Besonders in den Niederlanden, Belgien und der Schweiz findet die Serie großen Anklang. Diese internationale Vermarktung trägt zur Refinanzierung der Produktionskosten bei und macht weitere Staffeln wirtschaftlich attraktiv.

Der Export deutscher TV-Serien ist ein wachsender Markt, der von der hohen Qualität der Produktionen profitiert. "Lena Lorenz" steht exemplarisch für deutsche Fernsehserien, die auch international erfolgreich sind, ohne ihre kulturelle Identität zu verlieren. Die universellen Themen rund um Familie, Geburt und zwischenmenschliche Beziehungen übersetzen sich gut in andere Kulturen.

Gesellschaftlicher Impact der Serie

"Lena Lorenz" hat einen messbaren Einfluss auf die Wahrnehmung des Hebammenberufs in der Öffentlichkeit. Hebammenverbände in Deutschland und Österreich berichten von einem gesteigerten Interesse junger Frauen an dem Beruf, seit die Serie läuft. Die positive und respektvolle Darstellung der Hebammentätigkeit trägt dazu bei, einen Beruf zu würdigen, der gesellschaftlich oft unterschätzt wird.

Gleichzeitig macht die Serie auf die Probleme im Gesundheitswesen aufmerksam, ohne diese zu dramatisieren. Themen wie Personalmangel, Zeitdruck und die emotionale Belastung von Pflegekräften werden authentisch dargestellt. Dies trägt zu einer gesellschaftlichen Diskussion über die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen bei.

Bildungsaspekt der Serie

Viele Zuschauer schätzen an "Lena Lorenz" den informativen Charakter. Die Serie vermittelt medizinische Informationen über Schwangerschaft und Geburt auf eine verständliche Art. Schwangere Frauen und ihre Partner nutzen die Serie oft als Informationsquelle, auch wenn sie natürlich keine professionelle Beratung ersetzen kann. Hebammen berichten, dass Patientinnen häufig Fragen stellen, die durch Situationen in der Serie inspiriert sind.

Dieser Bildungsaspekt ist ein wichtiger Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Auftrags. Unterhaltung und Information zu verbinden, gelingt "Lena Lorenz" auf vorbildliche Weise. Die Serie trägt zur Aufklärung über medizinische Themen bei, ohne dabei den Unterhaltungswert zu vernachlässigen.

Zukunftsperspektiven der Serie

Mit zwölf Staffeln gehört "Lena Lorenz" bereits zu den langlebigsten deutschen Fernsehserien der letzten Jahre. Der anhaltende Erfolg deutet darauf hin, dass weitere Staffeln folgen werden. Die Produktionsfirma Bavaria Fiction hat bereits angedeutet, dass bei entsprechenden Einschaltquoten auch eine 13. Staffel denkbar ist.

Die Serie profitiert davon, dass ihre Grundkonstellation – eine Hebamme in einer ländlichen Gemeinde – unendlich viele Geschichten ermöglicht. Jede Schwangerschaft und jede Geburt bringt neue Charaktere und Konflikte mit sich, was der Serie eine natürliche Erneuerung ermöglicht. Gleichzeitig können gesellschaftliche Entwicklungen und aktuelle Themen immer wieder aufgegriffen werden.

Die Streaming-Erfolge zeigen zudem, dass "Lena Lorenz" auch für zukünftige Distributionsformen gut geeignet ist. Sollte sich das Sehverhalten weiter in Richtung On-Demand entwickeln, ist die Serie gut positioniert, um auch in einer veränderten Medienlandschaft erfolgreich zu bleiben. Die zeitlosen Themen und die episodische Struktur machen die Serie ideal für Streaming-Plattformen.

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