Pilotprojekt des Bildungsministeriums ermöglicht erstmals feste Budgets für Lern-Apps an österreichischen Schulen
Das Bildungsministerium startet den "Marktplatz Lernapps" mit festem Budget von 13 Euro pro Schüler. 900 Schulen nehmen am Pilotbetrieb teil.
Das österreichische Bildungssystem macht einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung: Mit dem "Marktplatz Lernapps" startet das Bundesministerium für Bildung einen Pilotbetrieb, der erstmals ein fixes Budget von 13 Euro pro Schülerin und Schüler für digitale Lern-Apps bereitstellt. Fast 900 Schulen haben sich bereits für den Probebetrieb angemeldet, seit heute können Bestellungen aufgegeben werden.
Die Initiative markiert einen bedeutenden Wandel in der österreichischen Bildungslandschaft. Digitale Lernangebote werden nicht länger als optionale Ergänzung betrachtet, sondern als wesentlicher Bestandteil zeitgemäßer Bildung etabliert. "Die innovativen EdTech-Lösungen 'Made in Austria' zeigen, wie kraftvoll digitales Lernen sein kann", erklärt Magdalena Gärtner, Projekt- und Community-Managerin von EdTech Austria.
Komplexe Inhalte können durch Visualisierung, Interaktivität und individuelle Anpassung verständlicher aufbereitet werden. Unterschiedliche Lernniveaus lassen sich besser berücksichtigen, wodurch neue, motivierende Wege des Lernens eröffnet werden. "Der Marktplatz Lernapps schafft dabei erstmals den Rahmen, damit die digitalen Lernlösungen tatsächlich bei den Schülerinnen und Schülern ankommen", betont Gärtner.
Markus Spielmann, Präsident der Allianz Bildungsmedien Österreich, begrüßt das neue Angebot als wichtigen ersten Schritt: "Der Marktplatz Lernapps ermöglicht rasch und niederschwellig Zugang zu digitalen Bildungsangeboten." Entscheidend sei nun, die Erfahrungen aus der Pilotphase konsequent zu nutzen, um digitale Lehr- und Lernmittel dauerhaft und qualitätsgesichert in die geplante Schulbuchaktion 2.0 zu integrieren.
Aus der Schulpraxis kommen bereits positive Rückmeldungen. Martin Pöcksteiner, AHS-Lehrer in Niederösterreich, sieht vor allem Vorteile in der neuen Übersichtlichkeit und finanziellen Planungssicherheit: "Statt Geld aus anderen Budgets zusammenzukratzen und jedes Jahr aufs Neue zu schauen, ob sich einige wenige Euros für Lern-Apps finden, gibt es nun die Angebote gebündelt an einem Ort mit einer klaren Finanzierung."
Die neue Plattform erleichtert Lehrkräften die Auswahl geeigneter digitaler Lerntools erheblich. "Als Schule können wir nun sorglos die Apps auswählen, die für unsere Schülerinnen und Schüler am besten geeignet sind", erklärt Pöcksteiner. "Das erleichtert die Integration digitaler Lernformen im Unterricht enorm und kommt direkt bei den Schülerinnen und Schülern an."
Der Marktplatz bietet eine zentrale Anlaufstelle für digitale Bildungsangebote und schafft Transparenz bei der Auswahl. Schulen können nun gezielt Apps auswählen, die ihren pädagogischen Anforderungen entsprechen, ohne sich Sorgen über die Finanzierung machen zu müssen.
Der Marktplatz Lernapps startet zunächst als Probebetrieb. Nach Abschluss und Evaluierung der Pilotphase soll er ab Herbst 2026 regulär zur Verfügung stehen. Das Angebot ist als Übergangslösung konzipiert, bis digitale Bildungsangebote in der geplanten Schulbuchaktion 2.0 integriert sind.
Die Allianz Bildungsmedien Österreich und EdTech Austria sehen in dieser Initiative die Chance, das System praxisnah weiterzuentwickeln und digitale Bildungsangebote nachhaltig im österreichischen Bildungssystem zu verankern.
Die Initiative stärkt auch die heimische EdTech-Branche. EdTech Austria, eine Netzwerkinitiative von Innovation Salzburg, dem Land Salzburg, der Wirtschaftskammer Salzburg, der Wirtschaftskammer Österreich sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, fördert innovative, digitale Bildungslösungen für Schule, Weiterbildung und lebenslanges Lernen.
Als Gründungsmitglied der European EdTech Alliance vertritt EdTech Austria die österreichische EdTech-Branche auch auf europäischer Ebene. Ziel ist es, Fortschritt im Bildungsbereich voranzutreiben, kreative technologische Lösungen zu unterstützen und eine zukunftssichere Bildungslandschaft in Österreich zu gestalten.
Die Allianz Bildungsmedien Österreich, der Zusammenschluss der führenden und professionellen Bildungsmedienanbieter in Österreich, entwickelt im Dialog mit Lehrenden und Lernenden didaktisch passgenaue Lehrinhalte und Lernlösungen, die dem digitalen Zeitalter entsprechen.
"Wir sind davon überzeugt, dass nur qualitätsgesicherte Bildungsmedien zu individuellen Bildungserfolgen führen", betont die Organisation. Als konstruktive Partner der Bildungspolitik sehen sie sich in der Verantwortung, gemeinsam das Bildungssystem wirksam und nachhaltig weiterzuentwickeln.
Der Marktplatz Lernapps ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur geplanten Schulbuchaktion 2.0. Diese soll digitale Bildungsmedien dauerhaft in die Grundausstattung österreichischer Schulen integrieren. Die Erfahrungen aus dem Pilotbetrieb werden wesentlich zur Gestaltung dieses zukunftsweisenden Systems beitragen.
Mit der Bereitstellung eines fixen Budgets von 13 Euro pro Schülerin und Schüler setzt das Bildungsministerium ein klares Signal für die Bedeutung digitaler Bildung. Die hohe Anmeldezahl von fast 900 Schulen zeigt das große Interesse der Bildungseinrichtungen an dieser Innovation.