Pilotphase im Sommersemester 2025/26 mit 13 Euro pro Schüler
Das Bildungsministerium startet den "Marktplatz Lernapps" - 862 Schulen haben sich bereits angemeldet. Pro Schüler stehen 13 Euro für digitale Lernmittel zur Verfügung.
Das österreichische Bildungssystem macht einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung: Der neue "Marktplatz Lernapps" des Bildungsministeriums ist ab sofort online und bereits 862 Schulen haben sich für die Pilotphase angemeldet. Die Initiative soll Schulen den Zugang zu qualitätsgeprüften digitalen Lernmitteln erleichtern und damit den Unterricht modernisieren.
Bisher fehlte es österreichischen Schulen an einem klaren Finanzierungsmodell für digitale Lernapps und Plattformen. Diese Lücke behinderte die effektive Nutzung der im Rahmen der Geräteinitiative bereitgestellten Tablets und Laptops. "Das Potenzial digitaler Werkzeuge blieb dadurch weitgehend ungenutzt", erklärt das Bildungsministerium die Ausgangslage.
Mit dem neuen "Marktplatz Lernapps" will die Regierung diese Herausforderung angehen. Die Initiative richtet sich gezielt an Schulen der Sekundarstufe I und II und soll durch eine niederschwellige Anschubfinanzierung den Einsatz innovativer, geprüfter digitaler Lernmittel fördern.
Die Pilotphase der Initiative beginnt im Sommersemester des Schuljahres 2025/26. Teilnahmeberechtigt sind alle 2.317 Schulen mit gesetzlich geregelter Schulartenbezeichnung in der Sekundarstufe I und II - mit Ausnahme der Berufsschulen und der land- und forstwirtschaftlichen mittleren Schulen. Insgesamt können damit 631.451 Schülerinnen und Schüler von dem Programm profitieren.
Die Teilnahme ist freiwillig: Schulen müssen sich aktiv für die Pilotphase anmelden und können selbst entscheiden, ob sie mitmachen möchten. Das Programm richtet sich bewusst an Early Adopters, die bereits zu Beginn des Semesters digitale Lernmittel einsetzen können.
Für die Pilotphase stehen pro Schülerin und Schüler 13 Euro zur Verfügung. Geplant sind Halbjahreslizenzen für verschiedene Lernapps, die zwischen einem und zehn Euro pro Schüler kosten sollen. Die Schülerzahlen werden aus der BilDok 2024/25 übernommen, und das entsprechende Guthaben wird im digitalen Warenkorb der Schulen angezeigt.
Nach Abschluss der Pilotphase werden die gesammelten Erfahrungen systematisch ausgewertet und in die Weiterentwicklung des Modells integriert. Ab dem Schuljahr 2026/27 ist die Überführung in den Regelbetrieb für die Sekundarstufen I und II vorgesehen.
Im Regelbetrieb werden Jahreslizenzen mit Kosten zwischen zwei und 20 Euro pro Schüler kalkuliert. Das Gesamtbudget pro Schüler steigt dann auf 26 Euro für beide Sekundarstufen. Insgesamt sollen dann 761.708 Schülerinnen und Schüler von dem Programm profitieren.
Ein zentraler Baustein der Initiative ist die Qualitätssicherung. Das Bildungsministerium entwickelt ein skalierbares Verfahren zur Auswahl geeigneter digitaler Lehr- und Lernmittel. Ziel ist ein transparentes und praxistaugliches Qualitätssicherungsmodell, das auf dem bisherigen "Gütesiegel Lern-Apps" basiert, aber hinsichtlich Skalierbarkeit und Prüftiefe weiterentwickelt wurde.
Bereits 50 Anbieter haben sich registriert, 49 wurden freigeschaltet. Von den genehmigten Anbietern wurden insgesamt 320 Produkte angelegt, die sich derzeit im Freigabeprozess befinden.
Der Ablauf der Pilotphase ist klar strukturiert:
Vom 26. Jänner bis 27. März 2026 können sich Schulen als Early Adopter für die Pilotphase direkt über die Plattform www.marktplatz-lernapps.at anmelden. Die Anmeldung muss von der Schulleitung vorgenommen werden. Diese kann anschließend im Bildungsportal Lehrpersonen berechtigen, die dann die Bestellungen vornehmen können.
Nach der Anmeldung erhalten die berechtigten Personen Zugang zu einem digitalen Warenkorb. Hier kann aus einer Vielzahl qualitätsgeprüfter Lernapps ausgewählt und je nach Bedarf Klassen- oder Schullizenzen bestellt werden. Die Auswahl erfolgt schulautonom - es können auch nur einzelne Klassen oder Jahrgangsstufen teilnehmen.
Vom 23. Februar bis 27. März 2026 können Schulen aus dem Angebot auswählen und direkt im Warenkorb bestellen. Nach der Lieferung steht eine 14-tägige Testphase zur Verfügung. Innerhalb dieser Zeit ist eine Stornierung möglich, anschließend können im Rahmen des laufenden Bestellzeitraums neue Apps ausgewählt und bestellt werden.
Die Resonanz auf die neue Initiative ist bereits beeindruckend: Mit Stand 18. Februar 2026 haben sich 862 Schulen angemeldet. Das entspricht mehr als einem Drittel aller teilnahmeberechtigten Schulen. Diese hohe Beteiligung zeigt den großen Bedarf an qualitätsgesicherten digitalen Lernmitteln in österreichischen Schulen.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr zeigt sich erfreut über die positive Resonanz: "Es freut mich sehr, dass sich bereits knapp 900 Schulen für unsere Initiative 'Marktplatz Lernapps' angemeldet haben. Interaktive Lernprogramme sind für das Lernen der Schülerinnen und Schüler erwiesenermaßen förderlich und werden in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen."
Der Minister betont die Bedeutung der Initiative für die Zukunft des österreichischen Bildungssystems: "Ich freue mich, dass wir mit dem Marktplatz Lernapps nun endlich ein qualitätsgesichertes und bundesweites Angebot für verschiedenste Apps geschaffen haben. Ich bin mir sicher, dass diese digitalen Lehr- und Lernmittel Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften eine große Unterstützung für einen erfolgreichen Lernfortschritt sein werden."
Die Initiative "Marktplatz Lernapps" ist Teil eines größeren Digitalisierungsprogramms im österreichischen Bildungswesen. Schwerpunkte sind ausschließlich digitale Lehr- und Lernmittel sowie individualisiertes und KI-unterstütztes Lernen. Diese Ausrichtung spiegelt den wachsenden Stellenwert digitaler Kompetenzen in der modernen Arbeitswelt wider.
Das Bildungsministerium plant eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Programms basierend auf den Erfahrungen aus der Pilotphase. Kontinuierliche Qualitätssicherung und bedarfsgerechte Anpassungen stehen dabei im Mittelpunkt. Dies soll gewährleisten, dass die Initiative langfristig den Bedürfnissen von Schulen, Lehrpersonen und Schülern entspricht.
Mit dem "Marktplatz Lernapps" setzt Österreich einen wichtigen Schritt zur Modernisierung seines Bildungssystems. Die hohe Beteiligung der Schulen bereits in der Anmeldephase zeigt, dass die Initiative einem echten Bedarf entspricht und das Potenzial hat, den Unterricht nachhaltig zu verändern.