Am 5. Februar 2026 wurde in Wien eine dringliche Anfrage der FPÖ an den ÖVP-Landwirtschaftsminister eingebracht, die das Mercosur-Abkommen und dessen Auswirkungen auf die österreichische Landwirtschaft in den Fokus rückt. Die FPÖ kritisiert scharf, dass das Abkommen bäuerliche Familienbetriebe bedro
Am 5. Februar 2026 wurde in Wien eine dringliche Anfrage der FPÖ an den ÖVP-Landwirtschaftsminister eingebracht, die das Mercosur-Abkommen und dessen Auswirkungen auf die österreichische Landwirtschaft in den Fokus rückt. Die FPÖ kritisiert scharf, dass das Abkommen bäuerliche Familienbetriebe bedrohe und das Höfesterben beschleunige. Diese Sorge ist nicht unbegründet, denn das Abkommen öffnet den europäischen Markt für große Mengen an Rindfleisch, Geflügel, Zucker und Ethanol aus Südamerika, die unter Bedingungen produziert werden, die unseren heimischen Bauern längst untersagt sind. Diese Entwicklungen werfen die Frage auf, ob die österreichische Agrarpolitik den Herausforderungen der Globalisierung gewachsen ist.
Das Mercosur-Abkommen ist ein Handelsvertrag zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten, darunter Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Ziel ist es, Zölle abzubauen und den Handel zu fördern. Doch für österreichische Landwirte bedeutet dies einen ungleichen Wettbewerb. Produkte aus Südamerika können oft günstiger produziert werden, da dort weniger strenge Umwelt- und Sozialstandards gelten. Dies führt zu einem Preisdruck auf heimische Produkte, der viele bäuerliche Betriebe in ihrer Existenz bedroht.
Die Agrarpolitik der Europäischen Union hat sich seit den 1960er Jahren stark gewandelt. Ursprünglich mit dem Ziel gegründet, die Ernährungssicherheit nach dem Zweiten Weltkrieg zu gewährleisten, hat die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU im Laufe der Jahre immer mehr Aspekte wie Umwelt- und Tierschutz integriert. Doch trotz dieser Fortschritte sehen viele Landwirte die Politik als realitätsfern an. Die Einführung von Handelsabkommen wie Mercosur wird oft als Fortsetzung einer Politik wahrgenommen, die den Bedürfnissen kleiner und mittlerer Betriebe nicht gerecht wird.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass auch in Deutschland und der Schweiz ähnliche Diskussionen geführt werden. In Deutschland beispielsweise wird das Abkommen ebenfalls kritisch gesehen, da es die heimische Landwirtschaft unter Druck setzt. In der Schweiz hingegen ist man aufgrund des hohen Selbstversorgungsgrades weniger betroffen, jedoch bleibt auch hier die Sorge um die langfristigen Auswirkungen auf die Landwirtschaft bestehen.
Für die österreichischen Bauern bedeutet das Mercosur-Abkommen eine direkte Bedrohung. Bereits jetzt schließen täglich neun Höfe ihre Tore für immer. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist von rund 368.000 im Jahr 1995 auf etwa 87.000 im Jahr 2025 gesunken. Diese Entwicklung könnte sich durch das Abkommen weiter verschärfen. Für Konsumenten könnte dies langfristig zu höheren Preisen für heimische Produkte führen, da weniger Betriebe um ihre Existenz kämpfen.
Das Abkommen sieht vor, dass Zölle auf 91% der EU-Exporte in die Mercosur-Staaten abgebaut werden. Im Gegenzug sollen 92% der Mercosur-Exporte in die EU zollfrei gestellt werden. Besonders betroffen sind die Sektoren Rindfleisch, Geflügel, Zucker und Ethanol. Diese Produkte machen einen großen Teil der Exporte aus den Mercosur-Staaten aus und könnten den europäischen Markt überschwemmen.
Die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft hängt stark von politischen Entscheidungen ab. Eine Möglichkeit wäre die Förderung von nachhaltigen und ökologischen Anbaupraktiken, um sich von der Massenproduktion abzuheben. Auch die Förderung von Direktvermarktung und regionalen Produkten könnte ein Weg sein, um die Existenz der Betriebe zu sichern. Langfristig wird es entscheidend sein, wie die EU und die österreichische Regierung auf die Herausforderungen durch globale Handelsabkommen reagieren.
Insgesamt stellt das Mercosur-Abkommen eine große Herausforderung für die österreichische Landwirtschaft dar. Die Politik ist gefordert, Lösungen zu finden, die den Fortbestand der bäuerlichen Familienbetriebe sichern und gleichzeitig den Anforderungen des globalen Marktes gerecht werden. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die österreichische Agrarpolitik den richtigen Weg einschlägt.
Das Mercosur-Abkommen birgt sowohl Chancen als auch Risiken für Österreichs Landwirtschaft. Während es den Zugang zu neuen Märkten eröffnen könnte, droht es gleichzeitig, die Existenz vieler heimischer Betriebe zu gefährden. Die Politik ist gefordert, Lösungen zu finden, die den Fortbestand der bäuerlichen Familienbetriebe sichern. Eine verstärkte Förderung von nachhaltigen und regionalen Produkten könnte ein Weg sein, um die heimische Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die österreichische Agrarpolitik den Herausforderungen gewachsen ist.