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Nachhaltiges Gärtnern: Neues LEBENSART Magazin zeigt Weg zum Naturgarten

19. März 2026 um 13:49
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Der Frühling erwacht und mit ihm das Interesse am nachhaltigen Gärtnern. Pünktlich zur beginnenden Gartensaison 2024 erscheint die neue Ausgabe des österreichischen Nachhaltigkeitsmagazins LEBENSAR...

Der Frühling erwacht und mit ihm das Interesse am nachhaltigen Gärtnern. Pünktlich zur beginnenden Gartensaison 2024 erscheint die neue Ausgabe des österreichischen Nachhaltigkeitsmagazins LEBENSART Kompakt mit dem Schwerpunkt "Garten für alle". Das Magazin aus dem Wiener Lebensart Verlag verspricht praktische Anleitungen für umweltbewusstes Gärtnern und zeigt, wie aus jedem Garten ein lebendiges Ökosystem werden kann.

Naturgarten: Mehr als nur ein Trend

Der Begriff "Naturgarten" beschreibt eine Gartenbewirtschaftung, die im Einklang mit der Natur steht. Dabei geht es nicht um verwilderte Flächen, sondern um durchdachte Gestaltung, die natürliche Kreisläufe respektiert und fördert. Ein Naturgarten verzichtet auf chemische Düngemittel und Pestizide, setzt stattdessen auf Kompostierung, Mulchen und biologische Schädlingsbekämpfung. Die Pflanzenauswahl orientiert sich an heimischen Arten, die perfekt an das lokale Klima angepasst sind und Lebensraum für einheimische Tierarten bieten. Solche Gärten tragen erheblich zur Biodiversität bei und können gleichzeitig ertragreich und pflegeleicht sein.

Das Prinzip der Mischkultur, ein zentraler Baustein des Naturgartens, nutzt die natürlichen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Pflanzenarten. Während Tomaten beispielsweise von der Nähe zu Basilikum profitieren, da dieses Schädlinge fernhält und das Aroma verbessert, schützen Ringelblumen vor Nematoden im Boden. Diese jahrhundertealten Erkenntnisse der Bauerngartenkultur erleben heute eine Renaissance und werden wissenschaftlich erforscht und bestätigt.

Österreichs Gartenboom: Zahlen und Entwicklungen

Die Corona-Pandemie hat das Interesse am Gärtnern in Österreich massiv verstärkt. Laut einer Studie der Österreichischen Gärtnervereinigung ist die Zahl der aktiv Gärtnernden zwischen 2020 und 2023 um 35 Prozent gestiegen. Besonders bemerkenswert: 60 Prozent der Neugärtner sind unter 40 Jahre alt und setzen von Beginn an auf nachhaltige Methoden. Der Umsatz mit Bio-Saatgut ist in diesem Zeitraum um 120 Prozent gewachsen, während herkömmliches Saatgut nur moderate Zuwächse verzeichnete.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im urbanen Raum wider. Allein in Wien wurden in den letzten drei Jahren über 200 neue Gemeinschaftsgärten initiiert. Die Wartelisten für Schrebergärten sind länger denn je – durchschnittlich müssen Interessierte drei bis fünf Jahre auf eine Parzelle warten. Auch in anderen Bundesländern zeigt sich dieser Trend: In Salzburg entstehen verstärkt Dachgärten, in der Steiermark boomen Permakultur-Projekte, und in Tirol setzen Hotels zunehmend auf eigene Kräutergärten für ihre Küche.

Bodenleben verstehen: Die Grundlage jeden Gartens

Gesunder Boden ist das Fundament erfolgreichen Gärtnerns. Ein Quadratmeter Gartenboden beherbergt mehr Lebewesen als die Erde Menschen hat – Milliarden von Bakterien, Pilzen, Würmern und anderen Mikroorganismen bilden ein komplexes Ökosystem. Diese Bodenlebewesen wandeln organische Substanz in pflanzenverfügbare Nährstoffe um, lockern durch ihre Aktivität den Boden und schaffen optimale Wachstumsbedingungen.

Das Verständnis für Bodenqualität beginnt bereits bei der einfachen Handprobe: Guter Gartenboden riecht erdig-frisch, lässt sich gut formen und krümelt beim Zerdrücken. pH-Wert-Tests, die in jedem Gartencenter erhältlich sind, geben Aufschluss über den Säuregrad. Die meisten Gemüsearten bevorzugen einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0. Abweichungen können durch gezielte Maßnahmen korrigiert werden: Kalk hebt den pH-Wert, Kompost und Laubhumus senken ihn ab.

Selbstversorgung aus dem eigenen Garten

Komplette Selbstversorgung aus dem eigenen Garten ist für die meisten Hobbygärtner unrealistisch, aber eine deutliche Steigerung der Eigenproduktion durchaus möglich. Experten sprechen von der "80-20-Regel": Mit 20 Prozent der angebauten Kulturen lassen sich 80 Prozent der Ernte erzielen. Zu den ertragreichsten und pflegeleichtesten Kulturen zählen Kartoffeln, Zwiebeln, Bohnen, Salate und Kräuter.

Ein durchschnittlicher Familiengarten von 400 Quadratmetern kann bei optimaler Nutzung den Gemüse- und Kräuterbedarf einer vierköpfigen Familie von Mai bis Oktober decken. Besonders lohnenswert ist der Anbau von Kulturen, die im Handel teuer sind: Kräuter wie Basilikum oder Rucola kosten im Supermarkt das Zwanzigfache des Selbstkostenpreises. Auch exotischere Gemüsesorten, die im Handel selten zu finden sind, rechtfertigen den Eigenanbau.

Planung macht den Unterschied

Erfolgreiche Selbstversorgung beginnt mit durchdachter Planung. Der Anbaukalender orientiert sich an den klimatischen Bedingungen der jeweiligen Region. In Österreich unterscheiden sich die Anbauzeiten je nach Höhenlage und geografischer Lage erheblich. Während im Burgenland bereits Mitte März die ersten Radieschen gesät werden können, beginnt die Gartensaison in alpinen Regionen oft erst im Mai.

Fruchtfolge und Anbaupausen sind weitere wichtige Faktoren. Stark zehrende Kulturen wie Kohl oder Tomaten sollten nur alle drei bis vier Jahre auf derselben Fläche angebaut werden. Zwischensaaten mit Gründüngung regenerieren den Boden und verhindern Erosion. Besonders bewährt haben sich Phacelia, Senf oder Klee, die nicht nur den Boden verbessern, sondern auch Bienen und andere Bestäuber anlocken.

Lebende Zäune: Grüne Grenzen mit Mehrwert

Lebende Zäune aus Hecken und Sträuchern sind weit mehr als bloße Grundstücksgrenzen. Sie schaffen Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleintiere, bieten Windschutz, regulieren das Mikroklima und können sogar essbare Früchte liefern. Eine drei Meter hohe Buchenhecke bindet pro laufenden Meter etwa 15 Kilogramm CO2 pro Jahr und produziert gleichzeitig Sauerstoff für mehrere Personen.

Bei der Auswahl der Heckenpflanzen sollten heimische Arten bevorzugt werden. Weißdorn, Schlehe, Holunder und Haselnuss bieten nicht nur Sichtschutz, sondern auch Nahrung für Mensch und Tier. Ihre Blüten locken im Frühjahr Bienen an, die Früchte können zu Marmeladen, Säften oder Likören verarbeitet werden. Ein gemischter Heckenstreifen aus verschiedenen heimischen Gehölzen kann bis zu 40 verschiedene Vogelarten beherbergen und bietet ganzjährig wechselnde Farb- und Strukturakzente.

Pflege und Entwicklung lebender Zäune

Lebende Zäune benötigen in den ersten Jahren intensive Pflege, entwickeln sich dann aber zu weitgehend selbstständigen Ökosystemen. Der richtige Schnittzeitpunkt ist entscheidend: Hecken sollten außerhalb der Vogelbrutzeit, idealerweise zwischen Oktober und Februar, geschnitten werden. Ein Formschnitt im Juni fördert die Verzweigung und sorgt für dichteres Wachstum.

Die Anlage einer Hecke erfordert Geduld. Während Liguster oder Hainbuche bereits nach zwei Jahren einen gewissen Sichtschutz bieten, benötigen langsamwüchsige Arten wie Eibe oder Buchsbaum fünf bis sieben Jahre bis zur vollen Entwicklung. Dafür sind sie dann aber extrem langlebig und können Jahrhunderte überdauern.

Vergleich mit anderen deutschsprachigen Ländern

Österreichs Gartenkultur unterscheidet sich in mehreren Aspekten von den Nachbarländern. Während in Deutschland Urban Gardening und Guerilla Gardening stärker ausgeprägt sind, dominiert in Österreich noch immer der klassische Privatgarten. Die Schweiz setzt verstärkt auf vertikales Gärtnern und technische Lösungen, während österreichische Gärtner traditionellere Methoden bevorzugen.

Interessant ist auch der Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen: In Deutschland gibt es strengere Vorschriften bezüglich Heckenhöhen und Grenzabständen, in der Schweiz sind die Regelungen kantonal sehr unterschiedlich. Österreich nimmt hier eine mittlere Position ein, wobei die Bundesländer unterschiedliche Bauordnungen haben. In Wien beispielsweise müssen Hecken ab zwei Metern Höhe einen Mindestabstand von einem Meter zur Grenze einhalten.

Auswirkungen auf Bürger und Umwelt

Nachhaltiges Gärtnern hat weitreichende positive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Jeder naturnahe Garten trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei und mindert den urbanen Hitzeinseleffekt. Städte mit hohem Grünanteil verzeichnen messbar niedrigere Durchschnittstemperaturen und bessere Luftwerte.

Für die Gartenbesitzer selbst bietet nachhaltiges Gärtnern neben der körperlichen Betätigung auch psychologische Vorteile. Studien der Universität Wien belegen, dass regelmäßige Gartenarbeit Stress reduziert und das Wohlbefinden steigert. Der Kontakt mit Erde und Pflanzen fördert die Bildung von Serotonin und reduziert Cortisol, das Stresshormon.

Wirtschaftliche Aspekte

Ein gut geführter Gemüsegarten kann die Haushaltskosten spürbar senken. Bei durchschnittlichen Investitionskosten von 200 bis 300 Euro pro Jahr für Saatgut, Kompost und Werkzeuge lassen sich Ersparnisse von 800 bis 1.200 Euro bei Gemüse und Kräutern erzielen. Besonders in Zeiten steigender Lebensmittelpreise wird diese Ersparnis für viele Familien relevant.

Darüber hinaus steigert ein gepflegter Garten den Immobilienwert erheblich. Studien zeigen, dass Häuser mit naturnahen Gärten um 5 bis 15 Prozent höhere Verkaufspreise erzielen als vergleichbare Objekte ohne oder mit pflegeintensiven Ziergärten.

Zukunftsperspektiven für nachhaltiges Gärtnern

Die Zukunft des Gärtnerns wird von mehreren Trends geprägt sein. Klimawandel-angepasste Gärten werden wichtiger, da steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster neue Herausforderungen mit sich bringen. Trockenheitsresistente Pflanzen und wassersparende Bewässerungssysteme werden Standard werden.

Technische Innovationen halten ebenfalls Einzug in den Hobbygarten. Bodenfeuchtigkeitsmessungen per Smartphone-App, automatisierte Bewässerungsanlagen und LED-Pflanzenlampen für die Anzucht erweitern die Möglichkeiten erheblich. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für traditionelle Methoden und altes Gartenwissen.

Die neue LEBENSART Kompakt-Ausgabe kommt genau zur richtigen Zeit und bietet Orientierung in dieser sich wandelnden Gartenlandschaft. Das Magazin verspricht praxisnahe Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen und zeigt, dass nachhaltiges Gärtnern keine Modeerscheinung, sondern eine Notwendigkeit für die Zukunft ist. Mit seinem fundierten Ansatz trägt das österreichische Nachhaltigkeitsmagazin dazu bei, dass aus jedem Garten ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz werden kann.

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