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Neue Tatort-Ära: Fussenegger und Rupp starten Dreharbeiten

14. April 2026 um 11:20
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Eine neue Ära bricht an für den österreichischen Tatort: Während Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser ihre letzten beiden Fälle vor dem wohlverdienten Ruhestand abdrehen, haben Miriam Fussenegger

Eine neue Ära bricht an für den österreichischen Tatort: Während Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser ihre letzten beiden Fälle vor dem wohlverdienten Ruhestand abdrehen, haben Miriam Fussenegger und Laurence Rupp bereits ihre ersten Szenen als neues Ermittlerduo im Kasten. Seit dem 9. April 2026 stehen die beiden Schauspieler für "Krähen im Hof" vor der Kamera und läuten damit eine völlig neue Phase der beliebten österreichischen Krimireihe ein. Der Schauplatz könnte wienerischer nicht sein: Ein Gemeindebau wird zur Kulisse für den ersten Fall der neuen Ermittler Charlie Hahn und Alex Maleky.

Das Ende einer Ära: Krassnitzer und Neuhauser nehmen Abschied

Bevor die neuen Gesichter das Zepter übernehmen, gibt es noch zwei emotionale Höhepunkte mit dem bisherigen Kultduo. Am 26. April 2026 um 20.15 Uhr zeigt ORF 2 die Premiere von "Gegen die Zeit", dem vorletzten gemeinsamen Fall von Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser. In diesem komplexen Krimi geht es um den Mord an einem Leiter einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft für männliche Jugendliche – ein Thema, das besondere Sensibilität erfordert.

Die beiden Publikumslieblinge, die seit Jahren das Gesicht des österreichischen Tatorts prägen, haben sich bewusst dazu entschieden, nach über einem Jahrzehnt gemeinsamer Ermittlungsarbeit kürzer zu treten. Ihr absoluter Abschiedsfall trägt den vielsagenden Titel "Dann sind wir Helden" und wird im zweiten Halbjahr 2026 ausgestrahlt. Dieser emotionale Moment markiert das Ende einer der erfolgreichsten Partnerschaften in der Geschichte des österreichischen Fernsehens.

Die Bedeutung des Tatort-Formats für Österreich

Der österreichische Tatort hat sich seit seiner Einführung zu einem wichtigen kulturellen Exportgut entwickelt. Die Krimireihe, die ursprünglich als deutsches Format konzipiert wurde, erhielt durch die österreichische Beteiligung eine ganz eigene Note. Während deutsche Tatort-Produktionen oft gesellschaftskritische Themen aufgreifen, zeichnet sich die österreichische Variante durch ihren besonderen Wiener Charme und die authentische Darstellung lokaler Eigenarten aus.

Die Zusammenarbeit zwischen ARD und ORF beim Tatort-Format ist ein Paradebeispiel für erfolgreiche deutsch-österreichische Medienkooperation. Jährlich produziert der ORF mehrere Tatort-Folgen, die nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland und der Schweiz großen Anklang finden. Die Einschaltquoten bewegen sich regelmäßig im zweistelligen Millionenbereich, wenn man alle deutschsprachigen Länder zusammenrechnet.

Miriam Fussenegger und Laurence Rupp: Die neuen Gesichter des Austro-Tatorts

Mit Miriam Fussenegger und Laurence Rupp übernimmt eine neue Generation die Ermittlungsarbeit. Fussenegger, bekannt aus verschiedenen österreichischen Film- und Fernsehproduktionen, bringt ihre Erfahrung aus dem Theater mit. Ihr Partner Laurence Rupp kann bereits auf eine beeindruckende internationale Karriere blicken – aktuell ist er sogar mit dem ORF-kofinanzierten Kinofilm "Gentle Monster" im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes vertreten, was die internationale Strahlkraft österreichischer Filmkunst unterstreicht.

Die beiden Schauspieler verkörpern die Charaktere Charlotte "Charlie" Hahn und Alex Maleky, die mit ihrer unterschiedlichen Herangehensweise an Ermittlungen für frischen Wind in der Serie sorgen sollen. Während klassische Tatort-Duos oft auf bewährte Muster setzen, verspricht die neue Konstellation eine moderne Interpretation des Ermittler-Formats.

"Krähen im Hof" – Ein typisch wienerischer Fall

Der Debütfall des neuen Duos führt in den Corvidihof, einen fiktiven Wiener Gemeindebau, wo der Fenstersturz von Horst Mayer den ersten komplexen Mordfall darstellt. Die Wahl des Schauplatzes ist dabei kein Zufall: Wiener Gemeindebauten sind nicht nur architektonische Wahrzeichen der Stadt, sondern auch soziale Brennpunkte, die vielschichtige Geschichten bergen.

Der Gemeindebau als Setting spiegelt ein typisch österreichisches Phänomen wider. Nirgendwo sonst in Europa gibt es ein so ausgeprägtes System sozialen Wohnbaus wie in Wien. Rund 500.000 Menschen leben in den über 5.000 Gemeindebauten der Hauptstadt – das entspricht etwa einem Viertel der Wiener Bevölkerung. Diese Wohnanlagen haben ihre eigene Dynamik, ihre eigenen Regeln und oft auch ihre eigenen Probleme.

In "Krähen im Hof" werden genau diese sozialen Spannungen thematisiert. Die Ermittlungen decken auf, dass gute Nachbarschaft nicht überall selbstverständlich ist. Horst Mayers Ex-Frau gerät ins Visier, nachdem bekannt wird, dass er versucht hatte, die gemeinsame siebenjährige Tochter zu entführen. Doch auch andere Bewohner haben Motive, die bis in die Vergangenheit reichen.

Das kreative Team hinter der neuen Tatort-Generation

Für die Regie des ersten Falls zeichnet Dominik Hartl verantwortlich, der bereits mit "School of Champions" und dem früheren Austro-Tatort "Azra" Erfahrung mit anspruchsvollem deutschsprachigen Fernsehen gesammelt hat. Hartl gilt als einer der vielversprechendsten österreichischen Nachwuchsregisseure und bringt einen frischen Blick auf das traditionsreiche Format.

Das Drehbuch stammt aus der Feder von Sarah Wassermair, die für ihre präzisen Charakterzeichnungen und authentischen Dialoge bekannt ist. Die Kombination aus Hartls visueller Handschrift und Wassermairs Gespür für zwischenmenschliche Nuancen verspricht eine neue Qualität in der österreichischen Tatort-Landschaft.

Ein internationales Ensemble

Neben den beiden Hauptdarstellern steht ein beeindruckendes Ensemble vor der Kamera. Christina Scherrer, Sibylle Kos und Rainer Bock bringen ihre Erfahrung aus Film und Fernsehen ein. Besonders erwähnenswert ist die internationale Besetzung mit Schauspielern wie Rina Juniku, Arda Aksoy, Zeynep Alan und Masengu Kanyinda, die das multikulturelle Wien authentisch abbilden.

Diese Vielfalt der Besetzung entspricht der Realität der österreichischen Hauptstadt, wo Menschen aus über 180 Nationen zusammenleben. Der moderne österreichische Tatort will diese gesellschaftliche Entwicklung widerspiegeln und zeigt Wien als das, was es ist: eine internationale Metropole mit vielschichtigen sozialen Strukturen.

Auswirkungen auf die österreichische Medienlandschaft

Die Neubesetzung des österreichischen Tatorts hat weitreichende Auswirkungen auf die heimische Medienlandschaft. Für den ORF bedeutet der Wechsel sowohl Chance als auch Risiko. Einerseits ermöglicht er eine Verjüngung und Modernisierung des Formats, andererseits muss erst bewiesen werden, dass die neuen Gesichter beim Publikum ebenso gut ankommen wie ihre Vorgänger.

Die Produktionskosten für einen österreichischen Tatort belaufen sich auf etwa 1,5 bis 2 Millionen Euro pro Film. Diese Investition muss sich durch entsprechende Einschaltquoten rechtfertigen. Die bisherigen österreichischen Tatort-Folgen erreichten durchschnittlich 8 bis 12 Millionen Zuschauer in Deutschland, Österreich und der Schweiz – ein Publikumserfolg, den es zu halten gilt.

Konkurrenz und Marktposition

Der österreichische Tatort steht in direkter Konkurrenz zu deutschen Produktionen, die teilweise höhere Budgets haben und auf etablierte Ermittlerteams setzen können. Teams wie Münster (Thiel und Boerne), Köln (Ballauf und Schenk) oder Hamburg (Falke und Grosz) haben sich über Jahre eine treue Fangemeinde aufgebaut.

Gleichzeitig bietet die österreichische Variante etwas Einzigartiges: den authentischen Wiener Charme, die spezielle Mentalität und die unverwechselbare Atmosphäre der Donaumetropole. Diese Alleinstellungsmerkmale könnten entscheidend dafür sein, dass sich das neue Duo Fussenegger/Rupp in der Gunst des Publikums etabliert.

Technische Innovation und moderne Produktionsstandards

Die neuen Tatort-Produktionen setzen auf modernste Filmtechnik und zeitgemäße Erzählformen. Während frühere österreichische Tatort-Folgen teilweise noch traditionell linear erzählt wurden, experimentiert das neue Kreativteam mit komplexeren Erzählstrukturen und visuell anspruchsvolleren Umsetzungen.

Die Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma e & a Film bringt dabei internationale Standards ins österreichische Fernsehen. Das Unternehmen hat bereits mehrfach bewiesen, dass österreichische Produktionen auf höchstem technischen Niveau realisiert werden können und international konkurrenzfähig sind.

Streaming und digitale Verbreitung

Ein wichtiger Aspekt der modernen Tatort-Produktion ist die gleichzeitige Verfügbarkeit auf ORF ON, der Streaming-Plattform des österreichischen Rundfunks. Diese Doppelverwertung entspricht den veränderten Sehgewohnheiten, besonders jüngerer Zielgruppen, die zunehmend zeit- und ortsunabhängig fernsehen möchten.

Die Streaming-Zahlen werden für die Bewertung des Erfolgs immer wichtiger. Während traditionelle Einschaltquoten noch immer den Hauptindikator darstellen, gewinnen Abrufzahlen und Verweildauer auf der Plattform an Bedeutung. Der ORF investiert kontinuierlich in die technische Infrastruktur von ORF ON, um konkurrenzfähig zu Netflix, Amazon Prime und anderen internationalen Anbietern zu bleiben.

Gesellschaftliche Relevanz und kulturelle Bedeutung

Der österreichische Tatort fungiert nicht nur als Unterhaltung, sondern auch als kultureller Spiegel der Gesellschaft. Themen wie Integration, soziale Gerechtigkeit und städtische Probleme werden regelmäßig aufgegriffen und für ein breites Publikum aufbereitet. Die neue Generation soll diese Tradition fortsetzen und gleichzeitig aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen einbeziehen.

Besonders relevant ist dabei die Darstellung Wiens als multikulturelle Metropole. Die österreichische Hauptstadt hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt und ist heute eine der internationalsten Städte Europas. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Besetzung und den Handlungsorten der neuen Tatort-Folgen wider.

Ausblick: Die Zukunft des österreichischen Tatorts

Nach "Krähen im Hof" sind bereits zwei weitere Fälle mit Miriam Fussenegger und Laurence Rupp geplant, die noch 2026 gedreht werden sollen. Diese Produktionsplanung zeigt das Vertrauen des ORF in das neue Duo und signalisiert Kontinuität für die Zuschauer.

Die langfristige Strategie sieht vor, den österreichischen Tatort als eigenständige Marke zu stärken und gleichzeitig die bewährte Zusammenarbeit mit der ARD fortzusetzen. Internationale Koproduktionen und der Austausch mit anderen europäischen Krimiserien könnten weitere Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

Mit "Tatort – Krähen im Hof" beginnt 2027 ein neues Kapitel in der Geschichte des österreichischen Fernsehkrimis. Ob Miriam Fussenegger und Laurence Rupp an den Erfolg ihrer Vorgänger anknüpfen können, wird sich zeigen. Die Vorzeichen stehen jedoch gut: Ein erfahrenes Produktionsteam, authentische Wiener Schauplätze und zwei ambitionierte Hauptdarsteller versprechen spannende Kriminalfälle mit österreichischem Flair. Die Zuschauer dürfen gespannt sein auf die erste gemeinsame Ermittlung von Charlie Hahn und Alex Maleky im urwienerischen Ambiente eines Gemeindebaus.

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