Auszeichnung für Barrierefreiheit und inklusive Demokratiebildung
Das österreichische Parlament wurde bei der Zero Project Konferenz in Wien für seine vorbildliche Barrierefreiheit ausgezeichnet.
Das österreichische Parlament hat eine bedeutende internationale Auszeichnung erhalten: Bei der diesjährigen Zero Project Konferenz in der Wiener UNO-City wurde das Parlamentsgebäude für seine exemplarische Barrierefreiheit und innovative Ansätze zur inklusiven Demokratiebildung mit dem Zero Project Award geehrt.
Die Auszeichnung würdigt das Projekt "Complete refurbishment as an opportunity for an inclusive parliament and participation for all citizens" (Generalsanierung als Chance für ein inklusives Parlament und für die Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger). Die umfassende Renovierung des historischen Parlamentsgebäudes hat nicht nur architektonische Barrieren beseitigt, sondern auch neue Maßstäbe für politische Teilhabe gesetzt.
"Die umfassende Renovierung des österreichischen Parlamentsgebäudes hat architektonische Barrieren beseitigt und ermöglicht nun allen Menschen den physischen Zugang zu sämtlichen Bereichen des Gebäudes", erklärte Parlamentsdirektor Harald Dossi bei der Preisverleihung am Donnerstagabend. Er nahm die Auszeichnung gemeinsam mit Tatjana Novakovic, der Barrierefreiheitsbeauftragten des Parlaments, und David Pinchasov, dem Leiter der Dialogplattform Staat & Gesellschaft, entgegen.
Das prämierte Konzept geht weit über die reine bauliche Zugänglichkeit hinaus. Durch die Sanierung wurden mehrere Bereiche des Gebäudes erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies schafft die Grundlage für ein zentrales demokratisches Ziel: Bürgerinnen und Bürgern den direkten Zugang zu den Vorgängen in ihrem Parlament zu ermöglichen und demokratische Werte über verschiedene Kanäle und Methoden zu vermitteln.
Wie Dossi betonte, bezieht sich Barrierefreiheit nicht nur auf die örtlichen Gegebenheiten, sondern auch auf das Informationsangebot. Das österreichische Parlament arbeitet kontinuierlich daran, sein Angebot zu erweitern und für alle Menschen zugänglich zu gestalten. Dazu gehören unter anderem barrierefreie digitale Angebote, Führungen in Gebärdensprache und leicht verständliche Informationsmaterialien.
Die Zero Project-Initiative wurde 2008 von der Essl Foundation gegründet und setzt sich weltweit für eine Welt ohne Barrieren ein. Die jährliche Konferenz, die vom 18. bis 20. Februar 2026 in der Wiener UNO-City stattfand, bringt Expertinnen und Experten, Aktivistinnen und Aktivisten sowie Entscheidungsträgerinnen und -träger aus aller Welt zusammen.
Bei der heurigen Preisverleihung wurden insgesamt 82 innovative Projekte ausgezeichnet, die einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention leisten. Der Fokus der diesjährigen Konferenz lag auf den Themen Barrierefreiheit, inklusive IT-Lösungen sowie inklusives Krisen- und Katastrophenmanagement.
Für das österreichische Parlament stellt der Zero Project Award eine besondere Ehre dar: Es handelt sich um die erste internationale Auszeichnung, die das Haus für seine Barrierefreiheit und die inklusiven Angebote zur Demokratiebildung erhalten hat. Dies unterstreicht die Vorbildfunktion, die Österreich im Bereich der politischen Teilhabe für Menschen mit Behinderungen einnimmt.
Die Auszeichnung ist auch ein Zeichen dafür, dass die aufwändige Generalsanierung des Parlamentsgebäudes, die mehrere Jahre in Anspruch nahm, nicht nur der Erhaltung des historischen Bauwerks diente, sondern auch zukunftsweisende Standards für demokratische Teilhabe gesetzt hat.
Das österreichische Parlament könnte mit seiner Auszeichnung zum Vorbild für andere demokratische Institutionen weltweit werden. Die Kombination aus baulicher Barrierefreiheit, zugänglichen Informationsangeboten und innovativen Vermittlungsformaten zeigt, wie politische Teilhabe für alle Menschen ermöglicht werden kann.
Die Initiative demonstriert eindrucksvoll, dass Inklusion kein nachträglich hinzugefügtes Element sein muss, sondern von Beginn an mitgedacht werden kann. Dies ist besonders relevant, da viele historische Gebäude vor ähnlichen Herausforderungen stehen, wenn sie barrierefrei gestaltet werden sollen.
Das österreichische Parlament ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus, sondern plant die kontinuierliche Weiterentwicklung seiner inklusiven Angebote. Dazu gehören:
Die Auszeichnung durch das Zero Project unterstreicht Österreichs Position als innovatives Land im Bereich der Inklusion und Barrierefreiheit. Sie zeigt, dass österreichische Lösungen international geschätzt werden und als Best-Practice-Beispiele dienen können.
Gleichzeitig verpflichtet die Auszeichnung dazu, die eingeschlagenen Wege konsequent weiterzuverfolgen und neue Standards zu setzen. Das österreichische Parlament hat bewiesen, dass historische Gebäude und moderne Barrierefreiheit erfolgreich miteinander verbunden werden können, ohne die architektonische Integrität zu beeinträchtigen.
Die Zero Project Konferenz in Wien hat einmal mehr gezeigt, dass Österreich nicht nur Gastgeber für wichtige internationale Diskussionen ist, sondern auch selbst wertvolle Beiträge zur globalen Diskussion über Inklusion und Barrierefreiheit leistet. Der Award für das Parlament ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer vollständig inklusiven Gesellschaft.