Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo stehen in der Kritik. Am 6. Februar 2026 veröffentlichte Greenpeace eine Pressemitteilung, die das Sponsoring durch fossile Großkonzerne als massives Greenwashing anprangert. Besonders der italienische Mineralölkonzern Eni steht im F
Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo stehen in der Kritik. Am 6. Februar 2026 veröffentlichte Greenpeace eine Pressemitteilung, die das Sponsoring durch fossile Großkonzerne als massives Greenwashing anprangert. Besonders der italienische Mineralölkonzern Eni steht im Fokus der Umweltschützer. Die Spiele, die als nachhaltig verkauft werden, sind laut Greenpeace ein Paradebeispiel für die Instrumentalisierung des Sports zur Imagepflege von Unternehmen, die zur Klimakrise beitragen.
Greenwashing bezeichnet den Versuch von Unternehmen, sich durch PR-Maßnahmen umweltfreundlicher darzustellen, als sie tatsächlich sind. Der Begriff setzt sich aus 'green' (grün, umweltfreundlich) und 'whitewashing' (Schönfärberei) zusammen. Fossile Konzerne nutzen die Olympischen Spiele, um sich als Unterstützer des Sports zu inszenieren, während ihre Aktivitäten erheblich zur globalen Erwärmung beitragen. Ein Beispiel ist die Bobbahn in Cortina, für deren Bau über 800 Lärchen gefällt wurden. Diese Maßnahmen stehen im krassen Gegensatz zu den Nachhaltigkeitsversprechen der Veranstalter.
Die Olympischen Spiele haben seit jeher mit der Herausforderung zu kämpfen, Nachhaltigkeit und Großveranstaltungen zu vereinen. Historisch gesehen, begannen ernsthafte Bemühungen um umweltfreundlichere Spiele in den 1990er Jahren. Die Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer galten als erste 'grüne' Spiele, bei denen Umweltschutzmaßnahmen in den Planungsprozess integriert wurden. Seitdem ist das Thema Nachhaltigkeit zunehmend in den Fokus gerückt. Dennoch bleibt die Umsetzung oft hinter den Erwartungen zurück, wie die aktuellen Spiele in Italien zeigen.
Österreich, Deutschland und die Schweiz haben unterschiedliche Ansätze zur Integration von Nachhaltigkeit im Sport. Während Österreich bei der Ausrichtung von Sportveranstaltungen auf erneuerbare Energien setzt, hat Deutschland strenge Umweltauflagen für Bauprojekte. Die Schweiz hingegen verfolgt einen pragmatischen Ansatz, indem sie bestehende Infrastruktur nutzt und auf Neubauten weitgehend verzichtet. Diese Ansätze könnten als Vorbild für zukünftige Olympische Spiele dienen.
Die Bürger in den Austragungsorten der Olympischen Spiele sind direkt von den Bauprojekten und Umweltbelastungen betroffen. Der Bau der Bobbahn und der Seilbahn in Cortina d’Ampezzo führt zu einem erhöhten Risiko von Erdrutschen, was die Sicherheit der Anwohner gefährdet. Zudem belasten künstliche Schneekanonen und Speicherbecken den Wasserhaushalt der Region erheblich. Diese Beispiele verdeutlichen, dass die Versprechen von Nachhaltigkeit oft nicht mit der Realität übereinstimmen.
Die jährlichen Emissionen des Sponsors Eni sind so hoch, dass sie theoretisch ausreichen, um 2,5 Millionen olympische Schwimmbecken mit geschmolzenem Gletschereis zu füllen. Diese Zahlen verdeutlichen die Umweltbelastung, die von solchen Konzernen ausgeht. Trotz dieser Fakten präsentieren sich die Sponsoren als umweltbewusst, was Greenpeace als Täuschung der Öffentlichkeit kritisiert.
Die Zukunft der Olympischen Spiele hängt von der Fähigkeit ab, echte Nachhaltigkeit zu integrieren. Experten fordern, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) fossile Sponsoren aus dem Sponsoring verbannen sollte. Nur so kann der Wintersport langfristig gesichert werden. Die Einführung strengerer Umweltauflagen und die Förderung erneuerbarer Energien sind weitere Schritte, die notwendig sind, um die Spiele umweltfreundlicher zu gestalten.
Die Olympischen Winterspiele 2026 stehen exemplarisch für die Herausforderungen, denen sich Großveranstaltungen im Hinblick auf Nachhaltigkeit stellen müssen. Die Kritik von Greenpeace zeigt, dass es dringend notwendig ist, fossile Sponsoren zu hinterfragen und echte Umweltmaßnahmen zu ergreifen. Die Zukunft des Wintersports hängt davon ab, wie ernsthaft die Veranstalter und Sponsoren bereit sind, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Mitwirkung finden Sie auf den verlinkten Greenpeace-Seiten.