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Paralympics Cortina: Bundesheer-Duo holt zweites Gold

9. März 2026 um 12:38
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Ein strahlender Wintertag in Cortina d'Ampezzo wurde für das österreichische Bundesheer zu einem Tag des Triumphes. Korporal Johannes Aigner und sein Guide Gefreiter Nico Haberl eroberten bei den P...

Ein strahlender Wintertag in Cortina d'Ampezzo wurde für das österreichische Bundesheer zu einem Tag des Triumphes. Korporal Johannes Aigner und sein Guide Gefreiter Nico Haberl eroberten bei den Paralympischen Winterspielen ihre zweite Goldmedaille – diesmal im Super-G der Para-Ski-Alpin-Bewerbe. Vor der malerischen Kulisse der Dolomiten setzten sich die beiden Heeressportler gegen starke internationale Konkurrenz durch und unterstrichen einmal mehr Österreichs Dominanz im paralympischen Skisport.

Perfekte Teamleistung im Super-G

Der Super-G, eine der anspruchsvollsten Disziplinen im alpinen Skisport, verlangt von den Athleten höchste Präzision und Mut. Bei paralympischen Bewerben kommt die besondere Herausforderung der Guide-Läufer hinzu. Nico Haberl fungiert dabei als die Augen seines Partners Johannes Aigner, der als sehbehinderter Sportler auf die akustischen Signale und die perfekte Synchronisation mit seinem Guide angewiesen ist. Die beiden bilden seit Jahren ein eingespieltes Team, das durch unzählige Trainingsstunden eine nahezu telepathische Verbindung entwickelt hat.

Im Ziel lag das österreichische Duo knapp vor dem italienischen Lokalmatador Giacomo Bertagnolli, der sich vor heimischem Publikum mit Silber begnügen musste. Bronze sicherte sich der kanadische Sportler Kalle Ericsson, der ebenfalls eine starke Leistung zeigte. Die Zeitabstände waren minimal – ein Beweis für das hohe Niveau der paralympischen Konkurrenz.

Von Peking nach Cortina: Eine Erfolgsgeschichte

Johannes Aigner ist kein Newcomer im internationalen Paralympicsport. Bereits bei den Paralympischen Winterspielen 2022 in Peking hatte er mit einer Bronzemedaille aufgezeigt und sich in die Weltspitze des Para-Ski-Alpin katapultiert. Diese Medaille war der Startschuss für eine beeindruckende Entwicklung, die nun in Cortina d'Ampezzo ihren vorläufigen Höhepunkt findet.

Der Sprung von Bronze zu Gold ist im Hochleistungssport ein gewaltiger Schritt. Er zeigt nicht nur die kontinuierliche Leistungssteigerung des Athleten, sondern auch die Qualität der Betreuung und des Trainings im österreichischen Paralympicsport. Die vier Jahre zwischen Peking und Cortina waren geprägt von intensivem Training, technischen Verbesserungen und der Perfektionierung der Kommunikation zwischen Aigner und seinem Guide Haberl.

Das Guide-System im Para-Ski-Alpin

Für Laien mag das Konzept der Guide-Läufer zunächst ungewöhnlich erscheinen. Bei sehbehinderten oder blinden Athleten im alpinen Skisport ist der Guide jedoch unverzichtbar. Er fährt vor dem Athleten und gibt über Funkgeräte präzise Anweisungen: "Links", "Rechts", "Tor", "Sprung" – jeder Befehl muss im Bruchteil einer Sekunde verstanden und umgesetzt werden. Bei Geschwindigkeiten von über 100 km/h im Super-G ist diese Kommunikation überlebenswichtig.

Der Guide muss dabei selbst ein ausgezeichneter Skifahrer sein, denn er trägt die Verantwortung für beide Sportler. Nico Haberl verkörpert diesen Athletentyp perfekt: technisch versiert, mental stark und mit der Fähigkeit, unter extremem Druck präzise zu kommunizieren. Die Medaille gehört beiden – ohne den Guide wäre der Erfolg des Hauptathleten unmöglich.

Verteidigungsministerin Tanner würdigt Leistung

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner zeigte sich begeistert von der Leistung ihrer Heeressportler. In ihrer Stellungnahme betonte sie die besonderen Eigenschaften, die sowohl im Sport als auch im militärischen Dienst geschätzt werden: "Korporal Johannes Aigner und Gefreiter Nico Haberl haben erneut bewiesen, dass mit Trainingseifer, unermüdlichem Kampfgeist und Hingabe im Sport alles möglich ist."

Diese Aussage spiegelt die Philosophie des österreichischen Heeressports wider, der seit Jahrzehnten militärische Tugenden mit sportlicher Exzellenz verbindet. Die Ministerin sieht in den beiden Goldmedaillengewinnern Vorbilder, die zeigen, wie die Bereitschaft, an Grenzen zu gehen, zu außergewöhnlichen Leistungen führen kann.

Das Heeres-Leistungssportzentrum Seebenstein

Die Heimat der beiden Goldmedaillengewinner ist das Heeres-Leistungssportzentrum Seebenstein in Niederösterreich. Diese Einrichtung ist weit mehr als nur ein Trainingsstandort – sie ist das Herz des österreichischen Militärsports und eine der erfolgreichsten Sportförderungseinrichtungen des Landes. Seit 1962 werden hier Spitzenathleten ausgebildet und betreut, wobei modernste Trainingsmethoden mit militärischer Disziplin kombiniert werden.

Das Zentrum verfügt über erstklassige Trainingsanlagen, medizinische Betreuung und ein Team von erfahrenen Trainern. Für Para-Sportler wie Johannes Aigner stehen zusätzlich spezialisierte Betreuer zur Verfügung, die auf die besonderen Anforderungen des Behindertensports eingehen. Die Infrastruktur umfasst Krafträume, Regenerationsbereiche und modernste Analysegeräte zur Bewegungsoptimierung.

Zahlen und Fakten zum österreichischen Heeressport

Die Dimension des österreichischen Heeressports wird erst bei genauerer Betrachtung der Zahlen deutlich. Mit elf Heeres-Leistungssportzentren über ganz Österreich verteilt, werden jährlich rund 495 Athletinnen und Athleten gefördert. Besonders bemerkenswert ist die Aufmerksamkeit für den Behindertensport: 30 der geförderten Personen sind Para-Sportler – ein überdurchschnittlich hoher Anteil, der Österreichs Engagement in diesem Bereich unterstreicht.

Diese Sportler verteilen sich auf verschiedene Disziplinen: von klassischen Wintersportarten wie Ski Alpin und Nordisch über Sommersportarten bis hin zu weniger bekannten Paralympicsdisziplinen. Jeder Athlet erhält eine individuelle Betreuung, die sich an seinen spezifischen Bedürfnissen und Zielen orientiert.

Paralympics in historischem Kontext

Die Paralympischen Spiele haben sich seit ihrer Entstehung 1960 zu einem der wichtigsten Sportereignisse der Welt entwickelt. Was als kleine Veranstaltung für kriegsversehrte Soldaten begann, ist heute ein Megaevent mit Hunderten von Athleten aus aller Welt. Österreich gehört traditionell zu den erfolgreichsten Nationen, besonders im Wintersport.

Die aktuellen Paralympics in Cortina d'Ampezzo knüpfen an eine lange Tradition an. Die italienischen Alpen waren bereits mehrfach Schauplatz bedeutender Wintersport-Ereignisse. Für die österreichischen Athleten haben die Spiele in Italien eine besondere Bedeutung, da die Nähe zur Heimat zusätzliche Motivation schafft und eine große Anzahl von Fans die Anreise ermöglicht.

Österreichs Erfolgsgeschichte im Paralympicsport

Österreich kann auf eine beeindruckende Bilanz bei Paralympischen Spielen zurückblicken. Seit den ersten Teilnahmen haben österreichische Athleten über 300 Medaillen gewonnen, wobei der Wintersport traditionell die Domäne des Landes ist. Namen wie Claudia Lösch, Markus Salcher oder Roman Rabl sind Legenden des österreichischen Para-Sports und haben den Weg für die aktuelle Generation geebnet.

Diese Tradition schafft sowohl Motivation als auch Druck für aktuelle Athleten wie Johannes Aigner. Die Erwartungen sind hoch, aber gleichzeitig bietet die Erfolgsgeschichte eine solide Grundlage für Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Die systematische Förderung über das Bundesheer hat dabei eine zentrale Rolle gespielt.

Auswirkungen auf den österreichischen Sport

Der Erfolg von Aigner und Haberl strahlt weit über den Paralympicsport hinaus. Er zeigt die Qualität der österreichischen Sportförderung und motiviert junge Menschen mit Behinderungen, selbst aktiv zu werden. Sportvereine berichten regelmäßig von steigendem Interesse an Para-Sportarten nach medienwirksamen Erfolgen bei internationalen Großereignissen.

Gleichzeitig unterstreicht der Erfolg die Wichtigkeit der Investitionen in Sportinfrastruktur und -betreuung. Das Bundesheer als Förderer des Leistungssports rechtfertigt durch solche Erfolge seine Rolle und zeigt, dass die Verbindung von militärischen und sportlichen Werten fruchtbar ist.

Wirtschaftliche Dimension des Erfolgs

Olympische und paralympische Medaillen haben auch eine wirtschaftliche Dimension. Sie erhöhen die Sichtbarkeit österreichischer Sportmarken, locken Sponsoren an und fördern den Sporttourismus. Allein die Berichterstattung über die Goldmedaille erreicht Millionen von Menschen weltweit und transportiert ein positives Bild Österreichs als Sportnation.

Für die Athleten selbst eröffnen sich durch den Erfolg neue Möglichkeiten: Sponsorenverträge, Auftritte als Markenbotschafter und die Chance, ihre Geschichte einer breiten Öffentlichkeit zu erzählen. Diese Plattform nutzen viele Para-Sportler, um auf die Belange von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen.

Ausblick auf die verbleibenden Rennen

Mit der zweiten Goldmedaille haben Aigner und Haberl ihre Ambitionen für diese Paralympics noch nicht erfüllt. Das Duo strebt Medaillengewinne in allen geplanten Starts an – ein ehrgeiziges Ziel, das zeigt, wie hoch die Messlatte für sich selbst gelegt wird. Die kommenden Bewerbe werden zeigen, ob dieser Plan aufgeht.

Die verbleibenden Disziplinen bieten unterschiedliche Herausforderungen. Während der Super-G als schnelle Disziplin die Stärken des Duos unterstreicht, verlangen andere Bewerbe wie der Slalom andere Qualitäten. Die Vielseitigkeit wird zum entscheidenden Faktor für weitere Medaillenhoffnungen.

Verteidigungsministerin Tanner hat den beiden bereits für die kommenden Rennen alles Gute gewünscht – ein Zeichen dafür, dass die Erwartungen hoch bleiben. Gleichzeitig ist der Druck durch die bereits gewonnenen Medaillen etwas gemildert, was paradoxerweise zu noch besseren Leistungen führen kann.

Bedeutung für die Zukunft des österreichischen Para-Sports

Der Erfolg von Johannes Aigner und Nico Haberl in Cortina d'Ampezzo ist mehr als nur ein sportlicher Triumph. Er ist ein Beleg für die Qualität der österreichischen Nachwuchsförderung im Behindertensport und ein Motivationsschub für kommende Generationen von Para-Sportlern. Die Goldmedaillen zeigen, dass Österreich in der Weltspitze des Paralympicsports mithalten kann.

Für das Bundesheer bestätigen die Erfolge die Richtigkeit der Sportförderstrategie. Die Investitionen in Infrastruktur, Personal und Betreuung zahlen sich durch solche Erfolge aus und rechtfertigen die Fortsetzung des Programms. Gleichzeitig werden diese Erfolge andere Förderinstitutionen motivieren, ihre Unterstützung für Para-Sportler auszubauen.

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