Die österreichische Arbeitsmarktpolitik steht vor einem Wendepunkt. Am 25. September 2025 veröffentlichte arbeit plus - Soziale Unternehmen Österreich eine aufsehenerregende Pressemitteilung, die das Potenzial hat, die Arbeitsmarktintegration grundlegend zu verändern. Der Fokus liegt auf der stärker
Die österreichische Arbeitsmarktpolitik steht vor einem Wendepunkt. Am 25. September 2025 veröffentlichte arbeit plus - Soziale Unternehmen Österreich eine aufsehenerregende Pressemitteilung, die das Potenzial hat, die Arbeitsmarktintegration grundlegend zu verändern. Der Fokus liegt auf der stärkeren Verbindung von Erwachsenenbildung und aktiver Arbeitsmarktpolitik.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit 93.692 langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen im August 2025, was einem Anstieg von 10,8% im Vergleich zum Vorjahr entspricht, ist die verfestigte Arbeitslosigkeit ein drängendes Problem. Fast ein Drittel aller Arbeitslosen in Österreich ist davon betroffen. Besonders alarmierend ist die Arbeitslosenquote bei Personen mit nur Pflichtschulabschluss, die über 20% liegt und damit fast dreimal so hoch ist wie die allgemeine Arbeitslosenquote.
Diese Daten verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf. Die Geschäftsführerin von arbeit plus, Sabine Rehbichler, betont die Notwendigkeit eines Umdenkens. „Die Reibungsverluste an den Schnittstellen von Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsmarktintegration führen Menschen in die Sackgasse und verschwenden wertvolle Fachkräftepotenziale“, erklärt sie.
arbeit plus schlägt ein integriertes Phasenmodell vor, das in und nach sozialen Unternehmen umgesetzt werden soll. Dieses Modell besteht aus drei Phasen:
Manuela Vollmann, Vorstandsvorsitzende von arbeit plus, erklärt: „Menschen mit geringem oder unterbrochenem Bildungsweg brauchen eine systematische Verknüpfung von Erwachsenenbildung und Arbeitsmarktintegration.“
Die Verknüpfung von Erwachsenenbildung und Arbeitsmarkt entspricht den Zielsetzungen der Regierung. Der Austrian Fiscal Structural Plan 2025-2029 definiert eine österreichische Fachkräftestrategie mit drei Säulen: Qualifizierungsinitiative, Stärkung der Lehrlingsausbildung und gezielte Umschulungsprogramme für Energiewende-Sektoren. Diese Strategie bietet ideale Anknüpfungspunkte für die sozialen Unternehmen.
„Die geplante umfassende Fachkräfteinitiative passt zu unserem Ansatz der systematischen Weiterentwicklung“, ergänzt Vollmann. „Statt Menschen auf einfache Tätigkeiten zu reduzieren, schaffen wir nachhaltig qualifizierte Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt.“
Ein konkreter Vorschlag von arbeit plus ist die Einrichtung von Modellregionen, in denen die systematische Verknüpfung von Erwachsenenbildung und Arbeitsmarktpolitik verankert wird. Diese Modellregionen sollen unter Einbindung aller Akteure der Arbeitsmarktpolitik entstehen.
Die Idee, Bildung und Arbeitsmarktpolitik zu verknüpfen, ist nicht neu. Bereits in den 1970er Jahren wurden in verschiedenen Ländern Initiativen gestartet, um die Weiterbildung von Arbeitskräften zu fördern. In Deutschland beispielsweise gibt es seit Jahrzehnten das Konzept der dualen Ausbildung, das Theorie und Praxis miteinander verbindet.
In Österreich jedoch war die Trennung zwischen Bildung und Arbeitsmarktpolitik lange Zeit ausgeprägt. Der aktuelle Vorschlag von arbeit plus könnte hier einen Paradigmenwechsel einleiten.
Für die Bürger bedeutet diese neue Strategie vor allem eines: bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Durch die gezielte Weiterbildung und Integration in den ersten Arbeitsmarkt können Menschen mit geringem Bildungsweg neue Perspektiven erhalten. Dies ist besonders in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten von großer Bedeutung.
Ein fiktiver Experte erklärt: „Die Reduktion der Reibungsverluste an den Übergängen ist ein Mehrwert für Wirtschaft und Gesellschaft. Was zählt, ist nachhaltige Vermittlung statt einer Fixierung auf die schnellste Arbeitsmarktvermittlung.“
Die Zukunft der österreichischen Arbeitsmarktpolitik könnte durch diese Initiative entscheidend geprägt werden. Sollte das integrierte Phasenmodell erfolgreich umgesetzt werden, könnte dies ein Vorbild für andere Länder sein. Die österreichische Fachkräftestrategie könnte dadurch international an Bedeutung gewinnen.
Die SROI-Analyse aus Niederösterreich zeigt, dass jeder investierte Euro in sozialintegrative Unternehmen Wirkungen im Gegenwert von 2,10 Euro schafft. Dies unterstreicht die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen.
Österreich steht vor einer großen Herausforderung, aber auch einer großen Chance. Durch die stärkere Verbindung von Erwachsenenbildung und Arbeitsmarktpolitik kann das Land nicht nur den Fachkräftemangel bekämpfen, sondern auch die Lebensqualität vieler Menschen verbessern. Die vorgeschlagenen Maßnahmen von arbeit plus könnten der Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Arbeitsmarktpolitik sein.
Für weitere Informationen können Sie die vollständige Pressemitteilung auf der Website von arbeit plus nachlesen.